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Ehegattensplitting in der Steuererklärung

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    Ehegattensplitting in der Steuererklärung

    Hallo zusammen,

    ich bin ein Einsteiger was Steuererklärungen angeht, und habe das Programm erworben um mich mit dem roten Faden mal durchzukämpfen. Ich hänge jetzt seit längerem an folgendem Punkt fest:

    - Meine Frau und ich sind beide Angestellte, und seit letztem Jahr September verheiratet
    - Nach der Hochzeit sind wir automatisch beide auf Steuerklasse 4 gewechselt
    - Da unser Einkommen sehr unterschiedlich hoch ist (30%/70%) sollte ein Splitting über die Klassen 3 und 5 sich deutlich lohnen
    - Recherche im Netz sagt eindeutig, das es kein Problem ist, wenn man 3 und 5 nicht sofort gewählt hat, weil man es über die Steuererklärung dann zurück bekommt.

    Jetzt finde ich aber im Programm nirgendwo eine Auswahlmöglichkeit, dies auch anzugeben in der Steuererklärung für 2015. Die vom Programm berechnete Rückerstattung ist dann auch so gering, dass ich davon ausgehe, irgendetwas wichtiges zu übersehen.

    Danke für einen Tipp!

    #2
    Mit der Steuerklassewahl kann man nur die Vorauszahlungen beeinflussen. Auf die endgültige Steuerschuld hat das kein Einfluss. 3/5 nehmen Eheleute, wenn ein Ehegatte mehr wie 60% vom Gesamteinkommen einbringt. 4/4 nehmen Eheleute wenn sie gleich viel verdienen. Die einen zahlen zu wenig und müssen nachzahlen, die anderen zahlen zuviel und bekommen eine Erstattung.
    Zuletzt geändert von Adi; 12.03.2016, 15:49.

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      #3
      Eine Angabe zur Steuerklasse können Sie in der SSE nur unter Nichtselbstständige Einnahmen bei der Lohnsteuerbescheinigung erfassen.
      Die Angabe entnehmen Sie dieser Bescheinigung.

      Wenn Sie die Steuerklasse nach der Eingabe aller Daten probehalber ändern, werden Sie feststellen, dass sich das Ergebnis Steuer nicht ändert (siehe Adi).

      Haben Sie die Erklärung per Prüfer optimiert? Zusammenveranlagung? Oder einzeln?
      Zuletzt geändert von Staufer; 12.03.2016, 17:28.

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        #4
        Hallo,

        vielen Dank für die schnellen Antworten.

        Genau, soweit auch mein verständnis, dass die Steuerklassenwahl - wenn wir sie nun beim Finanzamt beantragen, ab dann zählt und die Vorauszahlungen verändert.
        Nach dem genannten Kriterium sollte bei uns 3/5 vorteilhaft sein. Richtig, Änderungen am Wert bei der Erfassung der Daten der Lohnsteuerbescheinigung haben keinerlei Effekt gehabt.

        Zu der Frage, ja es ist als Zusammenveranlagung eingestellt und am Ende wurde der Prüfer (Optimierung) gestartet, mit dem Ergebnis:
        "Ihre Steuererklärung ist im optimalen Zustand. Es braucht nichts geändert zu werden."

        Was ich nun leider immer noch nicht wirklich verstehe, wir beide haben ja 2015 in den Steuerklassen 1 (später 4) Lohnsteuer gezahlt.
        Soweit ich es online recherchieren konnte, kann man das (in diesem Fall) vorteilhafte 3/5 aber auch für das Kalenderjahr der Heirat per Steuererklärung geltend machen.
        Wenn ich das jetzt aber nirgendwo für meine Steuererklärung 2015 eintragen kann, wie funktioniert das dann?
        Denn wenn ich jetzt zum Finanzamt gehe und die Steuerklassen ändere, gilt das ja nicht für 2015. (oder doch - habe ich nur was falsch verstanden)

        In der SSE habe ich jetzt mal mit dem "Lohnsteuer-Ermäßigungsrechner" gearbeitet, und da sieht man Beispielrechnungen für 3/5 - 5/3 - 4/4 und es macht wirklich einen signifikanten Unterschied. Ich zögere daher jetzt beim Absenden der Steuererklärung über SSE weil ich keinen schwerwiegenden Fehler machen möchte.

