Fehler / Ermittlung des Nettoeinkommens

  • Guten Tag,

    Programm rechnet bei der Ermittlung des Nettoeinkommens bestimmte Felder 2-fach ab.

    Beispiel-Rechnung:

    - Vater arbeitet
    - Muter - Hausfrau
    - 2 volljährige Kinder über 25 Jahre - arbeitslos, keine Unterstützung vom Amt
    - Vater und Muter haben ein gemeinsames Konto, haben 10 EUR Zinsen bekommen.
    - Im letzten Jahr war eine Erstattung vom Finanzamt 4.000 EUR.
    - alle wohnen zusammen.

    --> Außergewöhnliche Belastungen:

    Kind 1 wird von Vater und Mutter unterstützt. Je 50% vom Unterstützungshöchstbetrag = je 4.500 EUR (50% von 9.000 EUR). Somit Vater gibt 4.500 EUR und Mutter - 4.500 EUR.

    Kind 2 wird ebenfalls von Vater und Mutter zu gleichen Bedingungen unterstützt. Je 50% vom Unterstützungshöchstbetrag = je 4.500 EUR (50% von 9.000 EUR). Somit Vater gibt 4.500 EUR und Mutter - 4.500 EUR.


    Ermittlung des Nettoeinkommens beim Vater:

    Einnahmen als Arbeitnehmer 75.000 EUR
    Steuererstattung 4.000 EUR
    Zinsen 10 EUR
    - Werbungskosten 1.000 EUR
    - Steuerabzüge 10.550 EUR
    - Versicherungsbeträge 20.000 EUR
    ----------------------------------
    Nettoeinkommen 47.460 EUR (richtig)

    Programm rechnet aber 51.470 EUR aus (s. Screenshots).

    Differenz zwischen 51.470 EUR und 47.460 EUR sind 4.010 EUR (Steuererstattung 4.000 EUR + Zinsen 10 EUR).
    Wie man sieht, rechnet das Programm die Steuererstattung 4.000 EUR + Zinsen 10 EUR 2-fach ab.

    Die gleiche Situation ist die Ermittlung des Nettoeinkommens bei der Mutter.


    Vielen Dank

    Test-Datei:
    http://rgho.st/8Yp8MsBHK

  • Da geht's um Außergewöhnliche Belastungen Unterhalt an bedürftige Personen. In diesem Zusammenhang wird das Nettoeinkommen ermittelt. Habe mit meiner SSE den Fall nachgestellt. Bei mir tritt der Fehler nicht auf. Hilft ihm jetzt nicht wirklich weiter.

  • Quote from boers;26280

    Die gleiche Situation ist die Ermittlung des Nettoeinkommens bei der Mutter.

    Es ist doch mehr als unwahrscheinlich, dass Vater und Mutter jeweils das gleiche Einkommen haben. Wahrscheinlich ist es das gemeinsame Einkommen beider und Du hast es einmal beim Vater und einmal bei der Mutter erfasst?

  • Steht doch alles in der SteuerSparerklärung :Bei Ehe-/Lebenspartnern ermittelt sich das »Nettoeinkommen« aus dem Einkommen beider Ehe-/Lebenspartner.Den Betrag, bis zu dem Unterstützungsleistungen anerkannt werden, nennt man »Opfergrenze«.

    Zur Berechnung der Opfergrenze dient das gemeinsame Einkommen der Eheleute. Soweit alles in Ordnung

  • Um richtiges Ergebnis zu erzielen: Nettoeinkommen 47.460 EUR. Lässt man bei Mutter bei der Ermittlung des Nettoeinkommens die Steuererstattung 4.000 EUR und Zinsen 10 EUR weg.

