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steuerliche Behandlung von Gutscheinen als Erstattung in der EÜR?

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    steuerliche Behandlung von Gutscheinen als Erstattung in der EÜR?

    Ich habe mal 'ne (vermutlich blöde) Frage, die in diesem Jahr vermutlich auch andere betreffend wird.

    für eine beruflich (freiberuflich, selbständig) gebuchte Bahnfahrt hatte ich schon Ende Januar Bahntickets für die 17. KW gebucht, den Ticketpreis in die Gewinnerfassung eingegeben.
    Die Veranstaltung in der KW 17 fiel dann aus Quarantänegründen aus, das Bahnticket wurde deshalb im März storniert, die Bahn erstattete allerdings den Ticketpreis nicht in € sondern als Gutschein, der jetzt bis März 2023 gültig ist.
    Mit dem Gutschein hab ich jetzt also kein Geld zurückerhalten, aber einen Geldwert in Höhe des Ticketpreises (abzgl Stornokosten) erhalten, der allerdings ausschließlich bei der Bahn etwas wert ist.

    Nun die Frage:
    Wie behandle ich nun Ticketkosten und Gutschein in meiner EÜR?
    Ticketkosten als Ausgabe und Gutschein ignorieren?
    Oder Ticketkosten als Ausgabe und Gutschein als Einnahme (für mich irgendwie nicht logisch)?
    Oder nur die Stornokosten als Ausgabe (das ist für mich aber auch nicht logisch)?

    #2
    Sie erfassen die Zahlung wie bereits geschehen unter Ausgaben > Öffentliche Verkehrsmittel und die Rückerstattung als Einnahmen mit dem entsprechenden Umsatzsteuersatz ("Rückerstattung DB-Fahrtkosten als Gutschein"). Es bleiben also die Stornokosten als Ausgabe.
    Ich selbst würde die Erstattung unter > Öffentliche Verkehrsmittel direkt unter dem ursprünglichen Vorgang mit einem Minuszeichen eintragen.Dies ist die am besten nachvollziehbare Regelung.

    Wenn Sie später den Gutschein geschäftlich einsetzen, wird der Gesamtbetrag für die Reise als Ausgabe erfasst, auch wenn Sie tatsächlich wegen des Einsatzes des Gutscheins weniger zahlen. Wenn Sie den Gutschein später privat einsetzen, ist der Vorgang für Ihre EÜR unerheblich.

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      #3
      Mmh, das ist für mich aber irgendwie nicht logisch. Wenn ich den Gutschein auf der Einnahmenseite verbuche, dann müsste ich ihn ja streng genommen auch später wieder irgendwo ausbuchen, wenn ich ihn privat benutze, denn der Geldwert ist ja dann weg. Auch wenn der Gutschein dann ggf. im März 2023 unbenutzt verfällt, müsste ich das dann ja als Ausgabe verbuchen.

      Ein Umsatzsteueranteil ist auf dem Gutschein im Übrigen gar nicht ausgewiesen.

      Nachdem ich mir in der Zwischenzeit einige Gedanken dazu gemacht habe, tendiere ich zu der Lösung, die Ticketkosten als Ausgabe stehen zu lassen, den Gutschein aber zu ignorieren - also so, wie ich das ja auch mit schon gekauften Briefmarken mache, die dann in der Schublade liegen und erst im Folgejahr gebraucht werden. Ich muß ja nur 'ne EÜR machen und keine Bilanzbuchhaltung.

      Sehe ich das falsch?
      Zuletzt geändert von stoamandl; 30.04.2020, 13:06.

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        #4
        Zitat von stoamandl Beitrag anzeigen
        Wenn ich den Gutschein auf der Einnahmenseite verbuche, dann müsste ich ihn ja streng genommen auch später wieder irgendwo ausbuchen..
        Sie haben den Ticketpreis doch schon bei der Bezahlung als Ausgabe verbucht. Vorerst bleibt lediglich die Umbuchungsgebühr als Ausgabensaldo.

        Ferner: Siehe # 2, Satz 2.

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          #5
          Zitat von Staufer Beitrag anzeigen

          Sie haben den Ticketpreis doch schon bei der Bezahlung als Ausgabe verbucht. Vorerst bleibt lediglich die Umbuchungsgebühr als Ausgabensaldo.

          Ferner: Siehe # 2, Satz 2.
          für mich klingt das trotzdem nicht logisch. Wenn ich, wie Sie schreiben, den Ticketpreis (echtes Geld) als Ausgabe verbuche und die Erstattung als Einnahme (Gutschein) und damit nur die Umbuchungsgebühr als Ausgabensaldo verbliebe, dann behandle ich ja den Gutschein wie echtes Geld und müsste konsequenterweise auch später im Falle eines privaten Gebrauchs den Abgang dieses "Geldes" irgendwo verbuchen?

          Ich darf ja auch nicht hergehen und Briefmarken aus der Firmenschublade einfach so privat verwenden.

