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Verlustvortrag: Zweitstudium irrtümlich als Sonderausgaben?

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    Verlustvortrag: Zweitstudium irrtümlich als Sonderausgaben?

    Hallo zusammen,

    da bei mir dieses Jahr für die Steuererklärung der Verlustvortrag relevant werden könnte, habe ich einen Blick in meine alten Steuerbescheide vom Studium geworfen.

    Dabei ist mir aufgefallen, dass in jedem Studienjahr meine Berufsausbildungskosten als "unbeschränkt abziehbare Sonderausgaben" festgestellt wurden. Für die Bachelor-Jahre (Erststudium) ist das nach meinem Verständnis ja richtig so, solange das Bundesverfassungsgericht noch nicht abschließend geurteilt hat.

    Mich wundert es nun allerdings, dass auch für den Master (Zweitstudium) alle Berufsausbildungskosten als Sonderausgaben aufgeführt werden. Müssten das hier nicht Werbungskosten sein? Liegt das an falschen Eingaben bei meinen Steuererklärungen von damals oder hat das Finanzamt das falsch zugeordnet?
    Leider sind die betroffenen Steuererklärungen von 2014-2016, daher kann ich hier natürlich keinen Einspruch mehr einlegen (bei einem Monat Frist).

    Ich frage mich nun allerdings, ob dieser Fehler noch irgendwie korrigiert werden kann oder was passiert, wenn das Urteil vom BVerfG tatsächlich gesprochen werden sollte. Könnten mir in diesem Fall auch die Sonderausgaben vom Masterstudium als Verlustvortrag noch gutgeschrieben werden oder verfallen diese dann?

    Leider war mir diese falsche Zuordnung damals nicht aufgefallen, da ich die Steuerbescheide immer furchtbar kompliziert finde mit dem "Juristendeutsch". Mir war nicht bewusst, dass hier anscheinend ein Fehler gemacht wurde.

    Hat sonst jemand einen Tipp, wie ich mit dieser Situation richtig umgehen kann? Kann es Sinn machen, einen Steuerberater oder Rechtsanwalt hinzuzuziehen?

    VG
    finduline

    #2
    [QUOTE=finduline;n39563]Hallo zusammen,

    da bei mir dieses Jahr für die Steuererklärung der Verlustvortrag relevant werden könnte, habe ich einen Blick in meine alten Steuerbescheide vom Studium geworfen.
    Code:
    Wenn Du immer noch studierst, weil Du den Master oder das Zweitstudium an die Ausbildung das Erststudium anhängst, glaube ich eher nicht.
    Dabei ist mir aufgefallen, dass in jedem Studienjahr meine Berufsausbildungskosten als "unbeschränkt abziehbare Sonderausgaben" festgestellt wurden. Für die Bachelor-Jahre (Erststudium) ist das nach meinem Verständnis ja richtig so, solange das Bundesverfassungsgericht noch nicht abschließend geurteilt hat.

    Mich wundert es nun allerdings, dass auch für den Master (Zweitstudium) alle Berufsausbildungskosten als Sonderausgaben aufgeführt werden. Müssten das hier nicht Werbungskosten sein? Liegt das an falschen Eingaben bei meinen Steuererklärungen von damals oder hat das Finanzamt das falsch zugeordnet?
    Code:
    Warum soll der Master ein Zweitstudium sein? Mit dem Master wird das Eingangsstudium erweitert. Sinn wäre doch, dass der Masterstudiengang die Erstausbildung fortbildet, damit diese Ergänzungsausbildung als Fortbildungskosten bei den Werbungskosten abgesetzt werden kann. Dazu müsstest Du aber bereits ein Einkommen aus der Erstausbildung erzielt haben. Verlustvortrag wird in einer Konstellation bei direktem Anschluss eines Zweitstudiums oder Master immer schwierig sein. Selbst, wenn dennoch noch geringe Einkommen erzielt werden. Deshalb konnten früher ja Studenten nach dem Erststudium ihren Taxischein als Erstausbildung behaupten und damit die Studiengebühren als vorgezogene Werbungskosten absetzen. Und würdest Du tatsächlich ein echtes Zweitstudium begonnen haben, dann könnte dies als Ausbildung im nicht ausgeübten Beruf gewichtet werden und von daher schon nicht als Werbungskosten geltend gemacht werden können.
    Leider sind die betroffenen Steuererklärungen von 2014-2016, daher kann ich hier natürlich keinen Einspruch mehr einlegen (bei einem Monat Frist).
    Code:
    Sei froh:) Du bist da in bester Gesellschaft
    Ich frage mich nun allerdings, ob dieser Fehler noch irgendwie korrigiert werden kann oder was passiert, wenn das Urteil vom BVerfG tatsächlich gesprochen werden sollte. Könnten mir in diesem Fall auch die Sonderausgaben vom Masterstudium als Verlustvortrag noch gutgeschrieben werden oder verfallen diese dann?

    Leider war mir diese falsche Zuordnung damals nicht aufgefallen, da ich die Steuerbescheide immer furchtbar kompliziert finde mit dem "Juristendeutsch". Mir war nicht bewusst, dass hier anscheinend ein Fehler gemacht wurde.
    Code:
    Auch wenn Du die Aufwendungen an die richtige Stelle bei den Werbungskosten gesetzt hättest, würde der Sachbearbeiter des Finanzamtes diese Aufwendungen wieder den Sonderausgaben zugewidmet haben.
    Hat sonst jemand einen Tipp, wie ich mit dieser Situation richtig umgehen kann? Kann es Sinn machen, einen Steuerberater oder Rechtsanwalt hinzuzuziehen?
    Code:
    Ach, sicherlich gibt es jede Menge Tipps. Spätestens, wenn Du deine Promotion im Steuerrecht absolvierst, wirst Du wissen, wie man diese Ausbildungskosten als Werbungskosten deklarieren kann:) Die Verlage hier greifen dieses Thema doch erschöpfend auf. Mit den Verlagserzeugnissen liegst Du immer noch günstiger als bei einem Steuerberater oder gar einem Rechtsanwalt. Aber wenn Du dir diesen leisten willst. dann gleich. Denn die Streitwerte sind anfangs noch niedrig. Vielleicht lohnt es sich den Steuerfall ja einmal mit dem Programm durchzuspielen, damit man überhaupt weiß, um welchen tariflichen Wert es aus der Steuertabelle geht. Vielleicht reichen diese ja noch nicht einmal die Minimalkosten des Steueranwaltes zu decken.

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