Posts by Trekker

    Natürlich darf es das. In Deutschland besteht Krankenversicherungspflicht und so hohe Eigenanteile wie von dir erklärt,

    kommen nur selten vor.

    Das wäre schön. Ich habe leider die gleiche Erfahrung machen müssen. Im Jahr vor dem Tode meiner lieben Frau ist uns fast exakt der gleichen Betrag an Eigenbehalten verblieben. Man muss nur zwei Wochen länger in einer Privatklinik verweilen, als über die Fallpauschale vorgesehen.


    Auch in unseren Fall hat sich das FA alle Belege (Arztrechnungen, Rezepte und zugehörige Erstattungsbelege der Kasse) vorlegen lassen.

    Kommen wir noch einmal zum Thema "Gebäudeabschreibung ohne Basiswert" zurück: ich vermute, dass die Situation gar nicht so schlecht wie ursprünglich gedacht ist. Wenn ich ca. 280.000 € mit Rechungen nachweisen kann, ca. 200.000 € Schulden abgelöst habe und für das schuldenfreie Viertel des Hauses 200.000 € Erbabfindung bezahlt habe, dann könnte ich daoch folgende Rechnung aufmachen:


    Abschreibungsbasis aufgrund der Rechnungen: 280.000 €

    abzügl. die seit 2007 verbrauchte Abschreibungen: - 84.000 €

    zuzügl. übernommene Schulden: 200.000 €

    zuzügl. Abfindung bereinigt um Platzanteil: 150.000 €

    --------------------------------------------------------------------

    Abschreibungsbasis ab 2022 546.000 €


    Ganz sicher bin ich mir leider noch nicht, zumal ich die übernommenen Schulden aus dem Verkaufserlös einer ETW getilgt habe.

    Problematisch wird das Ganze, wenn nur das Grundstück vorhanden war und jetzt plötzlich ein Gebäude auf dem Grundstück errichtet wurde. Dann müssen zunächst Belege der Gebäudeerrichtung vorgelegt werden können, woraus eine Gebäudeabschreibung initiiert werden kann. Für laufende Vorhaben, wie Heizungs-Baderneuerung oder Fenstertausch könnten dann die begonnenen Abschreibungen weiter fortgeführt werden. Wenn die Errichtung des Gebäudes ohne Grundstücksbesitzerwechsel von statten gegangen war, wird das Finanzamt auf jeden Fall prüfen wollen, wie dieser Erwerb von statten gegangen war. Die Familie habe sich verkleinert? Wenn noch ein Erbfall hinzugekommen sein könnte, würde dieser Erwerb gegenüber dem Nachlassnehmer ebenso zu prüfen sein, wenn die zehn Jahre Eigennutzung nicht überschritten sind. Das könnte problematisch werden, wenn die Bezugsfertigstellung erst 15 Jahre her ist.

    Wenn Du hier auf die Grunderwerbsteuer abzielst, dann muss ich Dir sagen, dass diese unter Verwandten in gerader Linie selbst bei beim einem entgeltlichen Erwerb nicht anfällt.

    Der Meinung bin ich auch.


    Vor vielen Jahren habe ich einmal gelernt, dass der Erbe in die Fußstapfen des Erblassers tritt. Dies hat zur Folge, dass die Spekulationsfrist - zumindest für den unentgeltlichen Teil - nicht neu zu laufen beginnt. Und ich kann mir auch nicht vorstellen, dass der mit einem Viertel abgefundene Teil der Kinder einen Neubeginn der Spekulationsfrist auslöst.


    Ich hoffe mal, dass ich die Antwort im SteuerBerater finde. Allerdings muss ich mich etwas zurückhalten, weil meine komplizierten Steuererklärungen immer wieder meinen Blutdruck in ungeahnte Höhen treibt.

    Also ganz so im Unrecht ist Papa nicht. Ich habe folgenden Text im SteuerBerater gefunden:


    Quote

    Eine geerbte Immobilie, die der Erblasser schon länger als zehn Jahre besessen hat, können Sie einkommensteuerfrei veräußern. Voraussetzung: Sie haben die Immobilie vollständig unentgeltlich durch Erbschaft oder Schenkung erhalten.

    Bei Erbauseinandersetzungen fällt häufig eine Immobilie in die Erbmasse, die unter mehreren Erben aufgeteilt wird. Möchten die Erben die Erbengemeinschaft auflösen, ohne die Immobilie zu verkaufen, erklärt sich meist einer der Erben bereit, den Miterben eine Abfindung zu zahlen oder auf einen Teil des übrigen Erbes zu verzichten und die Immobilie zu übernehmen.

