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    Vorsorgeaufwendungen bei Beamten

    Ich prüfe gerade die EKSt-Erklärung 2020 für meine Tochter:
    Beamtin (mit Beihilfe), 2 Kinder (6 und 9 Jahre), alleinerziehend.

    Die abgezogenen Vorsorgeaufwendungen weichen von einender ab (im Bescheid gegenüber SSE: Differenz: 584€). Abruf Bescheiddaten beim FA nicht möglich; manuell erfasst).
    Soweit ich verstanden habe, sind bei Beamten (wegen Beihilfe) die absetzbaren Krankenkassen-Beiträge auf 1900€ beschränkt.
    Im Steuerbescheid fehlen die Krankenkassen-Beiträge für die Kinder und andere Versicherungen (Unfall, Haftpflicht etc). Fallen diese auch alle unter den Tisch? Das würde die Differenz zwischen Steuererklärung und Steuerbescheid erklären.

    Oder habe ich etwas falsch eingetragen? Oder falsch verstanden?

    #2
    Richtig ist, dass wegen des Beihilfeanspruchs fr die weiteren Vorsorgeaufwendungen der Hchstbetrag von 1.900,00 € mageblich ist.

    Die fr die Kinder gezahlten Beitrge zu einer beihilfekonformen Restkostenversicherung muss man natrlich erfassen. Der Basisbeitrag

    wirkt sich steuerlich aus. Darber hinausgehende Beitraganteile fr Wahlleistungen sowie fr Unfall- und Haftpflichtversicherungen fallen dem

    Hchstbetrag zum Opfer und erscheinen deshalb auch nicht im Steuerbescheid. Was du falsch oder nicht eingetragen hast, musst du selbst

    herausfinden.

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      #3
      Danke für die schnelle und kompetente Antwort.

      Ich muss noch mal nachfragen. Die SSE für 2020 hatte (wie in den Vorjahren) die Basisleistungen für meine Tochter und die Kinder addiert und ohne Deckelung berücksichtigt. Ich hatte die Basis-Beiträge für die Kinder richtig erfasst und sie wurden auch in der SSE-Hochrechnung berücksichtigt. Das Finanzamt hat aber die Gesamtsumme auf 1.900 gedeckelt. Ist das richtig? Sollte ich Einspruch erheben?

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        #4
        Das Finanzamt hat aber die Gesamtsumme auf 1.900 gedeckelt. Ist das richtig? Sollte ich Einspruch erheben?
        Das wre dann falsch, wenn die Basisbeitrge der Tochter fr die PKV und die gesetzliche Pflegeversicherung zusammen mit den Basisbeitrgen

        zur KV fr die 2 Kinder ber 1.900,00 € liegen wrden. Dann mssten die hheren Beitrge fr KV (Basis) und PV steuerlich bercksichtigt

        werden, gleich wie hoch die sind. Liegen diese Beitrge zusammen aber unter 1.900,00 €, kommt der Hchstbetrag zur Anwendung.

        Eine Abweichung von 584,00 € lsst sich allein mit einem Eingabefehler zu den Hchstbetrgen (2.800,00 statt richtig 1.900,00 €) jedenfalls

        nicht schlssig erklren, da muss es weitere Abweichungen geben. Da hilft es nur, die Werte im Bescheid einzeln mit den Werten in der

        Steuerberechnung der SSE zu vergleichen.

