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Veranlagungsoptimierung bei Verlustvortrag

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    Veranlagungsoptimierung bei Verlustvortrag

    Hallo zusammen,
    mich verunsichert die Optimierungsfunktion für die gemeinsame Veranlagung.

    Situation:
    Meine Frau und ich habe letztes Jahr geheiratet.
    Sie studierte 2020, hatte keine Einkünfte und hat seit 3 Jahren Vorluste vorgetragen (12k€).
    Ich habe letztes Jahr 28k€ bekommen.

    Laut Software sind wir bereits durch das Splitting und die Werbekosten unterhalb des Grundfreibetrags und die Steuerrückzahlung sollten meinem vollem Soli+Lohnsteuer 2020 entsprechen. Der Verlustvortrag meiner Frau würde entsprechend verpuffen, da wir damit nur noch weiter unterhalb des Grundfreibetrages rutschen ohne negativ zu werden.

    Was das Programm nicht ahnen kann: 2021 hat sich unser Einkommen mehr als verdoppelt. Entsprechend kommen wir bei gemeinsamer Veranlagung nicht mehr unter den Grundfreibetrag. Nach meinem Verständnis wäre es 2021 erst sinnvoll, den Verlustvortrag meiner Frau auf die gemeinsamen Einkünfte zu verrechnen.

    Wir nutzen die Software von steuertipps schon generationenübergreifend in der Familie und meist war das Programm cleverer als wir. Deshalb wundert mich, dass es auf diesen Fall keinen Hinweis gibt, da sich mir unsere Konstellation nicht als allzu besonders darstellt.

    Zusammengefasste Frage: Kann man durch getrennte Veranlagung den Verlust eines Ehepartners weiter vortragen, während der andere Partner ein positives Einkommen erzielt. Bzw. habe ich bei meiner Betrachtung irgendetwas übersehen?

    Vielen Dank für eure Hilfe.
    Nikolai


    #2
    Zusammengefasste Frage: Kann man durch getrennte Veranlagung den Verlust eines Ehepartners weiter vortragen,
    Anders als über die Einzelveranlagung für 2020 wird das rechtlich nicht gehen. Ob es sich insgesamt rechnet, musst du selbst herausfinden.

    Kommentar


      #3
      Okay. Dann scheine ich den Sachverhalt und die Ausgaben der Software korrekt gedeutet zu haben. Vielen Dank!

      Kommentar


        #4
        Hallo Niekko,

        hat deine Neu-Ehefrau einen
        „Bescheid über die gesonderte Feststellung des verbleibenden Verlustvortrags zur Einkommensteuer zum 31.12.2019“,

        auf dem steht
        „Feststellung:
        Der verbleibende Verlustvortrag wird nach § 10 d Abs. 4 EStG festgestellt auf € 12.000“ ?



        Ich unterstelle, dass du mit „Ich habe letztes Jahr 28k€ bekommen“
        28 Tausend Euro steuerpflichtigen Arbeitslohn meinst.


        Info:
        ====
        Der steuerliche Verlustruecktrag kann betragsmäßig beschraenkt werden, auch auf NULL.

        Aber der steuerliche Verlustvortrag kann NICHT betragsmaeßig beschränkt werden!

        Der Verlustvortrag wird u.a. auch mit dem Grundfreibetrag verrechnet.
        Das hat bei „nicht hohem“ zu versteuernden Einkommen zur Folge,
        dass der Verlustvortrag im Grundfreibetrag wirkungslos verpufft.




        Situation:
        Meine Frau und ich habe letztes Jahr geheiratet. Sie studierte 2020 und hatte keine Einkuenfte.



        Zum Beispielfall:
        ----------------------
        Bei Einzelveranlagung der Neu-Ehefrau im Steuerjahr 2020
        mit NULL Euro zu versteuerndem Einkommen
        bleibt der bisherige Verlustvortrag (zum 31.12.2019) erhalten.

        Allerdings kommt der Neu-Ehemann für 2020
        dann nicht in den Genuss des Splittingvorteils.

        Wenn der Neu-Ehemann auch bei Einzelveranlagung für 2020
        Null Euro Einkommensteuer zahlen muss,
        ist das kein Verlust.



        Bei gemeinsamer Veranlagung im Steuerjahr 2020
        und nur 28k€ steuerpflichtigen Arbeitslohn vom Ehemann
        wird der Verlustvortrag (zum 31.12.2019) von der Neu-Ehefrau
        um den restlichen Grundfreibetrag von Mann + Frau reduziert.


        ================================

        Nur durch Berechnungen für das Steuerjahr 2021
        und gegebenenfalls weitere
        Steuerjahre
        kann der Fragesteller herausfinden,
        ob sich das „Aufschieben“
        der gemeinsamen Einkommensteuerveranlagung
        in der Summe finanziell lohnt.


        Für jedes Steuerjahr
        ,
        in dem der Verlustvortrag der Ehefrau
        nicht im Grundfreibetrag von Mann + Frau verschwinden soll,
        muessen beide Ehegatten Einzelveranlagung
        beantragen.
        Zuletzt geändert von WMenzel; 17.09.2021, 11:57.

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