    Die Abfindungszahlungen oder der Verzicht auf einen Teil des übrigen Erbes sind für die Finanzverwaltung jedoch Anschaffungskosten. Hat einer von drei Erben den beiden Miterben deren Anteile an einer Immobilie aus der Erbmasse ausgezahlt, wird das bei der Einkommensteuer wie ein Kauf von 2/3 der Immobilie bewertet. Für diese 2/3 der Immobilie beginnt die zehnjährige Spekulationsfrist des § 23 EStG ab dem Zeitpunkt der Abfindungszahlung neu zu laufen. Wird die Immobilie weniger als zehn Jahre nach der Auflösung der Erbengemeinschaft verkauft, schlägt das Finanzamt zu: Der Veräußerungsgewinn ist zu 2/3 als Spekulationsgewinn einkommensteuerpflichtig.

    Hätten die Erben die Immobilie gemeinsam verkauft und den Verkaufserlös aufgeteilt, wäre der gesamte Erlös steuerfrei geblieben, wenn der Erblasser das Objekt vor der Veräußerung bereits zehn Jahre besessen oder zu eigenen Wohnzwecken genutzt hat.


    Das Ergebnis treibt meinen Blutdruck höher als mir lieb ist.

    ..... , erst bei Verkauf oder Vermietung innerhalb der Spekulationsfrist, die mit jedem Teilerbfall neu beginnt. Nicht zuletzt gibt es deswegen ja auch die vielen Erbengemeinschaften in unterschiedlichster Konstellation in den vielen veröffentlichten Kleinanzeigen der Registergerichte. Die haben nichts anderes zu regeln, als die unterschiedlichen Ausweisungen der Beteiligten.

    Ein Gewinn kann erst mit dem Verkauf realisiert werden. Bei vorheriger Vermietung gilt dann eben die 10-Jahresfrist.

    Quote from Zitat von Papa_001

    Vielleicht macht es sogar Sinn, die vielen einzelnen Rechnungen zu saldieren und damit zumindest eine haltbare Position, des gewonnen Wertzuwachses an der Immobilie gegenüber der Finanzbehörde einzunehmen?

    Noch besser: Die Rechnungen saldieren und den unentgeltlich erworbenen Teil dazuzählen.

    Ich halte die hier getroffenen Aussagen zum Thema Spekulationsfrist im Erbfall nicht für belastbar.

    Der Meinung bin ich auch.


    Vor vielen Jahren habe ich einmal gelernt, dass der Erbe in die Fußstapfen des Erblassers tritt. Dies hat zur Folge, dass die Spekulationsfrist - zumindest für den unentgeltlichen Teil - nicht neu zu laufen beginnt. Und ich kann mir auch nicht vorstellen, dass der mit einem Viertel abgefundene Teil der Kinder einen Neubeginn der Spekulationsfrist auslöst.


    Ich hoffe mal, dass ich die Antwort im SteuerBerater finde. Allerdings muss ich mich etwas zurückhalten, weil meine komplizierten Steuererklärungen immer wieder meinen Blutdruck in ungeahnte Höhen treibt.

    Da bin ich doch geneigt die derzeit gültige WoFlV (vom 25.11.2003) anzuwenden. Der Bauplan ist zwar von 2002, aber von dem bin ich abgewichen und die Bezugsfertigkeit war erst 2007.


    Ein Viertel ist Haufen genug. Wenn auch die neue Grundsteuer mir nicht schadet. In BaWü gehts offensichtlich nur um die Grundstücksfläche.

    Wenn noch ein Erbfall hinzugekommen sein könnte, würde dieser Erwerb gegenüber dem Nachlassnehmer ebenso zu prüfen sein, wenn die zehn Jahre Eigennutzung nicht überschritten sind. Das könnte problematisch werden, wenn die Bezugsfertigstellung erst 15 Jahre her ist.

    Ich kann denn Sinn dieser Aussage nicht ganz nachvollziehen. Das Haus wurde nach Bezugsfertigkeit 12 Jahre selbst bewohnt, dann hat der verwitwete Teileigentümer ein Viertel dazugeerbt und das restliche Viertel bei einer Nachlassauseinandersetzung entgeltlich erworben.


    Willtst Du damit etwa aussagen, dass mit dem entgeltlichen Teilerwerb die 10jährige Spekulationsfrist zu laufen beginnt?

    sowie die Fläche von Balkonen, Loggien und Dachgärten sind zur Hälfte anzusetzen."

    stammt noch aus der Zeit der Zweiten Berechnungsverordnung, die bis Ende 2003 gegolten hat. Wenn danach nichts umgebaut wurde,

    sind diese alten Berechnungen gemäß § 5 der Wohnflächenverordnung weiter gültig und dürften auch bei der Grundsteuererklärung

    zugrundegelegt werden. Die Anrechnung war damals fakultativ, man musste das nicht machen. Die Anrechnung von nicht überdeckten

    Terrassen war damals überhaupt nicht vorgesehen.