    Dann sieht es folgendermaßen:

    Ermittlung des Nettoeinkommens beim Vater:

    Einnahmen als Arbeitnehmer 75.000 EUR
    Steuererstattung 4.000 EUR
    Zinsen 10 EUR
    - Werbungskosten 1.000 EUR
    - Steuerabzüge 10.550 EUR
    - Versicherungsbeträge 20.000 EUR
    ----------------------------------
    Nettoeinkommen 47.460 EUR (richtig) s. Screenshot


    Ermittlung des Nettoeinkommens bei der Mutter:

    Einnahmen als Arbeitnehmer 75.000 EUR
    - Werbungskosten 1.000 EUR
    - Steuerabzüge 10.550 EUR
    - Versicherungsbeträge 20.000 EUR
    ----------------------------------
    Nettoeinkommen 47.460 EUR (richtig im Programm) s. Screenshot
    Aber wenn man per Hand ausrechnet: 75.000 - 1.000 - 10.550 - 20.000 = 43.450 EUR

    Nur sind beide Berechnungen (Screenshots) nicht identisch, obwohl das selbe berechnen sollen: Nettoeinkommen von Vater und Mutter zusammen.

  • Oder man teilt die Steuererstattung 4.000 EUR und Zinsen 10 EUR auf und setzt jeweils beim Vater und der Mutter die Steuererstattung bei 2.000 EUR und Zinsen bei 5 EUR fest.

    Ermittlung des Nettoeinkommens beim Vater:

    Einnahmen als Arbeitnehmer 75.000 EUR
    Steuererstattung 2.000 EUR
    Zinsen 5 EUR
    - Werbungskosten 1.000 EUR
    - Steuerabzüge 10.550 EUR
    - Versicherungsbeträge 20.000 EUR
    ----------------------------------
    Nettoeinkommen 47.460 EUR (Ergebnis im Programm)


    Ermittlung des Nettoeinkommens bei der Mutter:

    Einnahmen als Arbeitnehmer 75.000 EUR
    Steuererstattung 2.000 EUR
    Zinsen 5 EUR
    - Werbungskosten 1.000 EUR
    - Steuerabzüge 10.550 EUR
    - Versicherungsbeträge 20.000 EUR
    ----------------------------------
    Nettoeinkommen 47.460 EUR (Ergebnis im Programm)

    Berechnung per Hand: 75.000 + 2x 2.000 + 2x 5 - 1.000 - 10.550 - 20.000 = 47.460 EUR

    Fazit: im Fenster "Ermittlung des Nettoeinkommens" in Feldern, wo man Zahlen reinschreiben kann, hat man 2 Möglichkeiten:
    1. entweder die ganzen Zahlen bei dem Vater reinschreiben und Mutter weglassen, oder umgekehrt.
    2. oder auf beide aufteilen.

  • Quote from boers;26306

    Berechnung per Hand: 75.000 + 2x 2.000 + 2x 5 - 1.000 - 10.550 - 20.000 = 47.460 EUR

    Fazit: im Fenster "Ermittlung des Nettoeinkommens" in Feldern, wo man Zahlen reinschreiben kann, hat man 2 Möglichkeiten:
    1. entweder die ganzen Zahlen bei dem Vater reinschreiben und Mutter weglassen, oder umgekehrt.
    2. oder auf beide aufteilen.

    Deine Berechnung per Hand lässt mich vermuten, dass es sich tatsächlich um das gemeinsame Einkommen, welches ein Ehegatte bezogen hat, handelt. Deshalb gehört es meines Erachtens auch nur bei einem Ehegatten angesetzt.

    Quote from Adi;26307

    Wollte ich Ihnen gerade vorschlagen.

    Das ist aber ein Armutszeugnis.

  • Er hat nur eine Pension auf Lohnsteuerkarte, diese trägt er bei sich in Anlage N ein. Bei der Ehefrau trägt er nichts ein, weil keine Einkünfte. Die SSE muss zu Berechnung der Opfergrenze jedem das gesamte Einkommen zurechnen. Hier geht es nicht um die Berechnung des zu versteuernde Einkommen, sondern es geht darum: wie wird die Opfergrenze der Eheleute ermittelt. Er trägt nichts doppelt ein.

  • Quote from Adi;26309

    Er hat nur eine Pension auf Lohnsteuerkarte, diese trägt er bei sich in Anlage N ein. Bei der Ehefrau trägt er nichts ein, weil keine Einkünfte. Die SSE muss zu Berechnung der Opfergrenze jedem das gesamte Einkommen zurechnen. Hier geht es nicht um die Berechnung des zu versteuernde Einkommen, sondern es geht darum: wie wird die Opfergrenze der Eheleute ermittelt. Er trägt nichts doppelt ein.

