Welche Auswirkungen hat es beim Finanzamt, wenn ich "Ich reiche Belege nach" anhake?

  • Welche Auswirkungen hat es >>> beim Finanzamt <<<,
    wenn ich im Dalog
    Abgabe der Steuererklärung/Erhalt des Steuerbescheides ->
    Abgabe der Steuererklärung -> ELSTER Steuererklärung prüfen und versenden
    "Ich reiche Belege nach" anhake?

  • Hallo Charlie24

    vielen Dank für deine konkrete Antwort.

    In so einem Fall würde ich die Belege - von denen ich meine,
    dass die unbedingt erforderlich sind
    bzw. vom Finanzamt sowieso angefordert werden -
    gleich zusammen mit der Einkommensteuererklärung
    bzw. ganz zeitnah über die ELSTER Schnittstelle senden.

  • bzw. ganz zeitnah über die ELSTER Schnittstelle senden.

    So mache ich das auch, wobei die Herausforderung eher ist, richtig einzuschätzen, welche Belege das Finanzamt wirklich haben will. Ich reiche z. B. seit Jahren keine Spendenbescheinigungen und auch keine Belege zu Handwerkerrechnungen mehr ein. Dafür sind bisher noch nie Belege angefordert worden.

  • Ich habe das besagte Häkchen immer wieder entfernen müssen, so dass ich den Verdacht habe, dass es automatisch gesetzt wird. Und weil ich es teilweise nicht immer entfernt habe, sind mir schon einige Erklärungen so (mit Häkchen aber ohne Belege nachzureichen) raus gegangen sind.

  • Welche Auswirkungen hat es >>> beim Finanzamt <<<,
    wenn ich im Dalog
    Abgabe der Steuererklärung/Erhalt des Steuerbescheides ->
    Abgabe der Steuererklärung -> ELSTER Steuererklärung prüfen und versenden
    "Ich reiche Belege nach" anhake?

    Das Häkchen haben Sie in dieser Version doch gar nicht mehr. Oder?

  • Das Finanzamt wird die Bearbeitung des Steuerfalls zurückstellen bzw. damit warten, bis die angekündigten Belege vorliegen.

    Mit dem besagten Häkchen, dass es in früheren Versionen noch gab, wird man in den Bereich -Belege prüfen und nachreichen- verlinkt. Dort kann man Belege zum Versenden auswählen oder es auch bleiben lassen und sich den Dialog weiter anschauen. Das Häkchen ist gar nicht notwendig, denn der Dialog folgt auf dem Fuße im Navigationsbereich gleich nach -Steuererklärung prüfen und versenden- Das Häkchen führte also nur zum Aufsuchen dieses Bereichs und nur sich diesen Bereich anzuschauen löst noch keine weitere Aktion aus. Ich wüsste auch nicht, wo es im ELSTER-Versand-Protokoll einen solchen Hinweis gegeben habe, dass eine Aktion geplant sei, Belege nachsenden zu wollen. Dieser Bereich scheint aufgrund der Komplexität der unterschiedlichen Verteilungsausgaben des aav-Herstellerverbunds zu missverständlichen Erwartungen geführt zu haben. Im Bereich der Druckausgaben können Anlagen mit Checklisten und Anschreiben an das Finanzamt erzeugt werden. Eine hilfreiche Unterstützung für den gestressten Vielversender, ob dieses Programmbonmot auch immer das Erwartungsspektrum von Einzelanwendern erfüllt? Woher nehmen Sie die Zuversicht, dass das Finanzamt von den programminternen und programmeigenen Aktionen eines Versenders einer Steuererklärung Kenntnis erhalte und daraus anzunehmen, was das Finanzamt dann tun werde oder nicht? Könnte man in seinem ELSTER-Konto solche Mitteilungen etwa per Häkchen hinterlegen?

