Auszahlung Lebensversicherung steuerlich nicht relevant?

  • Eine Lebensversicherung wurde im Jahr 2023 regulär ausbezahlt. (Nähere Daten, wie z.B. Vericherungsbeginn sind mir momentan nicht bekannt.)
    Im Auszahlungs-Schreiben der Versicherung ist kein Hinweis auf Steuerpflicht und Mendung der Auszahlung an die Finanzverwaltung.
    Beim VaSt-Abruf erscheinen zweifelsfrei keine Daten der Lebensversicherung.

    Frage:
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    Kann ich mit Sicherheit davon ausgehen, dass die Auszahlung dieser Lebensversicherung steuerlich nicht relevant ist?

  • Schauen Sie einmal in die Abrechnungsunterlagen der Versicherung. Die Gesellschaft wird die Kapitalertragssteuer mit 25 % Abgeltungssteuer versteuert haben. Wenn das nicht gewollt ist und mit dem individuellen Steuersatz versteuert werden soll, ist die Abgabe einer Anlage KAP nötig.

  • Die Gesellschaft wird die Kapitalertragssteuer mit 25 % Abgeltungssteuer versteuert haben. Wenn das nicht gewollt ist und mit dem individuellen Steuersatz versteuert werden soll, ist die Abgabe einer Anlage KAP nötig.

    Aber nur, wenn die KLV nicht vor 2005 abgeschlossen wurde.

  • Ich bedanke mich bei allen die geantwortet haben für die Einschätzungen.

    Leider ist es nicht ganz sicher, dass die Auszahlung dieser Lebensversicherung steuerlich nicht relevant ist.

    Gründe:

    Die Lebensversicherung hat dem Steuerpflichtigen nicht alle Unterlagen zugesandt.
    Der Steuerpflichtige hat Unterlagen teilweise verschlamt oder nicht gelesen.

    Das Nichtvorhandensein von VaSt-Daten für die Auszahlung dieser Lebensversicherung ist keine absolute Sicherheit,
    denn es kommt vor dass an das Finanzverwaltung übertragene Daten
    (zunächst) dem Steuerpflichtigen nicht oder falsch zugeordnet werden.

    Selbst ein Einkommensteuerbescheid ist keine absolute Sicherheit,
    denn es kommt vor dass an die Finanzverwaltung übertragene Daten
    erst mit sehr langer Verzögerung beim zuständigen Finanzamt ankommen bzw. verwertet werden.
    Werden dem zuständigen Finanzamt nach Ablauf der Festsetzungsfrist neue Tatsachen bekannt bin ich mir nicht sicher, ob das Finanzamt den Einkommensteuerbescheid noch ändern kann.

  • Dann braucht man auch mehr Angaben dazu als nur „Eine Lebensversicherung wurde im Jahr 2023 regulär ausbezahlt.“, um eine sichere Antwort steuerlicher Relevanz zu erteilen. So wird das erst einmal nichts.

    Wesentlich sei ja, wann die LV abgeschlossen wurde. Zurzeit werden langjährige Kapitallebensversicherungen ausgezahlt, die noch vor 2004 (2005) abgeschlossen wurden. Diese Versicherungen wurden alle noch aus bereits versteuertem Einkommen erspart. Hätte sich einer die Sparbeiträge als Bargeld sonst wo aufbewahrt, würde das ja auch aus steuerlicher Sicht, niemanden weiter interessieren, sofern nicht später einmal Transferleistungen beansprucht werden sollen. Diese Versicherungen hatten Ihre Entstehungsgeschichte aus den Vermögensbildungsbestrebungen der Nachkriegszeit. Es war ausdrücklich von staatlicher Seite erwünscht, dass sich die Bürger Vermögen ansammeln sollten. Dass auch einmal Erträge hiervon im Sinne von Kapitalerträgen zu versteuern seien, war damals genauso wenig angedacht, wie auch einmal eine Rente versteuern zu müssen. Man konnte das Geld einfach einsäckeln. Später wurden dazu viele Reformbewegungen angestrebt und nacheinander umgesetzt. Nun sollten auch hierfür Kapitalerträge versteuert werden, was aber so ja nicht in gleichem Sinne, wie bei Erträgen aus Sparzinsen von Sparbüchern während der Laufzeiten, nicht der Fall sein konnte. Denn die Gesellschaften gaben ihre Gewinnzusagen nur beispielgebend als Prognose in die Zukunft bekannt. Also als eine reine Hypothese, wie sich ja später auch vielfach gezeigt hatte. Die Erwartungen mussten doch sehr zurückgeschraubt werden. Sparzinsen werden jährlich ausgewiesen und sind somit nicht direkt vergleichbar. Wenn sich einer vielleicht noch erinnern kann, wurden diese Versicherungen damit beworben, sie später einmal steuerfrei ausgezahlt zu bekommen, wenn sie für mehr als 12 Jahren angelegt werden. Solche Begünstigungen sollte es danach natürlich nicht mehr geben.