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          #5
          Die Krankenkassenbeitrge (davon nur die Basiskrankenversicherung) und die Beitrge zur gesetzlichen Pflegeversicherung schpfen den Hchstbetrag fr sonstige Vorsorgeaufwendungen aus; ein darberhinausgehender Abzug der weiteren sonstigen Vorsorgeaufwendungen ist daher nicht mglich. Sie knnen dann also z. B. keine Haftpflichtversicherungen etc. mehr geltend machen, wenn Sie mit den Basiskranken- und gesetzlichen Pflegeversicherungsbeitrgen ber 1.900,00 € kommen. Darunter zu bleiben ist eigentlich nicht mehr mglich. Das Finanzamt setzt die Beitrge an, die Versicherungsunternehmen und die Trger der gesetzlichen Pflegeversicherung (in dem Fall normalerweise auch die Krankenkasse; mit einigen Abweichungen) an die Finanzverwaltung bermittelt. Im Einkommensteuerbescheid wird das auch so sinngem erlutert. Diese Bestimmung finden Sie in der „Neuregelung durch das Brgerentlastungsgesetz Krankenversicherung vom 16.7.2009, Bundesgesetzblatt Teil I S. 1959“. Seit dieser Zeit habe ich keinen einzigen Fall mehr gesehen, wo einer noch Haftpflichtversicherungen (auer bei Werbungskosten) ansetzen konnte. Das Versicherungsunternehmen stellt Ihnen (im anderen Fall zwei getrennte) darber eine Bescheinigung aus. In dieser Bescheinigung ersehen Sie auch, ob und wie die Beitrge fr die Mitversicherung von Angehrigen (der Kinder) entrichtet worden sind. Denn einige Versicherungen bilden Kohorten fr diese Beitrge, sodass erst gar keine Versicherungsbeitrge fr die mitversicherten Angehrigen mehr ausgewiesen werden. Sind die Krankenkassenbeitrge fr die Kinder denn Basisbeitrge fr die Krankenversicherung, die ihre Tochter aufwendet? Sie reklamieren ja, dass auch noch die Unfall-, und Haftpflichtbeitrge fehlen. Wenn ihre Tochter alleinerziehend ist, so ist es nicht selten, dass die Kinder beim Barunterhaltszahler versichert sind und ihre Tochter diese Beitrge gar nicht mehr absetzen kann. Man kann hier eigentlich nichts mehr falsch machen. Denn eigene separat ausgewiesene Basis- oder gesetzliche Krankenversicherungsbeitrge fr die Kinder kann es nur geben, wenn die Kinder aus der Mitversicherung (Familienversicherung) herausfallen, wenn z. B. eine Ausbildung oder ein Studium begonnen wird. Das drfte in ihrem Fall (6 und 9 Jahre) wohl nicht zutreffen. Ich kann mir gut vorstellen, dass ihre Tochter weitere Wahl- und Zusatzleistungen bei einer weiteren privaten Krankenversicherung fr sich und ihre Kinder abgeschlossen hat und diese Beitrge zusammen mit den Beitrgen fr die Unfall- und Haftpflichtversicherungen keine Bercksichtigung mehr finden. Wenn Sie alles richtig eingetragen haben, so erscheinen die Basiskranken- und Pflegeversicherungsbeitrge im Bereich -Auergewhnliche Belastungen-/-Unterhalt fr bedrftige Personen- bei der Ermittlung des Nettoeinkommens „:/. Bestimmte Versicherungsbeitrge“. Sie knnen diesen Bereich ja einfach einmal probehalber aktivieren. Weitere Eingaben brauchen Sie dort nicht zu machen.

          Aber die Frage stellt sich halt, welche Bescheinigungen haben Sie wie und wo erfasst, wenn Sie, wie in den Vorjahren immer alles richtig eingetragen haben, warum ist Ihnen denn dann nicht aufgefallen, dass damals schon die aufgefhrten Unfall- und Haftpflichtbeitrge etc. nicht bercksichtigt worden sind?

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            #6
            Zu dem umfangreichen Beitrag von Papa_001 ist klarzustellen, dass es bei der PKV keine Familienversicherung fr Kinder gibt. Falls die Kinder

            bei der Mutter versichert sind, fallen auch KV-Beitrge fr sie an. Die Aktivierung des Bereichs Auergewhnliche Belastungen ist im vorliegenden Fall

            gnzlich berflssig, was soll das denn bei Kindern mit Kindergeldanspruch bringen ?

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              #7
              Ich hatte nicht behauptet, dass es bei einer privaten Krankenversicherung eine Familienversicherung gbe. Entweder Mitversicherung von Angehrigen in der privaten Krankenversicherung oder Familienversicherung in der gesetzlichen Krankenversicherung. Vielleicht htte der Klammereintrag von mir anders formuliert werden sollen. Bisher wurde darber nichts genaues erlutert. Wir wissen immer noch nicht, wie die Kinder tatschlich krankenversichert sind.
              Die Aktivierung der Auergewhnlichen Belastung, gerade in diesem Fall kann aber helfen, die Basisbeitrge von den weiteren Versicherungen unterscheiden und kontrollieren zu knnen, ob die Beitrge richtig erfasst sind. Selbstverstndlich hat das nichts mit Kindern bei Kindergeldanspruch zu tun. Dieser Bereich kann aber probehalber dafr zweckentfremdet werden anstelle langer Sucherei in unbersichtlichen Versicherungsaufstellungen. Fr jemanden wie Charlie24, ist das selbstverstndlich berflssig.

