Steuererklärung aussetzen oder durchgehende Pflicht?

  • Hallo ich bin neu hier.

    Hab auch gleich eine Frage. Ich habe als freiwillige Stuererklärung die Erklärung für die Jahre 2019, 2021 und 2022 bereits eingereicht und hierfür die Zahlung erhalten.

    Jetzt habe ich bereits zwei Mal eine Aufforderung vom Finanzamt erhalten, dass ich auch die Steuererklärung vom Jahr 2020 abzugeben habe, sonst wird mein Beitrag geschätzt.


    Muss ich die Steuererklärung trotzdem machen, auch wenn ich generell nur freiwillig die Erklärung mache? Finde das ein wenig komisch.


    Mfg und danke im Voraus für eure Antworten.

  • Muss ich die Steuererklärung trotzdem machen, auch wenn ich generell nur freiwillig die Erklärung mache? Finde das ein wenig komisch.

    Freiwillig wäre eigentlich nicht der richtige Ausdruck. Sie stellen einen Antrag, dass Ihre Steuerfestsetzung veranlagt wird. Im Gegensatz dazu können Sie auch veranlagungspflichtig sein. Dann müssen Sie eine Steuererklärung abgeben.

  • Einfache google-Anfrage:

    https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/geld-ve…eben-muss-24899:

    Auch wenn Sie eigentlich nicht zu den oben beschriebenen Gruppen gehören, die jedes Jahr eine Steuererklärung abgeben müssen, kann das Finanzamt Sie dennoch per Post dazu auffordern. Wenn Sie einen solchen Brief bekommen, sollten Sie das Schreiben nicht ignorieren. Will das Finanzamt eine Steuererklärung von Ihnen haben, müssen Sie reagieren.

  • Auch wenn Sie eigentlich nicht zu den oben beschriebenen Gruppen gehören, die jedes Jahr eine Steuererklärung abgeben müssen, kann das Finanzamt Sie dennoch per Post dazu auffordern. Wenn Sie einen solchen Brief bekommen, sollten Sie das Schreiben nicht ignorieren. Will das Finanzamt eine Steuererklärung von Ihnen haben, müssen Sie reagieren.

    Das ist immer das Problem mit spezifischen Antworten, die gleich herausgeschossen werden. Der TE hat uns doch noch gar nichts über seine Gründe genannt, welcher Steuerveranlagung er zugeordnet ist. Er spricht von Freiwilligkeit, anstatt eine Steuerklassenkombination oder vielfältige andere Gründe zu nennen. So wissen wir doch gar nicht, ob er freiwillig eine Steuererklärung "macht".

    Die Frage des TE kommt vollkommen sinnfrei hier im Forum an und schon weiß jemand die mutmaßliche Antwort. Der TE muss erst einmal liefern. Art der Einnahmen, welche erklärt werden, Steuerklassenkombination im Falle von Nichtselbständigen Einnahmen. Wir wissen ja noch nicht einmal, ob er welche hat und wenn ja, wieviel und wer noch. Genauso verhält es sich auch mit den anderen Einnahmen oder Bezügen.

    Die einzige Antwort, die ich ihm geben konnte, war die Frage nach seiner Veranlagungspflicht!

  • Hallo Papa_001

    "Der TE hat uns doch noch gar nichts über seine Gründe genannt ..."
    Das ist vollkommen egal!

    Wenn das Finanzamt zur Abgabe einer (Einkommen)Steuererklärung auffordert,
    dann muss man das immer fristgerecht machen!
    Jede Frage nach dem warum ist überflüssig.

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    • Official Post

    Die Schätzung wird auf jeden Fall so hoch sein, dass ohnehin danach reagiert werden muss.

    Mir ist auch unklar, wieso man eine Lücke bei den Erklärungen lässt, mehrfache Aufforderungen ignoriert und dann hier nachfragt. Ich rechne nicht mit einer Antwort.

    Gruß Dirk Vroomen

    Viele Grüße

    Dirk Vroomen
    Softwareentwicklung

  • Hallo Papa_001

    "Der TE hat uns doch noch gar nichts über seine Gründe genannt ..."
    Das ist vollkommen egal!

    Wenn das Finanzamt zur Abgabe einer (Einkommen)Steuererklärung auffordert,
    dann muss man das immer fristgerecht machen!
    Jede Frage nach dem warum ist überflüssig.