    Falls es sich noch um eine solche Versicherung handelt, darf man sie sich wohl getrost steuerfrei auszahlen lassen, denn die Versicherungen hatten ihre Verträge bereits so ausgestaltet, dass alle Voraussetzungen für eine steuerfreie Auszahlung gegeben waren. „Bei regulärer Auszahlung“!

    Programmhilfen und Hinweise zu den Steuertipps:

    Im Beitrag 5b SS 3(1) ff zu Kapitalvermögen wird im Beitrag II. (auch über die Datenbank der Plus-version erreichbar) ‚Das System der Abgeltungssteuer‘ ausführlich behandelt. Damit wird auch deutlich, dass Abgeltungssteuern aus Kapitallebensversicherungen nunmehr später auch direkt von der Quelle abgezogen werden. Siehe Tabelle. In diesem Falle hätte man zu prüfen, ob die Abgeltungssteuer noch dem persönlichen Steuersatz entspräche.

    Den -Abgeltungssteuer-Experten- nutzen!
    Leider führt die Ablaufleistung einer alten Lebensversicherung nicht hinreichend zum gewünschten Ergebnis und scheitert bereits im System der -Allgemeine(n) Fragen-, denn es sei doch zu hoffen, dass bereits die erste Frage noch positiv beantwortet werden könnte! Wünschenswert wäre hier noch eine Funktion, wenn bei Beantwortung zu den -Besondere(n) Kapitalerträgen- mit dem Häkchen bei -Einnahmen aus einer Lebensversicherung- ohne die beiden weiteren Häkchen, die allgemeinen Fragen wieder relativiert würden. Die Erträge können zwar mehr als 1.000 € betragen, wären aber hierfür nicht relevant. Bei der Beantwortung zu den besonderen Kapitalerträgen beließe man es nur beim ersten Häkchen. Die weiteren Fragen treffen ja nicht zu. Es sollte damit zu einem Ergebnis führen, keine Anlage KAP abgeben zu müssen. Dennoch führt der -Abgeltungssteuer-Experte- im weiteren Sinne doch noch zu einem positiven Ergebnis. Denn auch wenn mit den beiden Häkchen „Kapitalerträge betragen insgesamt mehr als 1.000 €“ und „Einnahmen aus einer Lebensversicherung“ die -Übersicht der Kapitalerträge- eingeblendet werde, bei genauer Durchsicht eben kein Dialog hinsichtlich dieser Lebensversicherung gefunden werden könnte und somit auch keine Anlage KAP mehr erzeugt werden könnte. Aber, ob das jedem logisch erscheint? 😊 Würde man von sich aus das Häkchen unter den -Allgemeine(n) Fragen- weglassen, würde die Aussage auch nicht einem zutreffenden Ergebnis führen, denn der Sparerpauschbetrag wäre mithin ja trotzdem überschritten.

    Dennoch gibt es viele Hinweise in diesem Verlagserzeugnis, dass Kapitallebensversicherungen vor 2004 (2005) bei regulärer Ablaufleistung steuerfrei blieben.

    Die oben aufgeführten Gründe kann ich hier so nicht nachvollziehen. Zu allgemein. Bei einer Auszahlung einer alten Lebensversicherung weißt auch die Gesellschaft schon von sich aus auf diesen Umstand hin und wird daher weder eine Meldung an die Finanzbehörde zum VaSt-Abruf bereitstellen müssen noch eine Steuerbescheinigung ausstellen, die es zu verschlampen gäbe. Sofern der Steuerpflichtige bereits in den vergangenen Jahren vom Hilfeleistenden unterstützt wurde, hätten vielleicht auch Erkenntnisse vorliegen können, dass eine solche Kapitallebensversicherung existieren könnte. Welche Angaben wurden denn bei den sonstigen Vorsorgeaufwendungen im Dialog „Übrige kapitalbildende Lebens- bzw. Rentenversicherungen“ stets immer gemacht? Der Steuerpflichtige sucht ja nicht einfach nur Hilfe, weil ihm die Ablage seiner Dokumente nicht gelingen will, sondern weil er bei seiner Steuererklärung Unterstützung sucht. Ggf. müssen Dokumente nachgereicht werden. Manchmal können auch trotz ergiebiger wortreicher Nachfrage immer noch nicht alle Dokumente vorgelegt werden. In diesen Fällen muss das Finanzamt ggf. auf besondere weitere Umstände hingewiesen werden. Etwa „Lebensversicherung wurde ausgezahlt, VaSt liegt nicht vor!“ Dem Steuerpflichtigen ist entsprechend Mitteilung zu machen.

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