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            #6
            mein Tipp: Ausgabe bleibt so gebucht wie sie war, denn das Geld ist weg - EÜR - und wenn irgendwann der Gutschein eingelöst werden sollte, werden die entspr. Differenzbeträge erfasst: Stornogebühren und Rest für nächste Reise!
            Das kann alles belegt werden und wenn der Gutschein verfallen sollte, war die ehemalige Ausgabe dennoch ein BA!

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              #7
              Zitat von stoamandl Beitrag anzeigen
              Ich darf ja auch nicht hergehen und Briefmarken aus der Firmenschublade einfach so privat verwenden.
              Doch, das dürfen Sie. Sie müssen es nur als Privatentnahme (Einnahme) verbuchen.

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                #8
                Zitat von stoamandl Beitrag anzeigen
                ... und müsste konsequenterweise auch später im Falle eines privaten Gebrauchs den Abgang dieses "Geldes" irgendwo verbuchen.
                Das müssen Sie nicht, wenn Sie den Gutschein auf der Einahmenseite gebucht haben. Sie können den Gutschein privat gebrauchen, wie Sie wollen ohne dass dies in der EÜR Einfluss auf Einnahmen oder Ausgaben hat.

                Sie können aber später bei einer neuen geschäftlichen Reise den vollen Reisepreis als Ausgaben ansetzen, obwohl Sie bei der Bezahlung Ihren Gutschein verwenden.

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                  #9
                  Vielen Dank für die Antworten.
                  Das was Staufer schreibt, ergibt meiner Ansicht nach eher Sinn für die den Fall einer Bilanzbuchhaltung bzw. doppelten Buchführung. Ich muß aber nur eine EÜR machen, bin zu doppelter Buchführung nicht verpflichtet, deshalb erscheint mir der Lösungsvorschlag von marga richtiger.

                  Denn streng genommen ist doch der Gutschein gar kein "Geldwert" (wie ich das anfangs dachte), sondern eine offene Forderung meinerseits gegen die Deutsche Bahn. Das Geld ist tatsächlich erstmal weg.
                  Und offene Forderungen sind bei mir noch nie in der EÜR aufgetaucht - erst wenn sie irgendwann doch beglichen wurden (also z.B. im Folgejahr).
                  Zuletzt geändert von stoamandl; 02.05.2020, 13:54.

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                    #10
                    Zitat von stoamandl Beitrag anzeigen
                    Denn streng genommen ist doch der Gutschein gar kein "Geldwert" (wie ich das anfangs dachte), sondern eine offene Forderung meinerseits gegen die Deutsche Bahn. Das Geld ist tatsächlich erstmal weg.
                    Und offene Forderungen sind bei mir noch nie in der EÜR aufgetaucht - erst wenn sie irgendwann doch beglichen wurden (also z.B. im Folgejahr).

                    Richtig! Der Gutschein ist zwar auch ein Schuldschein, nämlich für eine versprochene Leistung, hier eine Bahnfahrt etc. aber nicht in Form eines Versprechens einer Geldleistung. Bei einem Kaufvertrag gilt das Trennungs- und Abstraktionsprinzip. Ware/Dienstleistung gegen Geld. Angebot und Annahme. Die Bahn ist ihrer Schuldverpflichtung die Beförderung in der 17. Woche durchzuführen nicht nachgekommen. Ob schuldhaft oder nicht, mag dahingestellt sein. Sie hat dafür einen neuen Schuldschein für eine andere Beförderungsleistung dargeboten, ob angeboten oder berechtigt, sei ebenfalls dahingestellt. Der Schuldschein (Gutschein) befindet sich jetzt im Besitz des Käufers. Bei der Bahn entstand hierdurch eine Verbindlichkeit und beim Kunden eine Forderung jedoch auf keiner Seite mit einer Geldleistung. Eine Erstattung müsste nur verbucht werden, wenn der Geldbetrag auch wieder zurückgeflossen wäre. Das ist aber nicht der Fall. Allerdings wenn der Gutschein für eine nicht betriebliche/berufliche Fahrt verwendet wird, muss die Leistung als Privatentnahme deklariert werden. Daher kann auch eine Rückbuchung des Gutscheins sinnvoll sein und eine Erstattung verbucht werden, denn dann umgeht man bei einer evtl. privaten Fahrt die Umsatzsteuer auf seine eigene Privatentnahme. Wenn der Gutschein im Besitz des Unternehmers des Käufers bleibt und wieder für eine berufliche Fahrt verwendet wird, müsste nichts mehr verbucht werden. Im einfachsten Falle erhält man eine Leistung und es entstanden keine Kosten, wie ja auch beim Erwerb von Waren, die erst später veräußert werden. Es entsteht im Moment des Verkaufs der Umsatz und evtl. Gewinn. Aber man würde dann auch nicht erst die Ausgabe verbuchen. Das Geld war bereits ausgegeben. Und ist auch durch einen Gutschein nicht wieder hereingekommen. Allerdings müssen auch solche Geschäftsvorgänge aufgezeichnet werden, wenn man dazu verpflichtet ist.

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                      #11
                      Papa_001 Herzlichen Dank! Das bringt tatsächlich Erhellung :-)

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