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Bewerbungskostenpauschale - Fehler oder neueres Urteil ?

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    Bewerbungskostenpauschale - Fehler oder neueres Urteil ?

    Hallo zusammen,

    ich beschäftige mich mit dem Ansatz von Bewerbungskosten in der Steuererklärung. Dabei entspricht die Angabe in der Eingabehilfe nicht den durch das Urteil angesetzten Pauschalen. Gemäß den Angaben in der Eingabehilfe des Programms heißt es in Version 21.33:

    Geben Sie an, welche Material- und Portokosten Ihnen für Ihre Bewerbungen entstanden sind.
    Dazu gehören z.B. Aufwendungen für Passfotos, Fotokopien, Schnellhefter, Klarsichthüllen, Briefpapier und -umschläge, Porto oder für amtliche Beglaubigungen.

    Kosten, die Ihnen durch die Bewerbung für einen neuen Arbeitsplatz entstehen, können Sie unabhängig davon, ob Sie mit der Bewerbung Erfolg hatten, als Werbungskosten geltend machen.

    Sie haben keine entsprechenden Belege...
    Wenn Sie Ihre Bewerbungskosten im Einzelnen nicht durch entsprechende Belege nachweisen können, sollten Sie diese schätzen. Für Bewerbungen mit einer Mappe können Sie pauschal 8,50 Euro und für Bewerbungen ohne Mappe (z.B. Initiativbewerbungen) 2,50 Euro ohne Nachweis ansetzen (FG Köln vom 7.7.2004, 7 K 932/03). Die Anzahl der verschickten Bewerbungen weisen Sie mit Kopien Ihrer Bewerbungsschreiben oder den Ausdrucken Ihrer E-Mail-Bewerbungen sowie den Antworten der angeschriebenen Unternehmen oder Behörden nach.
    In der Urteilsbegründung des FG Köln, auf welches an dieser Stelle verwiesen wird, heißt es jedoch in Zeile 234 des öffentlich auf https://openjur.de/u/102429.html einsehbaren Urteils:

    Mangels Nachweisbarkeit der vom Kläger getragenen Kosten für die Bewerbungen schätzt der Senat die Kosten für eine Bewerbung mit Mappe mit 17 DM, die Kosten für eine Bewerbung ohne Mappe (email-, Kurz- und Initiativbewerbung) mit 5 DM.
    Bei Berücksichtigung des amtlichen Wechselkurses gemäß den Angaben der Bundesbank von 1 Euro = 1,95583 DM ergeben sich damit pauschal anzusetzende Kosten für

    eine Bewerbung mit Mappe 17 DM = 8,691 €
    eine Bewerbung ohne Mappe 5 DM = 2,556 €

    Die sich daraus ermittelten Differenzen von 0,20 € (mit Mappe) bzw. 0,05 € (ohne Mappe) sind nicht besonders groß, summieren sich aber bei einer Reihe von Bewerbungen auf. Es würde mich daher sehr freuen, wenn hier andere ihre Erfahrungen oder auch die akademische Arbeitsgemeinschaft hierzu Stellung nehmen könnte.

    Grüße vom Steuerdepp

    #2
    Sie dürften auch mit pauschal 8,70 Euro für eine Bewerbung mit Mappe und 2,55 Euro für eine Bewerbung ohne Mappe erfolgreich sein. Der eine rundet auf der Basis des Urteils die Wechselergebnisse auf, der andere ab.

    Viel wichtiger ist, eine Liste der Bewerbungen beizulegen, ebenso Eingangsbestätigungen, Einladungen zu Vorstellungsgesprächen, Zusagen, Absagen etc., auch die per E-Mail (im Ausdruck) einzureichen. Es kommt darauf an, die Werbungskosten auch glaubhaft zu machen.

    Wenn man keine konkret nachweisbaren Kosten vorlegt und auf Pauschalen abstellt, ist es immer besser, nicht zu überziehen. Wenn Sie an der einen Stelle vielleicht auf ein paar Cent verzichten, ist das FA an der anderen Stelle womöglich etwas großzügiger. Insofern haben die Empfehlungen in der SSE sicherlich auch taktische Momente, aus der eine gewisse Erfahrung spricht.
    Zuletzt geändert von Staufer; 08.04.2016, 10:44.

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