              Gefragt wurde, ob die Beitrge der Krankenversicherungsbeitrge unter den Tisch fallen wrden. Das tun sie natrlich nicht. Aber um seinen Steuerbescheid zu berprfen, muss man natrlich wissen, wie die Kinder krankenversichert sind. Was aber bei den Unfall- oder Haftpflichtversicherungen durchaus zutrifft.
              Wenn letztes Jahr fr die Kinder eigene Basisbeitrge fr die Krankenversicherung richtig eingegeben werden konnten, so htten in der aktuellen Ausgabe wieder dieselben Bereiche bei einer Datenbernahme aktiviert werden mssen. Ein Programmfehler in diesem Bereich ist mir bisher nicht bekannt. Fraglich sei aber, wie jene Haftpflichtversicherungen zusammen mit den Basiskrankenversicherungen der Kinder Bercksichtigung finden konnten. In diesem Bereich kommt es nicht selten zu Falscheingaben. Aber ebenso ist mir nicht bekannt, dass die Finanzmter diese Beitrge fr Kinder, die noch keine Ausbildung betreiben (6 und 9 Jahre), bei den Eltern nicht bercksichtigen wrden, da diese Bereiche ja ebenfalls als e-Daten ausgewiesen sind.

              Ebenso kann auch nicht von einer Deckelung gesprochen werden, denn das wrde ja bedeuten, dass keine weiteren Basisbeitrge fr die Krankenversicherungen Bercksichtigung fnden, wenn der Betrag von 1.900 Euro berschritten wrde. Es knnen nur keine darberhinausgehenden sonstigen Vorsorgeaufwendungen, wie private Haftpflichtversicherungen etc. Bercksichtigung finden, wenn dieser Betrag bereits ausgeschpft ist.

              Also, Falsch eingetragen, vermutlich ja! Falsch verstanden, nach Charlie24 Einwand, hoffentlich nicht mehr!
              Zuletzt geändert von Papa_001; 02.04.2021, 18:38.

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                #8
                Danke für die ausführlichen Beiträge!

                Meine Tochter und deren Kinder sind alle bei der Deb… krankenversichert.
                Ich habe noch mal genau nachgesehen. Die Bescheinigung der Basisbeträge erfolgte für alle Personen auf einer Mitteilung. In der SSE habe ich das auch richtig eingetragen. Denn im „Übertragungsprotokoll“ wurden die Basisbeiträge der Kinder unter der Überschrift „Aufwendungen von mir als Versicherungsnehmer geschuldet und von mir getragen“ für jedes Kind aufgeführt. Außerdem erhöhte sich durch den Eintrag die von der SSE erwartete Erstattung.
                Ich nehme an, statt des Eintrages in der Steuererklärung wurde die Meldung der Krankenkasse benutzt. Und in der fehlten die Basisbeiträge der Kinder oder wurden nicht korrekt übernommen. Ich werde also Einspruch erheben.

                Nebenbei: Die Programme des FA scheinen auch an anderer Stelle fehlerhaft zu sein. Bei der Kirchsteuer wurden die Erstattungen der Jahre 2018 und 2019 abgezogen, obwohl die Erstattung für 2018 schon in der Steuererklärung (und in dem Bescheid) von 2019 angerechnet wurde.

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                  #9
                  Sie wissen aber schon, wenn die private Krankenversicherung die Basisbeitrge fr die Kinder extra (auf einer Mitteilung) bescheinigt, diese dann im Bereich -Kinder- zu erfassen sind? Man stolpert aber eigentlich schon im Bereich -Kranken- und Pflegeversicherung- darber und wird wieder in den Bereich der -Kinder- gelotst (Mehrfacherfassung der SSE).