    Ok, nun habe ich verstanden. Ich habe einen vergleichbaren Fall mit nur einem Kind. Und da dieses Kind im elterlichen Haushalt lebt, ist kein Geld geflossen. Demzufolge hatte ich Bedenken, bei einer Angabe beider Elternteile als Unterstützer, weil dann Zeiträume und Beträge für geflossene Gelder anzugeben sind. Außerdem war es für mich überaus verwirrend, dass ich zwei unterstützte Haushalte angeben sollte. Da nur eine Person in einem Haushalt unterstützt wurde und das Programm auch zulässt, dass nur ein Elternteil unterstützen kann, habe ich nur den Steuerpflichtigen als Unterstützer angegeben. Bei ihm musste keinen Betrag erfassen, weil das Programm den Höchstsatz unterstellt. Es handelt sich um das Steuerjahr 2017 und das FA hat bisher noch keinen Bescheid erstellt.

    Die Unterstützung durch beide Elternteile macht m. E. dann Sinn, wenn beide getrennt veranlagt werden.

  • Hilfe aus Programm

    Quote

    Wenn beide Ehepartner dieselbe Person unterstützen, z.B. das gemeinsame Kind, müssen Sie die Unterstützung bei beiden Ehepartnern erfassen.

    Wichtig ist, dass Sie bei jedem unterstützenden Partner nur die von ihm geleisteten Beträge erfassen.
    Außerdem ist es wichtig, dass Sie bei der unterstützten Person jeweils Angaben zu »Leistungen anderer Personen« machen. Die andere Person ist in diesem Fall der andere Partner.

    So siehts aus. Gemeinsame oder getrennte Veranlagung spielt keine Rolle.

  • Quote from boers;26315

    Hilfe aus Programm

    Danke, das habe ich auch gelesen. Aber das Kind hat außer Kost und Logis nur minimale finanzielle Zuwendungen erhalten. Demzufolge würden die von den Elternteilen tatsächlich geleisteten Beträge nie an die reale Leistung herankommen.

    Deshalb habe ich nur den Vater als Unterstützer angegeben. Dabei wird der Unterstützungshöchstbetrag von 8.820 € vom Programm erzeugt, eingestellt und das Programm der SSE errechnet die gleiche Steuer wie empfohlenen Fall, bei dem ich selbst fikive Beträge erfinden müsste. Die Frage ist nur, was ist richtig?

    Quote from Adi;26303

    Steht doch alles in der SteuerSparerklärung :Bei Ehe-/Lebenspartnern ermittelt sich das »Nettoeinkommen« aus dem Einkommen beider Ehe-/Lebenspartner.Den Betrag, bis zu dem Unterstützungsleistungen anerkannt werden, nennt man »Opfergrenze«.

    Zur Berechnung der Opfergrenze dient das gemeinsame Einkommen der Eheleute. Soweit alles in Ordnung

    Warum wird das gemeinsame Einkommen bei jedem Elternteil explizit angegeben? Einmal sollte doch reichen. Es wird doch auch nur einmal berücksichtigt.

    Auch die Überschrift für die Unterstützer ist sehr irritierend. Da steht für den Ehemann "Unterhalt für die bedürftige Personen Fritz" und für die Ehefrau "Unterhalt für die bedürftige Personen Frieda". Das sollen doch die Unterstützer sein!

    Und das man dann seinen eigenen Haushalt unterstützen muss, ist auch sehr gewöhnungsbedürftig.

  • Quote from Trekker;26311

    Es handelt sich um das Steuerjahr 2017 und das FA hat bisher noch keinen Bescheid erstellt.

    Inzwischen habe ich den Bescheid für 2017. Und obwohl ich - wie in zwei Vorjahren - nur ein Elternteil als Unterstützer angegeben habe, wurde alles anerkannt. Es erscheint mir auch völlig unlogisch, wenn beide Elternteile eines intakten Haushaltes jeweils ihren eigenen Haushalt unterstützen sollen und dabei jeweils das gemeinsame Nettoeinkommen als Berechnungsgrundlage herangezogen wird.