    Das sehe ich hier nicht so! Ich kannte letztes Jahr an die fünfzig Fälle, wo nicht veranlagungspflichtige Steuerkunden zur Abgabe einer Steuererklärung aufgefordert wurden und dieses Jahr sind es auch schon bereits über zehn gewesen. Man kann das (z.B. mit einem Anruf beim zuständigen Finanzamt) alles klären. Nur wenn man darauf nicht reagiert, wird auch das Mahnwesen nicht eingestellt. Nun stellt der TE eben die Frage:

    Muss ich die Steuererklärung trotzdem machen, auch wenn ich generell nur freiwillig die Erklärung mache?

    und findet das sogar noch komisch. Ich finde das auch komisch, wenn schon jemand generell für sich in Anspruch nimmt nur freiwillig eine Steuererklärung abgeben zu wollen. :) Dann darf man doch mal nachfragen, wie er zu veranlagen wäre. Der TE fragt noch nicht einmal, ob und welche Gründe es dafür geben könnte, die seiner Ansicht zu einer Abgabepflicht entgegenstehen. Er fragt gleich nach einer Verhaltensweise und einige fühlen sich dazu berufen, gleich eine zu empfehlen. Das sollte man meiner Ansicht nach nicht tun. Denn eine solche Frage tangiert Pflichten eines Bürgers, die wir hier überhaupt nicht zu beantworten haben.

    Das ist jedenfalls besser, als auf den Bescheid mit der Schätzung zu warten. Was soll das bringen ?

    Eben wenn die Steuererklärung noch nicht vollständig verfasst werden kann. Und wenn trotz aller Drohung geklärt werden kann, dass doch noch etwas Zeit bleibt, bringt das allemal etwas!

    Mir ist auch unklar, wieso man eine Lücke bei den Erklärungen lässt, mehrfache Aufforderungen ignoriert und dann hier nachfragt. Ich rechne nicht mit einer Antwort.

    Darum genau geht es. Fragen dieser Art werden anderswo weiter diskutiert. Wir werden wohl keine Antwort oder Frage mehr hier erhalten. Wer es noch nicht bemerkt hat, nicht nur dieses Forum wird systematisch durchforstet und für andere Dienste bereitgestellt. Deshalb sollte man auf zu allgemeine Fragen nicht zu wohlmeinende spezifische Antworten geben. Wenn nicht irgendwie erkennbar ist, dass jemand die Software nutzt, sehe ich keine Veranlassung eine Antwort zu geben, die auf ein Pflichtverhalten abstellt. Wo ich aber immer neugierig bin, ob die Programmhilfen an der richtigen Stelle reagiert haben, denn auch in der Steuersparerklärung kann man eine Antwort zur Abgabepflicht finden.

  • Eben wenn die Steuererklärung noch nicht vollständig verfasst werden kann. Und wenn trotz aller Drohung geklärt werden kann, dass doch noch etwas Zeit bleibt, bringt das allemal etwas!

    Genau diese Zeit hatte ich für meine 21er Erklärung in Anspruch genommen. Nach dem Vorliegen des Schätzbescheides habe ich zusätzlich noch die Zeit der Einspruchsfrist gewonnen und konnte somit meine komplexe Erklärung für 2021 bis zum Fristende (18.03.2024) nachbessern.

    Obwohl die 2022er Erklärung die 2021er als Basis benötigt, hat man mir für 2022 ohne eine Mahnung gleich eine Zwangsgeldandrohung zukommen lassen. Daraufhin habe ich für 2022 die noch nicht abgesegneten Zahlen aus 2021 eingestellt und fix nachgereicht. Nun warte ich bereits seit dem 18.03.2024 auf eine Reaktion des FA.

    Offensichtlich war die Erstellung eines Schätzbescheides einfacher als die Prüfung der realen Daten.

  • "Obwohl die 2022er Erklärung die 2021er als Basis benötigt"
    Ich wüsste nicht, wozu man die Einkommensteuererklärung des Vor-Vorjahres für die Erstellung der Einkommensteuererklärung vom abgelaufenen Jahr zwingend benötigt.

    "die Zeit der Einspruchsfrist gewonnen"
    Bei nicht fristgerechter Abgabe der Einkommensteuererklärung gibt es die - wie ich es bezeichnend nenne - Ermunterungsgebühr.
    Der Zinslauf beginnt 15 Monate nach Ende des Steuerjahres, auch wenn amtlich eine Fristverlängerung für die Abgabe der Einkommensteuererklärung gewährt wird.

    Edited once, last by WMenzel (May 27, 2024 at 8:00 AM).

  • "Obwohl die 2022er Erklärung die 2021er als Basis benötigt"
    Ich wüsste nicht, wozu man die Einkommensteuererklärung des Vor-Vorjahres für die Erstellung der Einkommensteuererklärung vom abgelaufenen Jahr zwingend benötigt.

    Wenn Du die 21er-Erklärung mit der des abgelaufenen Jahres (2023) verwechselst, dann verstehe ich Dich noch. Aber hier geht es um Abschreibungsgrundlagen, die in 2021 geändert wurden und sich natürlich auch auf 2022 und darüberhinaus auswirken. So wurden bei V&V kreditfinanzierte entgeltliche Abfindungszahlungen an Miterben geleistet, die sich auf die Abschreibung und die Höhe der Schuldzinsen auswirken. In einer weiteren Immobilie wurde eine über 10 Jahre abzuschreibende Küche eingebaut. Zusätzlich wurde auch in 2021 eine von mehreren ETW veräußert, weil mit deren Erlös die Schuldenlast einer nur zum Teil vermieteten Immobilie vorfälligkeitsfrei abgelöst werden konnte. Hierbei konnten die mehrjährig abzuschreibenden Erhaltungsaufwendungen für den Einbau einer neuen Heizung auf das Verkaufsjahr vorgezogen werden. Im Übrigen darf ich nach Rücksprache mit meiner SB die 23er-Erklärung so lange zurückhalten, bis die Vorgängerbescheide ergangen sind.