        Denn wie Adi sagt - ich denke wir fallen für 2015 in die Kategorie "zuviel gezahlt und Erstattung" - nur ist mir nicht klar wie ich zu dieser Erstattung komme über die SSE.

        freundliche Grüße
        khali

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          #5
          Gehe Sie auf die Alternative Zusammen- und dann Einzelveranlagung.

          In Ergebnis > Steuerberechnung erhalten Sie dann jeweils die entsprechenden Ergebnisse in der entsprechenden Fallvariante. Jetzt sehen Sie den Unterschied zwischen den beiden Veranlagungen.

          Vor Absenden die optimale Entscheidung festlegen.
          Zuletzt geändert von Staufer; 12.03.2016, 21:13.

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            #6
            Sie können überhaupt nichts falsch machen. Tragen sie ihre Lohnsteuerbescheinigungen 1:1 in die SSE bei nichtselbständiger Arbeit ein.
            Unten rechts erscheint eine Zahl. Rote Zahlen stehen für Nachzahlung, blaue Zahlen für eine Erstatttrung. Oder wie Staufer schrieb, unter "Ergebnis" können sie die Berechnung, ähnlich wie der amtliche Bescheid, sich anschauen. Gruß

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              #7
              Zitat von khali Beitrag anzeigen
              Was ich nun leider immer noch nicht wirklich verstehe, wir beide haben ja 2015 in den Steuerklassen 1 (später 4) Lohnsteuer gezahlt.
              Soweit ich es online recherchieren konnte, kann man das (in diesem Fall) vorteilhafte 3/5 aber auch für das Kalenderjahr der Heirat per Steuererklärung geltend machen.
              Ich vermute, Sie haben da etwas missverstanden. Die Wahl der Steuerklasse spielt für die letztendlich zu zahlende Steuer keine Rolle. Sie wirkt sich nur auf die im Laufe des Jahres einbehaltene Lohnsteuer aus. Bei 3/5 wird unter Umständen weniger einbehalten. Eventuell auch weniger als tatsächlich zu zahlen ist. Deshalb kann es bei dieser Wahl im Rahmen der Steuererklärung zu erheblichen Nachzahlungen kommen. Darum sind die Eheleute bei dieser Wahl verpflichtet eine Steuererklärung abzugegen, auch wenn die anderen Kriterien für diese Verpflichtung nicht erfüllt sein sollten.

              Vom Bundesfinanzministerium gibt es ein Merkblatt zur Steuerklassenwahl:

              http://www.bundesfinanzministerium.d...cationFile&v=1

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                #8
                @ khali

                Sie können Ihre Steuerschuld jedoch in soweit begrenzt beeinflussen, ob Sie am Jahresende eine Zusammenveranlagung oder eine Einzelveranlagung der beiden Ehepartner wählen.

                Testen Sie gemäß meinem Vorschlag von gestern 21.11 Uhr. So können Sie die Ergebnisse gegenüberstellen. Sie können die für Sie günstigere Variante frei wählen.

                In beiden Varianten ist es unerheblich, in welcher Steuerklasse der jeweilige Partner war. Siehe Beate Jung. Es wird immer die gemeinsame oder individuelle Steuerschuld der tatsächlichen Vorauszahlung gegenübergestellt.
                Zuletzt geändert von Staufer; 13.03.2016, 10:24.

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                  #9
                  Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

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                  Es gibt auch Hilfen im Programm.
                  Mit freundlichen Grüßen aus Mannheim
                  Martin Jung

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                    #10
                    Hallo zusammen,

                    vielen Dank für die Antworten, das hilft mir auf jeden Fall ein Stück weiter!
                    Ich habe sowohl die getrennte als auch die Einzelveranlagung gestestet, und ja da ist ein deutlicher Unterschied.

                    Ich denke meine falsche Annahme war das sich 3/5 in jedem Fall für Verheiratete Paare lohnen sollte wenn eine 60/40 Verteilung vorliegt - aber Beate Jung hat vermutlich den Nagel auf den Kopf getroffen - 3/5 kann ebenso zu Nachzahlungen führen.

                    Im Programm Lohnsteuer-Ermäßigung habe ich die Zahlen testweise eingegeben, und da ist 3/5 ca. 3000€ niedriger als 4/4. Da wir 2015 beide mit 4/4 versteuert haben, war meine Annahme jetzt über die Steuererklärung eben diese 3000€ zurückzubekommen.