    Somit wäre der Hinweis in der Eingabehilfe (sind zur Hälfte anzusetzen) richtig.

    wenn die "besonderen Bedingungen" nicht ausnahmsweise zutreffen!


    Im Mietrecht

    würde ein Richter nur in den allerseltensten Fällen

    die "besonderen Bedingungen" aus zutreffend ansehen!

    Was für besondere Bedingungen meinst Du?

    Vereinfachen wir die Sache:


    Der Bauherr hat noch alle Rechnungen und könnte diese summarisch zusammenstellen. Natürlich ist die Summe aufgrund der vielen Eigenleistungen lange nicht so hoch, als wenn ein Bauträger tätig geworden wäre. Die Frage wäre nun, ob alle über einen Zeitraum von 15 Jahren gesammelten Rechnungen zur Herstellung (auch über jede kleinste Kleinigkeit) summiert werden können?

    Quote from SteuerSparErklärung 2022 unter Eingabehilfe zu Mieten und Umlagen für Wohnungen

    Bei der Ermittlung der Wohnfläche sind Zubehörräume, z.B. Keller, Dachböden, Schuppen und Garagen, nicht zu berücksichtigen. Raumteile mit einer lichten Höhe zwischen ein und zwei Metern sowie die Fläche von Balkonen, Loggien und Dachgärten sind zur Hälfte anzusetzen.

    Was ist nun richtig?

    Wenn das so einfach wäre, ist es aber nicht ! Wenn kein Güterstand vereinbart wird, gilt der gesetzliche Güterstand der Zugewinngemeinschaft.

    In die Ehe eingebrachtes Vermögen bleibt Vermögen des Ehegatten, der es eingebracht hat. Verwertet er eine eingebrachte Immobilie, gehört

    der Erlös weiter zu seinem Anfangsvermögen. Wird der Erlös zum Kauf einer anderen Immobilie verwendet, die beiden Ehegatten gehört, kann

    sehr wohl eine anzeigepflichtige Schenkung vorliegen. https://www.gesetze-im-internet.de/erbstg_1974/__7.html

    Es ist so einfach, weil das Anfangsvermögen bei einer Zugewinngemeinschaft unverändert bleibt. Nicht der Erlös, sondern der Erlös abzüglich des Wertes zum Zeitpunkt der Eheschließung bleibt Anfangsvermögen.

    Ich persönlich kann mir das nicht vorstellen.

    Ich auch nicht.

    Warum hat der Häuslebauer denn ein Problem? Was interessieren denn den Mieter die Herstellungskosten? Warum soll das Finanzamt jetzt geschätzte Herstellungskosten akzeptieren?

    zu 1.: Weil die lineare Abschreibung, trotz ausbleibendem Wertverlust, es bei Vermietungen üblich ist.


    zu 2.: Das ist klar und war nicht in Frage gestellt.


    zu 3.: Weil die Abschreibungen für Immobilien tatsächlich keinen Wertverlust abbilden. In der Realität haben die Immobilienbesitzer Wertzuwächse. Von daher müsste es eigentlich Zuschreibungen geben.


    Quote from von Papa_001

    Sollte es tatsächlich eine Wertsteigerung der Immobilie, wegen Um- bzw. Erweiterungsbauten gegeben haben, hätte das auch einen Fall für die Grunderwerbssteuer zur Folge. Diese wurde dann ja wohl auch nie entrichtet. Das Finanzamt ist doch nicht dumm, es könnte sich sogar freuen, dass jetzt jemand ein Mehr an Grund bzw. Gebäude erlangt hat.


    Das will das FA nicht. Bei dem eventuell stattgefindenden Erwerb des Grundstücks werden für den Kaufpreis Grunderwerbssteuern bezahlt. Für das darauf zu erstellende Gebäude sind, sofern der Grundstücksbesitzer und Bauherr identisch sind, keine Grunderwerbssteuern notwendig. Hier findet ja kein (erweiterter) Erwerb eines Grundstücks statt.

    Angenommen ein Häuslebauer hat sein Eigenheim über mehrere Jahre in Eigenleistungen erstellt. Da er während dieser Phase sehr gestresst war und das Haus nur für den Eigenbedarf vosrgesehen war, hat er die vielen Rechnungen, in erster Linie Materialrechnungen, nicht ordentlich gesammelt und zusammengestellt. Jetzt nach vielen Jahren, nachdem sich die Familie wesentlich verkleinert hat, will er knapp die Hälfte des Hauses vermieten und hat mangels nachweisbaren Herstellungskosten ein Problem.