    Wurde hier vielleicht etwas einfaches umständlich umgesetzt?

    Oder, warum lässt das Programm bei zwei Elternteilen auch die Unterstützung durch ein Elternteil zu?

    Was ist richtig?

  • Quote from Martin Jung;26385

    Bei einer Einzelveranlagung von Ehegatten kann es sinnvoll sein, die Unterstützung getrennt zu erfassen.

    Meines Erachtens wird die getrennte Erfassung der Unterstützung in diesem Fall Pflicht sein. Und nachdem ich dies bereits im Beitrag #11 vermutet habe, hat sich Boers daraufhin auf die Programmhilfe bezogen, die da schreibt "

    Quote

    Wenn beide Ehepartner dieselbe Person unterstützen, z.B. das gemeinsame Kind, müssen Sie die Unterstützung bei beiden Ehepartnern erfassen.

    Wichtig ist, dass Sie bei jedem unterstützenden Partner nur die von ihm geleisteten Beträge erfassen.
    Außerdem ist es wichtig, dass Sie bei der unterstützten Person jeweils Angaben zu »Leistungen anderer Personen« machen. Die andere Person ist in diesem Fall der andere Partner.

    Sein Kommentar dazu: "Gemeinsame oder getrennte Veranlagung spielt keine Rolle." blieb abgesehen von meinen Zweifeln ungehört.

    Und wenn bei einer Einzelveranlagung von Ehegatten die Unterstützung getrennt zu erfassen ist, dann ist sie bei der gemeinsamen Veranlagung gemeinsam zu erfassen bzw. dort muss keine doppelte Netto-Einkommensermittlung mit jeweils dem gleichen Einkommen je Ehepartner durchgeführt werden.

    Wahrscheinlich wollte man im Programm etwas einsparen und hat zu Lasten der Übersicht und Logik alles in einem Ablauf programmiert. Stimmt aber auch nicht ganz, weil, wenn ich nur einen als Unterstützer eintrage, kommt auf jeden Fall ein richtiges Ergebnis raus.

    Ich würde mir wünschen, dass dies im 2019er Programm transparenter gestaltet wird, bevor ich meine 2018er Steuererklärung ausfertige.

  • Einzelveranlagung bedeutete allerdings auch: Hat ein Ehepartner keine Einkünfte, verschenke ich einen Grundfreibetrag in Höhe von derzeit 9000 €. Der Splitting Vorteil, maximal ca. 6000 € ist weg.

  • Quote from Adi;26388

    Einzelveranlagung bedeutete allerdings auch: Hat ein Ehepartner keine Einkünfte, verschenke ich einen Grundfreibetrag in Höhe von derzeit 9000 €. Der Splitting Vorteil, maximal ca. 6000 € ist weg.

    Was soll dieser Einwand? Niemand hat gefordert, dass man den Vorteil der Zusammenveranlagung aufgeben soll. Und schon gar nicht, um diesem Programm gerecht zu werden.

    Letztendlich gibst Du mit diesem Einwand zu, dass dieses Programmmodul eher auf die relativ wenigen Einzelveranlagten zugeschnitten ist.

  • War als Hinweis gedacht, dass man beim abwägen, ob Einzel-oder Zusammenveranlagung günstiger ist, eine Entscheidung unter -Einbeziehung aller Fakten insgesamt treffen muss. Aber genau für diesen Fall habe ich mir die SSE zugelegt. Ich kanns nicht ausrechnen.

  • Quote from Adi;26397

    War als Hinweis gedacht, dass man beim abwägen, ob Einzel-oder Zusammenveranlagung günstiger ist, eine Entscheidung unter -Einbeziehung aller Fakten insgesamt treffen muss. Aber genau für diesen Fall habe ich mir die SSE zugelegt. Ich kanns nicht ausrechnen.

    Das ist eine andere Baustelle, die vom Thema ablenkt.

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