                  Wenn das Finanzamt die Meldung von der Krankenkasse benutzt, findet sich dazu eine Erluterung im Steuerbescheid wie etwa „Die geleisteten und die erstatteten Beitrge zu Basiskranken- und gesetzlichen Pflegeversicherungen wurden mit den Betrgen angesetzt, die das Versicherungsunternehmen, der Trger der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung oder die Knstlersozialkasse der Finanzverwaltung elektronisch bermittelt hat.“ Mit Sicherheit eine Standardformulierung aber auch die Vermutung, dass Angaben, sogar wenn von den e-Daten abgewichen werden will, nicht beachtet werden. Das heit aber trotzdem nicht, dass dem Finanzamt bei der bertragung der Meldung, die das Versicherungsunternehmen an die Finanzverwaltung bermittelt, keine Fehler unterlaufen, obwohl die Daten richtig im Protokoll stehen. An anderer Stelle hatten wir eine Diskussion, dass einige Versicherungsunternehmen von Kranken- und Pflegeversicherungen institutionell ber unterschiedliche Melder bermitteln, womit die Steuererklrungsprogramme nicht mit ihrer internen Berechnung zurechtkommen und einen Warnhinweis ausgeben, weil das Programm die jeweils andere Meldung nicht erkennt. Womit aber die Finanzverwaltung offensichtlich sehr gut zurechtkommt. Dann darf aber ebenso der Verdacht gehegt werden, dass diese Hypothese in die umgekehrte Richtung ebenso gelten knne. Denn wenn das Versicherungsunternehmen die Betrge fr die Basisbeitrge und Pflegeversicherungen fr den Versicherungsnehmer und seine mitversicherten Angehrigen in einem einzigen Protokoll bertrgt, dass die jeweils andere Meldung von der Anwendungssoftware bei der Finanzverwaltung diese Meldung nicht erkennt. Die Basisbeitrge fr die mitversicherten Angehrigen nicht mehr aufgreift. Diese Beitrge dann also ins Leere laufen knnten. Ein Mensch wrde das sofort erkennen, eine Maschine nicht, wenn die Anwendungen alle nach dem gleichen Muster gestrickt sind.

                  Aber schauen Sie sich die Meldung noch einmal genauer an. Eigentlich ist nicht immer davon auszugehen, dass die Basisbeitrge fr Kranken- und Pflegeversicherungen bei Kindern unter 18 Jahren in gesonderten Tarifen ausgewiesen sind. Die Versicherungsunternehmen bilden dafr oft eigene Kohorten und fassen diese Beitrge in einem einzigen Tarif zusammen. Es wird dann nur ein gemeinsamer Tarif fr den Versicherungsnehmer mit seinen Angehrigen (der Kinder) gebildet. Das hat fr die Versicherungen nicht etwa nur den Vorteil Verwaltungskosten zu sparen, sondern sie knnen die steigenden Beitrge aufgrund des zunehmenden Alters des Versicherten auch gleich auf seine Mitversicherten ausdehnen. Fr Kinder werden so hhere Beitrge zugrunde gelegt, wenn sie ltere Eltern haben, obwohl sie eigentlich kein anderes gesundheitliches Risiko als andere gleichaltrige Kinder haben sollten.

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                    #10
                    Um das Thema abzuschließen - Wir haben einen Antrag auf Änderung gestellt (Kein Einspruch), mit Kopie der Bescheinigung der Krankenkasse..
                    Das FA hatte nicht die Werte aus der Steuererklärung genommen sondern die übermittelte Daten der Krankenkasse. Dabei wurden die Beträge zur Basisversicherung der Kinder entweder nicht geschickt, oder nicht übernommen.
                    Jedenfalls wurden jetzt die Beiträge berücksichtigt.
                    Die erstattete Kirchsteuer für ein vorangegangenes Jahr wurde erneut abgezogen. Auch dafür haben wir einen Antrag auf Änderung gestellt.
                    Die beiden Punkte haben eine zusätzliche Erstattung von über 240€ bewirkt.
                    Kontrollieren des Steuerbescheides lohnt sich.
                    Danke an alle.

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                      #11
                      Danke fr die Rckinfo, dann lag ich mit meiner Vermutung, dass das Finanzamt mehrere Bescheinigungen aus einer Mitteilung (wohl im automatisierten Verfahren) doch nicht immer bernimmt und diese ganz einfach bersieht.

                      Ja, sie liegen vollkommen richtig, dass der Steuerbescheid kontrolliert werden sollte. Leider untersttzen die Softwareprogramme noch nicht ausreichend genug beim Belegabruf die unterschiedlichen bermittlungsformate der meldepflichtigen Stellen. Sowohl in die eine Richtung, mehrere Bescheinigungen auf einer Meldung, wie in ihrem Fall und in die andere Richtung, getrennte Meldungen fr einen Bescheinigungssatz.

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