    Inwiefern würde das Finanzamt in so einem Fall einen Schätzwert akzeptieren. Die Bezugsfertigstellung war vor 15 Jahren und seither sind für Aussenanlage, Garage usw. noch relativ hohe Herstellungskosten angefallen.

    Zu meiner Frage im Forum hatte ich parallel den technischen Support kontaktiert.


    Dort hat man mir mitgeteilt, dass ich den in 2020 angefallenen, zu verteilenden Erhaltungsaufwand und die Anzahl Jahre (5) im entsprechend Feld von 2020 eingeben müsse. Das habe ich getan und zusätzlich angekreuzt, dass das Objekt im Jahr 2021 letztmals zur Vermietung genutzt wird. Und siehe da, das Programm hat auf nachvollziehbarem Rechenweg (Anzeige der in 2020 getätigten Summe) das eine Fünftel für 2021 ermittelt und als Erhaltungsaufwendungen ausgewiesen. In ähnlicher Weise wurden zusätzlich die noch offenen drei Fünftel errechnet und ebenso als Erhaltungsaufwand ausgewiesen. Vor den Zeilen mit den Rechenwegen steht in beiden Fällen das Jahr 2020. Das ist im ersten Moment etwas irritierend, weil das jeweilige Ergebnis für 2021 bestimmt ist, aber damit will man offensichtlich aussagen, dass der Gesamtaufwand in 2020 getätigt wurde. Noch irritierender ist, dass die drei Fünftel nicht als Sonderwerbungskosten ausgewiesen werden. In der Feststellungserklärung des Vorjahres hat man die nicht verbrauchten vier Fünftel meiner Kinder noch so benannt, zumindest in der Anlage FE1.


    Dass man nach der Auflösung einer Erbengemeinschaft in 2020 unter Aufwand in 2020 nur den in diesem Jahr anteiligen Erhaltungsaufwand des verbleibenden Steuerpflichtigen eingeben muss, sollte man wissen oder den Text der Eingabehilfe richtig interpretieren können.


    Nachdem des Programm wider meines Erwartens recht gut gerechnet hat, möchte ich dennoch bemängeln, dass nirgendwo in der SteuerSparErklärung und im SteuerBerater erläutert wird, was Sonderwerbungskosten sind. Ich weiß es heute noch nicht so genau. Mit diesem Wissen hätte ich mich sicher besser im Programm zurechtgefunden und hätte auch nicht die in diesen Thread aufgetretenen Verständnisprobleme gehabt.

    In Jahr 2020 habe ich für zwei ETW, die einer Erbengemeinschaft angehören, Erhaltungsaufwendungen (Heizungserneuerungen) getätigt. Diese wurden in der Feststellungsstellungserklärung über 5 Jahre aufgeteilt. Der Anteil für das erste Jahr wurde mit weiteren Erhaltungsaufwendungen als solche bei allen Beteiligten abgesetzt. Da ich die Kinder zum Jahresende ausgezahlt habe, wurde die Erbengemeinschaft zum Jahresende aufgelöst und in der gleichen Feststellungserklärung in der auch schon die Erhaltungsaufwendungen abgesetzt wurden, wurde für die Kinder zusätzlich jeweils die restlichen 4/5 als Sonderwerbungskosten angesetzt. Damit ist das Jahr 2020 abgeschlossen.


    Für das Jahr 2021 wäre daher m. E. eine Feststellungserklärung hinfällig, weil die beiden ETW dann ja ausschließlich mir gehören. Nun habe ich aber das Problem, dass es in der SteuerSparErklärung 2022 keine Möglichkeit zur Eingabe meiner noch nicht abgesetzten 4/5 gibt. Wo bitte soll ich die Werte eingeben? Und da eine der Wohnungen vor dem 01.03. verkauft wurde: Wo kann ich die noch nicht abgesetzten Reste für diese Wohnung eingeben.

    Normalerweise setzt man nur die Wohnflächen an. Was dazu gehört und wie die zu ermitteln sind, ist geregelt: https://www.gesetze-im-internet.de/woflv/BJNR234610003.html

    Im § 4 der verlinkten WoFlV steht: Die Grundfläche von Balkonen, Loggien, Dachgärten und Terrassen sind in der Regel zu einem Viertel, höchstens jedoch zur Hälfte anzurechnen.


    Kann man sich den Anteil nach Wohlgefallen aussuchen?