                    Das scheint nicht der Fall zu sein, da beide Veranlagungsarten in meiner SSE zu einer Nachzahlung führen. Dann bleibt mir nur die Frage, warum die verbreitete Meinung ist, das Ehegattensplitting einen deutlichen steuerlichen Vorteil für verheiratete Paare mit sich bringt. In unserem Fall stimmt das entweder einfach nicht - oder ich habe doch etwas wichtiges übersehen.

                    danke & Grüße,
                    Khali
                    Zuletzt geändert von khali; 13.03.2016, 22:09.

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                      #11
                      Das sind die berühmten Halbwahrheiten die kursieren. Der größte Splittungvorteil entsteht, wenn nur ein Ehepartner Arbeitslohn bezieht. Verdienen sie gleich viel, bei Steuerklasse 4/4, geht dier Splittingeffekt auf null zurück. Fest steht, egal für welche Steuerklassen man sich entscheidet, man zahlt im Endeffekt nicht einen einzigen Euro weniger Einkommensteuer.

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                        #12
                        Ok, da war ich tatsächlich auf dem Holzweg. Ich war der Annahme, der Vorteil des Splitting ist eine für Paare tatsächlich gemilderte Steuerschuld. Nach den Informationen hier, kann man durch Splitting lediglich im laufenden Jahr mehr netto einbehalten, muss am Ende aber dennoch entsprechend nachzahlen über die Steuererklärung.

                        Wenn wir jetzt also über andere absetzbare Elemente in der Steuererklärung nicht auf eine Rückzahlung kommen, kann ich das Projekt ja gleich wieder einstellen. hmm. Aber dann zumindest etwas gelernt. danke für die Informationen hier!
                        khali

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                          #13
                          Hallo khali,

                          grundsätzlich möchte ich das, was Adi und Staufer geschrieben haben unterstreichen. Zur Steuerklassenwahl und dem Ehegattensplitting gibt es leider sehr viel Unwissenheit ...

                          Aber, im ersten Post hast Du geschrieben:
                          Zitat von khali Beitrag anzeigen
                          - Nach der Hochzeit sind wir automatisch beide auf Steuerklasse 4 gewechselt
                          - Da unser Einkommen sehr unterschiedlich hoch ist (30%/70%) ...
                          Sollten diese Zahlen richtig sein, ist bei einer Steuerklassenwahl 3/5 (ist ohnehin immer nur für die Zukunft möglich) eine Nachzahlung im Rahmen der Steuererklärung durchaus möglich. In diesem Fall (Steuerklassenwahl 3/5) muss man übrigens eine Steuererklärung abgeben.

                          Habt Ihr tatsächlich solch ein unterschiedliches Einkommen und hattet Ihr das ganze Jahr in Lohnsteuerabzüge nach den Klassen 1 bzw. 4, dann ist im Rahmen der Steuererklärung eine Erstattung sehr wahrscheinlich. Solltest Du also mit dem einzustellenden "Projekt" die Abgabe der Steuererklärung meinen, kann ich davon nur abraten.

                          Mit Hilfe der SSE kannst du doch ermitteln, wieviel erstattet wird. Einfach den roten Faden und die Eingabehilfen nutzen und alles, was abgefragt wird, eingeben!

                          Viele Grüße
                          Rautka

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                            #14
                            Zitat von khali Beitrag anzeigen
                            Ich war der Annahme, der Vorteil des Splitting ist eine für Paare tatsächlich gemilderte Steuerschuld. Nach den Informationen hier, kann man durch Splitting lediglich im laufenden Jahr mehr netto einbehalten, muss am Ende aber dennoch entsprechend nachzahlen über die Steuererklärung.
                            Beim Splitting wird - vereinfacht ausgedrückt - unterstellt, dass beide Partner ein gleich hohes Einkommen haben. Das gesamte Einkommen wird durch 2 geteilt und die Steuer dann verdoppelt. Ist das Einkommen beider Partner tatsächlich gleich hoch, ergibt sich durch das Splitting kein Steuervorteil. Je weiter die Einkommen auseinander liegen um so höher ist die Steuerersparnis durch das Splitting.

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                              #15
                              das kann nicht sein: bei 4/4 kommt in der Regel bei Arbeitnehmers keine Nachzahlung raus - Ausnahme: Lohnersatzleistungen - da kann es sich nur um Eingabefehler Ihrerseits handeln - z.B. bei den Vorsorgeaufwendungen!EM.

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