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Freiwillige Abgabe -> Abgabepflicht /durch Zinsen vom FA

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    Freiwillige Abgabe -> Abgabepflicht /durch Zinsen vom FA

    Liebe Community,

    In den letzten Jahren habe ich die freiwillige Abgabe meiner Steuererklärung immer erst kurz vor knapp erledigt

    2013 -> 2014 Bescheid (ohne Zinsen)
    2014 -> 2018 Bescheid (+Zinsen)
    2015 -> 2019 Bescheid (+Zinsen)
    2016 -> 2020 Abgabe /2020+2021 Bescheid nach Einspruch (+Zinsen)
    2017 -> geplante abgabe dieses jahr
    Aufgrund von Erstattungen habe ich jeweils für obige Jahre wie angegeben Zinsen erhalten.

    Nun lese ich das ich diese nun als Kapitaleinkünfte versteuern muss und durch die Zinsen in die Pflicht gekommen bin eine Steuererklärung abzugeben.

    "Achtung: In dem Jahr, in dem Du die Steuerzinsen vom Finanzamt erhältst, bist Du zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet. Das heißt, Du kannst den Trick mit der späten Abgabe in diesem Jahr nicht mehr nutzen. Am 29. November 2019 verabschiedete der Bundesrat das Jahressteuergesetz 2019. Dieses schreibt nun explizit vor, dass Arbeitnehmer, die Kapitaleinkünfte ohne Steuerabzug erhalten haben, künftig immer eine Steuererklärung abgeben müssen (§ 32d Abs. 3 Satz 3 EStG), selbst wenn sie nur geringe Einkünfte haben. "

    https://www.finanztip.de/zinsen-auf-steuererstattungen/

    Für 2017 scheine ich ja dieses Jahr noch "entspannt" meine Steuererklärung abgeben zu können da ich in 2017 keinen Bescheid/Zinsen erhalten habe.
    Aber für 2018, 2019 - wenn ich die Abgabepflichten richtig deute - habe ich somit bereits die Abgabepflicht verpasst.

    1) Was bedeutet dies nun für die abgabe für 2018 +2019?
    2) Welche Möglichkeiten stehen mir vllt noch offen bzw welche Strafen würden ab wann greifen?
    3) Kann die erweitere Frist durch die Abgabe durch einen Steuerberater noch helfen?


    Vielen Dank vorab


    #2
    Die Ergänzung von § 32d Abs. 3 EStG ist am 18.12.2019 in Kraft getreten und ab diesem Tag auch anwendbar.

    Führen denn die Erstattungszinsen tatsächlich zu einer Nachversteuerung ? Das ist ja nur dann der Fall, wenn der Sparer-Pauschbetrag durch andere

    Kapitaleinkünfte entsprechend ausgeschöpft wurde. Ich würde in diesem Fall die Erklärungen für 2018 und 2019 schnellstmöglich einreichen.

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      #3
      Falls Sie überhaupt den Sparerpauschbetrag ausgeschöpft haben, könnten Sie zukünftig so viele Steuerfälle der Jahre (ein oder zwei, über drei können Sie ja nicht zählen, ab dem vierten Jahr gibt es gar nichts mehr.) sammeln, wie Sie den Sparerfreibetrag nutzen können. In dem Jahr der Abgabe gibt es dann nichts, da erhalten Sie die Zinsen. Und das übernächste Jahr warten Sie eigentlich wieder ab. Soviel geht da letztendlich auch nicht verloren, wie es die Redaktion des Herrn Tenhagen beschwört. Aber es ist schon so, wie @Charlie beschreibt, eine Rolle spielt das nur, wenn der Sparerpauschbetrag ausgeschöpft sei. Man sollte immer auch die Verhältnisse zueinander abwägen, was in so manchen Redaktionen beschrieben wird. Man stelle sich das einmal vor, so viele Zinsen mit Steuerrückerstattungen zu erhalten, wo man aus dem Sparerpauschbetrag fällt. Dieses Jahressteuergesetz wurde auch bestimmt nicht dafür verabschiedet, dass Steuersparer wegen ihrer Steuererstattungen keine Zinsen mehr erhalten sollen. Aber sie fallen halt mit in diese Regelung hinein.

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        #4
        Vielen Dank für eure Antworten.
        Die Zinsen übersteigen in der Tat den Pauschbetrag, da es die allgemeinen Erstattungen aus doppelten Wohnsitz zustanden kamen wodurch sich einiges angesammelt hat. Da dieser aber weiterhin besteht kommt es zwar aus den Zinsen/Kapitaleinkünfte zu einer Nachbesteuerung - insgesamt wegen des doppelten Wohnsitz aber weiterhin nicht zu einer Nachbesteuerung.
        Sprich 3.000 EUR Rückerstattung doppelter Wohnsitz. Zinsen 1.000 EUR

        wenn ich den pauschbetrag dagegen rechne bleibt natürlich keine große Nachbesteuerung mehr übrig allerdings hatte mich eben die allgemeine Pflicht der Einreichung der Steuererklärung nervös gemacht wodurch ich bereits sehr stark im Verzug bin/wäre

        Daher die Frage, wenn ich weiterhin eine insgesamte Rückerstattung erwarte - habe ich dann einfach nur durch die "Pflicht der Abgabe" ein "Problem" auf mich zukommen wenn ich nicht schnell agiere?
        vielen Dank euch

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          #5
          Mit der Höhe der Steuererstattung haben Verspätungszuschläge nichts zu tun, Maßstab ist die festgesetzte Einkommensteuer.

          Da die Frage nichts mit der Programmbedienung zu tun hat, musst du dich selbst mit den Einzelheiten der geänderten Rechtslage befassen:

          https://www.finanztip.de/verspaetungszuschlag/

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            #6
            Hallo Charlie24,

            so wie ich ich den Gesetztestext verstehe, haengt die termingerechte Abgabepflicht der Einkommensteuererklaerung für das Jahr, in dem die Erstattungszinsen vom Finanzamt dem Steuerpflichtigen zugeflossen sind, nicht davon ab, ob diese Erstattungszinsen tatsaechlich zu einer Steuernachzahlung fuehren.
            Ein Verspaetungszuschlag kann nach der derzeitigen Gesetzeslage auch dann gefordert werden, wenn es (durch die Erstattungszinsen vom Finanzamt) zu keiner Einkommensteuernachzahlung kommt.

            Verspaetungszuschlag Kann - Muss - Ausnahmen gut erklaert z.B. in
            h t t p s://www.haufe.de/steuern/finanzverwaltung/aktuelle-regelungen-zum-verspaetungszuschlag-im-ueberblick_164_518702.html
            (Absichtlich kein funktionsfaehiger Link, damit jeder selbst verantwortlich ist, wenn er die Leerzeichen bei h t t p s loescht und diesen Link verwendet.)


            Bei den EBZ Negativ-Zinsen (solange diese EU besteht) werden Erstattungszinsen vom Finanzamt unter Beruecksichtigung des derzeitigen Sparerfreibetrages beim Normalbuerger selten zu einer Einkommensteuernachzahlung führen.


            Zur Erinnerung:
            Der Sparerfreibetrag war mal 6.000 DM + 100 DM Werbungskostenpauschale je Person. Hoehere Werbungskosten fuer Kapitalertraege konnten nachgewiesen werden.

            Damit keine Diskussion ueber die steuerliche Anerkennung von Negativzinsen entstehen, sollen die Kreditinstitute statt Negativzinsen das Wort Geldaufbewahrungsgebuehr o. ae. benutzen.

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