    Quote

    "die Zeit der Einspruchsfrist gewonnen"
    Bei nicht fristgerechter Abgabe der Einkommensteuererklärung gibt es die - wie ich es bezeichnend nenne - Ermunterungsgebühr.
    Der Zinslauf beginnt 15 Monate nach Ende des Steuerjahres, auch wenn amtlich eine Fristverlängerung gewährt wird.

    Leider wurde der Zins enorm reduziert. Für die aufgrund des Schätzbescheides fällig geworde Erstattung über 3.774 € habe ich nur 23 € Zins bekommen und wenn die Erstattung aufgrund meines Einspruchs auf 4.649 € aufgestockt wird, kommt auch wenig Zins rüber. Das Zwangsgeld konnte ich verhindern, indem ich kurz vor Ablauf der Frist zur Zwangsgeldzahlung meine - wenn auch unvollständige - Erklärung abgegeben habe. Aber ich fürchte, dass man meinen Einspruch gegen den Verspätungszuschlag von 150 €, trotz der Steuererstattung nicht stattgeben wird.

  • Bezüglich drohendem Verspätungszuschlag:
    Wenn ausnahmsweise die terminlich fällige Einkommensteuererklärung von "Vorbescheiden" bzw. von dem Ergebnis vorheriger Einkommensteuerbescheide abhängig ist,
    würde ich in der terminlich fälligen Einkommensteuererklärung das für mich günstigste, aber realistische! eingeben
    und im an das Finanzamt gesendeten erklärenden Text auf die noch nicht vorhandenen "Vorbescheide" hinweisen.
    So kann die terminlich fällige Einkommensteuererklärung abgegeben werden, auch wenn noch nicht alle Daten endgültig vorliegen.

  • Dankesehr für die vielen sinnvollen und interessenten Antworten. Nachdem ich mir die Antworten durchgelesen habe, antworte ich gezielt, damit ihr einen besseren Eindruck über meine Gesamtsituation habt. Ich bin kein Profi im Steuerrecht, deshalb stelle ich hier meine Fragen. Ich bin mir sicher, dass ich vieles von euch lernen kann.

    Nun zu mir:

    Ich bin Beamter im öffentlichen Dienst. Ich habe durch Freunde/Bekannte mehrfach gehört, dass sich eine Steuererklärung für mich lohnen wird. Zudem habe ich drei Kinder und eine Lebenspartnerin.

    Nach einer kurzen Recherche fand ich heraus, dass ich nicht verpflichtet bin, eine Steuererklärung abzugeben. Das war schonmal die gute Nachricht. Trotzdem wollte ich wissen, ob es sich für mich lohnt.

    Nachdem ich einige kostenlose und dann auch später kostenpflichtige Steuerprogramme genutzt habe, war für mich klar, dass ich die Steuererklärung abgeben möchte. Dies war für mich, als "Nicht-Verpflichteter", für die letzten vier Jahre möglich.

    Also habe ich für die Jahre 2019, 2021 und 2022 eine Steuererklärung abgegeben. Diese wurde mir wenige Wochen später positiv angerechnet.

    Zudem habe ich kurz darauf einen Brief erhalten, bei dem die Steuererklärung für das Jahr 2020 angefordert wurde. Hier habe ich natürlich keine Frist verstreichen lassen und auch keine Mahnungen oder ähnliches erhalten. Ich habe erst das Netz, Freunde und dann hier die Frage gestellt. Wollte einfach nur für "Ahnungslose" wissen, wieso das Finanzamt eine Steuererklärung von jemandem verlangt, der überhaupt nicht verpflichtet ist, sie abzugeben.

    Der Grund dafür, dass ich die Steuererklärung vom Jahr 2020 nicht abgeben habe ich ganz einfach. Ich müsste Steuern nachzahlen, die ich vermeiden wollte.


    Aktuell ist es so: Ich habe die Steuererklärung vom aktuellen jahr und vom Jahr 2020 nachgereicht. Auf eine Antwort ist noch zu warten.

    Danke für die schnellen und tollen Antworten.

    Schönes Wochenende :D

  • Ich müsste Steuern nachzahlen, die ich vermeiden wollte.

    Wenn bei jemand, der nur Arbeitseinkommen bezieht, eine Nachzahlung errechnet wird, liegt zumeist ein Pflichtveranlagungsfall nach § 46 EStG vor.

    Die Regelungen in § 46 EStG sind in den letzten Jahren mehrfach geändert worden, weshalb ich auf einen Link verzichtet habe.

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