Ankündigung

Einklappen
Keine Ankündigung bisher.

Verlustvortrag vs. Pflichtpraktikum in der Schweiz

Einklappen
X
 
  • Filter
  • Zeit
  • Anzeigen
Alles löschen
neue Beiträge

    Verlustvortrag vs. Pflichtpraktikum in der Schweiz

    Hallo Zusammen,

    ich möchte aktuell (endlich) meine erste Steuererklärung machen. Hierzu stellen sich mir leider noch einige Fragen...

    Ich habe am Ende meines Studiums meine Masterarbeit in einem Unternehmen in der Schweiz geschrieben. Hierfür habe ich ein normales Schweizer Praktikantengehalt bekommen, das entsprechend auch in der Schweiz versteuert wurde. Nun möchte ich gerne über die Jahres meines Studium den Verlustvortrag nutzen, um die Steuer für mein erstes (richtiges) Gehalt zu reduzieren. Wie ist hierbei das Praktikantengehalt zu berücksichtigen? Insbesondere stellt sich mir die Frage, falls es mit in meine Einkünfte einbezogen wird, inwiefern wird dabei beachtet, dass es sich eben nur um ein höheres Gehalt handelt, weil die Lebenshaltungskosten in der Schweiz eben auch entsprechend höher sind? Hierbei ist wohl auch noch wichtig zu erwähnen, dass ich mich während der Zeit des Praktikums wieder bei meiner Mutter zuhause angemeldet habe, was vermutlich als Erstwohnsitz nicht anerkannt werden wird (und somit auch keine Kosten, die durch das Praktikum angefallen sind).

    Vielen Dank vorab für jede Unterstützung!

    Liebe Grüße
    Ben

    P.S.: Ich habe für das Jahr des Praktikums leider keine Steuererklärung abgegeben. Das heißt auch, ich stelle mir nun die Frage, wie der Fall allgemein steuerlich gehandhabt wird. In der Schweiz habe ich ordnungsmäßig meine Steuern bezahlt, diese sind im Steuersatz aber natürlich geringer als in der Deutschland. Hier verstehe ich noch nicht ganz, welche Auswirkungen das Doppelbesteuerungsabkommen hat.

    #2
    Prinzipiell können Sie freiwillig eine Steuererklärung bis vier Jahre zurück abgeben.

    Wenn Sie ein Erststudium / eine Erstausbildung absolviert haben, können Sie Ihre Aufwendungen nur als Sonderausgaben absetzen. Wenn Sie in diesen Jahren kein Einkommen hatten, läuft der Abzug der Sonderausgaben ins Leere. Hier gibt es keinen Verlustvortrag.

    Kommentar


      #3
      Zitat von Staufer Beitrag anzeigen
      Prinzipiell können Sie freiwillig eine Steuererklärung bis vier Jahre zurück abgeben.

      Wenn Sie ein Erststudium / eine Erstausbildung absolviert haben, können Sie Ihre Aufwendungen nur als Sonderausgaben absetzen. Wenn Sie in diesen Jahren kein Einkommen hatten, läuft der Abzug der Sonderausgaben ins Leere. Hier gibt es keinen Verlustvortrag.
      Danke, aber wie oben beschrieben, es handelt sich um ein Praktikum für meine Masterarbeit und insofern kein Erststudium. Frage war eben auch, wie das Praktikumseinkommen dabei beachtet wird, insbesondere da es entsprechend höherer Schweizer Lebenshaltungskosten auch höher ist als in Deutschland.

      Kommentar


        #4
        Lebenshaltungskosten am Einsatzort spielen allenfalls bei Reisekosten eine Rolle. Nach welchen rechtlichen Regeln sollten denn Lebenshaltungskosten mit Einnahmen in Relation gesetzt werden? Würden höhere Gehälter mit höheren Lebenshaltungskosten kompensiert, statt durch bessere Leistungen begründet?

        Bei einem Zweitstudium können Sie ausbildungsbedingte Ausgaben als Werbungskosten absetzen. Aber auch hier müssen Sie eine Steuererklärung für die Studienjahre abgeben.

        Wenn Sie die SteuerSparErklärung nutzen, finden Sie auch Hinweise zu Ihrer Einkommenssituation, z.B. die Anlage AUS. Wollen Sie ausländische Steuern für ausländischen Einkünfte auf Ihre deutsche Einkommensteuer anrechnen oder von Ihren Einkünften abziehen lassen, müssen Sie die Anlage AUS ausfüllen. Das ist unabhängig davon, ob die Einkünfte aus einem Land stammen, mit dem ein Doppelbesteuerungsabkommen besteht.

        Kommentar


          #5
          Zitat von Staufer Beitrag anzeigen
          Lebenshaltungskosten am Einsatzort spielen allenfalls bei Reisekosten eine Rolle. Nach welchen rechtlichen Regeln sollten denn Lebenshaltungskosten mit Einnahmen in Relation gesetzt werden? Würden höhere Gehälter mit höheren Lebenshaltungskosten kompensiert, statt durch bessere Leistungen begründet?
          Die Leistung ist offensichtlich in unserer Welt nicht das einzige Kriterium für das Gehalt. Das lässt sich ganz besonders bei den Gehaltsunterschieden zwischen den Ländern sehen. Ein Praktikantengehalt in der Schweiz entspricht sicher dem vielfachen Gehalt für die gleiche Arbeitsleistung in z.B. osteuropäischen Ländern. Das lässt sich auch sehr einfach sehen, wenn man für das gleiche Unternehmen (z.B. Bosch) die Praktikantengehälter in Deutschland und der Schweiz vergleicht. Letzteres dürfte mindestens 2-3 mal größer sein und das liegt sicher nicht daran, dass der Praktikant dort eine größere Leistung vollbringt. Der Grund dafür sind eher die allgemein höheren Gehälter und die orientieren sich sicher auch an den höheren Lebenshaltungskosten. Das letztere im Steuersystem Beachtung finden, sieht man ja sicher auch an den Verpflegungsmehraufwänden. Somit wäre es aus meiner Sicht nur folgerichtig, in ähnlicher Weise auch Schweizer Gehälter zu behandeln, so lange man eben auch dort wohnen und sein Leben unterhalten muss (es aber in Deutschland steuerlich beachten muss). Darauf zielte meine Frage ab, ob das auch beachtet wird. Falls nicht, würde ich aus meiner Sicht sagen, dass das eher eine Lücke im Steuersystem in Deutschland darstellt ... aber ich bin natürlich nur Laie.

          Danke für den Hinweis mit der SteuerSparErklärung, ich werde die Software mal ausprobieren, klingt gut.

          VIele Grüße

          Kommentar

          Lädt...
          X