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Werbungskosten für Abfindung

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    Werbungskosten für Abfindung

    Hallo zusammen,

    ich bin neu im Forum und bin mir daher nicht sicher, ob ich das jetzt im richtigen Bereich veröffentliche. Falls nein, freue ich mich über einen entsprechenden Hinweis. Die Textsuche hat mich leider nicht weitergebracht. Ich habe gerade meine Steuererklärung für 2020 in der SSE eingegeben und stehe vor einer Frage bzgl. der gezahlten Abfindung. Ich habe 2020 meinen Job verloren und eine Abfindung bekommen, die auch auf der Lohnsteuerkarte als steuerlich begünstigt erfasst ist und die im Programm auch entsprechend erfasst worden ist. Nun habe ich im selben Jahr Anwaltskosten gehabt, die direkt mit der Auflösung des Beschäftigungsverhältnisses zu tun haben (Rechtsberatung, Außergerichtliche Vertretung, Verhandlung des Auflösungsvertrags). Ich habe diese Kosten bei den Werbungskosten eingetragen. Soweit, so gut.

    Nun bietet mir die SSE die Möglichkeit, Werbungskosten der "Entschädigung/Arbeitslohn für mehrere Jahre" zuzuordnen. Wenn ich das tue, sinkt die prognostizierte Steuererstattung recht deutlich. Bei der Eingabehilfe ist auch ein entsprechender Hinweis, der aber missverständlich ist:

    "Wenn Sie in diesem Feld keine Angaben machen, werden die Werbungskosten zunächst bei den voll steuerpflichtigen Einnahmen berücksichtigt und erst nachrangig bei den mehrjährigen, begünstigten Einnahmen. Diese Vorgehensweise ist in der Regel günstiger für Sie."

    Nun zu meinen beiden Fragen:
    - Was heißt das jetzt genau? Kann ich mich entscheiden, ob ich Werbungskosten für einen Anwalt hier eintrage oder ist das Pflicht? Wann genau muss man das Feld befüllen?
    - Warum sinkt hierdurch die Rückerstattung? Sind Werbungskosten, die in Zusammenhang mit einer Entschädigung stehen, weniger Wert?

    Vielen Dank und viele Grüße
    Zuletzt geändert von MaximilianS; 21.03.2021, 13:50.

    #2
    Kann ich mich entscheiden, ob ich Werbungskosten für einen Anwalt hier eintrage oder ist das Pflicht?
    Nein, das ist Pflicht. Du musst nur die amtliche Anleitung zur Anlage N lesen. Werbungskosten wegen Abfindungen sind bei der Abfindung anzusetzen.

    Warum sinkt hierdurch die Rückerstattung? Sind Werbungskosten, die in Zusammenhang mit einer Entschädigung stehen, weniger Wert?
    Das hat mit der Tarifermäßigung nach § 34 Abs. 1 EStG zu tun. Da die Ermäßigung nach der Fünftelregelung zu versteuern ist, führt der progressive

    Steuertarif zu einer niedrigeren Besteuerung dieses Teils der Einkünfte (Abfindung minus Anwaltskosten). Gleichzeitig steigen die Einkünfte, die

    regulär zu versteuern sind um diese Anwaltskosten, was wiederum zu einem höheren Grenzsteuersatz führt.

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      #3
      Super, Danke für die Erklärung! Ich bekomme einen Knoten im Kopf aber irgendwie einleuchtend. Blöd nur, dass die ingabehilfe, dass nach einer freiwilligen Eingabe aussehen lässt.

      Ist es nicht außerdem strittig, wann eine Rechtsberatung, die zu einer Auflösung des Arbeitsvertrags führt, der Ablösung zuzuordnen ist? Ich frage mich, wie das Finanzamt das nachprüfen will. Aber gut - das Prinzip der SSE ist mir jetzt klar!

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        #4
        Ist es nicht außerdem strittig, wann eine Rechtsberatung, die zu einer Auflösung des Arbeitsvertrags führt, der Ablösung zuzuordnen ist?
        Wie das Finanzamt Sachverhalte beurteilt, ist zuallererst Sache des Finanzamts. Du schreibst doch selbst: Verhandlung des Auflösungsvertrages

        Streiten müsstest also du, wenn du da anderer Meinung bist.

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          #5
          Ich will mich ja gar nicht um geltendes Recht streiten. Ich finde es nur unklar, dass eine rechtliche Vertretung, die zwar irgendwann zur Vertrags-Auflösung und damit auch zu einer Abfindung führt, ursprünglich wegen einer drohenden Kündigung in Anspruch genommen wurde. Die Kosten sind dadurch ja höher. Und mir ist dabei nicht klar, wie man das voneinander trennen will. Aber das ist eine Frage, die ich wohl mit dem Finanzamt klären muss. Besten Dank für die schnelle Hilfe!!!

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            #6
            Zitat von MaximilianS Beitrag anzeigen
            Und mir ist dabei nicht klar, wie man das voneinander trennen will.
            Ich kann und darf hier keine Rechtsberatung leisten, jedoch von meinem eigenen ähnlichen Fall (vor 15 Jahren) berichten:
            Ich hatte eine Kündigungsschutzklage über 2 Instanzen. Dass diese am Ende in einem Vergleich mit entspr. Abfindungszahlung endete, war zu Beginn weder beabsichtigt noch vorhersehbar. Die Kosten habe ich demnach komplett als "normale" WK abgesetzt und das Finanzamt hat auch nichts bemängelt.
            Wenn es sich in Deinem Fall (und so klang es im Ursprungspost) allerdings um Anwaltskosten nur wegen des Erhalts oder der Höhe einer Abfindung handelt, würde ich Charlie24 zustimmen. Das kannst aber nur Du selbst beurteilen - vielleicht fragst Du einfach mal Deinen Anwalt dazu.

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              #7
              Danke Euch für die Meinungen. In meinem Fall ging es zunächst einmal um die Beratung, wie ich mich bei einer anstehenden Kündigung verhalten soll und welche Optionen ich als Arbeitnehmer habe. Ich erkundige mich dazu mal beim Finanzamt. Fürs erste werde ich die Kosten jedoch an der dafür vorgesehenen Stelle berücksichtigen, das habe ich jetzt aufgrund der Einlassung von Charlie24 verstanden. Einziger Kritikpunkt bleibt für mich die missverständliche Formulierung in der Programmhilfe, die suggeriert, man könne sich das aussuchen. Hier wäre der Imperativ hilfreicher.

              Kann (oder muss) ich den Thread schließen, wenn mein Problem gelöst wurde?

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                #8
                Das kannst aber nur Du selbst beurteilen - vielleicht fragst Du einfach mal Deinen Anwalt dazu.
                Wenn wirklich Mehrkosten entstanden sind und man diese Kosten sachgerecht aufteilen kann, was der Anwalt wohl am besten beurteilen kann,
                wird man das gegenüber dem Finanzamt schon darlegen können, aber eben auch müssen. Es bleibt immer die Frage: Lohnt sich der Aufwand ?

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