  • Ich wüsste auch nicht, wo es im ELSTER-Versand-Protokoll einen solchen Hinweis gegeben habe, dass eine Aktion geplant sei, Belege nachsenden zu wollen

    In Mein ELSTER kann man auch für 2023 noch angeben, dass Belege nachgereicht werden. Das führt zwar zu einem Hinweis, dass das nicht notwendig ist, wenn man es aber dabei belässt, wird der Satz: Belege werden nachgereicht, selbstverständlich auch im ELSTER-Datensatz übermittelt. Es gibt ja nach wie vor ein paar Sachverhalte, zu denen Belege erwartet werden, wie z. B. die erstmalige Zuerkennung eines GdB oder Erträgnisaufstellungen bei ausländischen Kapitalerträgen.

  • In Mein ELSTER kann man auch für 2023 noch angeben, dass Belege nachgereicht werden.

    Aber wo wird diese Information im ELSTER-Protokoll erfasst?

    In Mein ELSTER kann man auch für 2023 noch angeben, dass Belege nachgereicht werden. Das führt zwar zu einem Hinweis, dass das nicht notwendig ist, wenn man es aber dabei belässt, wird der Satz: Belege werden nachgereicht, selbstverständlich auch im ELSTER-Datensatz übermittelt.

    Wo genau steht dieser Satz im ELSTER-Datensatz? Meinen Sie das ELSTER-Transferprotokoll?

    Es gibt ja nach wie vor ein paar Sachverhalte, zu denen Belege erwartet werden, ...

    Ja, die kann es geben! Aber wozu erst ankündigen, wenn man die Belege auch gleich versenden könnte?

  • Den ähnlichen Hinweis gibt die SSE auch aus aber es wird mit dem Häkchen kein Text etwa in den allgemeinen Angaben erzeugt. Das Häkchen bleibt wirkungslos. Man sendet eben Belege gleich mit, später, vielleicht oder auch nicht.

  • ...aber es wird mit dem Häkchen kein Text etwa in den allgemeinen Angaben erzeugt.

    Ich halte die Ankündigung von Belegen in den seltenen Fällen, wo es die noch braucht, durchaus nach wie vor für sinnvoll. Das führt nämlich dazu, dass der Steuerfall zur personellen Bearbeitung ausgesteuert wird und ihn ein Mensch zu Gesicht bekommt. Unsere Steuererklärung für 2022 ist innerhalb von 5 Tagen allein durch die EDV abgearbeitet und verbeschieden worden. Für uns bestand natürlich auch kein Anlass, Belege anzukündigen. Das ist aber nicht jedes Jahr so.

  • Die manuelle Aussteuerung zur personellen Bearbeitung ist ja nach wie vor noch gegeben und kann über -Sonstige Kosten und Angaben\Ergänzende Angaben zur Steuererklärung\- mit beliebigem Text noch genauso in den allgemeinen Angaben in Zeile 45 kundgegeben werden. Soviel Phantasie braucht es dazu ja sicher nicht als das dazu ein Häkchen notwendig wäre. Dann müsste doch dieser geistreiche Text, der den Sachbearbeitern des Finanzamtes dann vor die Nase gehalten wird und worüber man sie selbst nicht auch noch zu belehren braucht, denn sie kennen ja das Verfahren, auch in der Zeile 45 erscheinen. Oder wo erscheint der Text?

  • Ergänzende Angaben zur Steuererklärung

    Dafür sind die Ergänzenden Angaben aber nicht gedacht. In der amtlichen Anleitung zur Zeile 37 des Hauptvordrucks 2023 heißt es ausdrücklich:

    Falls Sie mit Abgabe der Steuererklärung lediglich Belege und Aufstellungen einreichen, ist keine Eintragung vorzunehmen.

  • Also der Text erscheint ganz am Anfang im Hauptvordruck unter -Art der Erklärung- zwischen -Einkommensteuererklärung- und -Allgemeine Angaben- und hat dort keine Zeilennummer? Und andere Programme welche diese Funktion innehaben, würden alle den gleichen Text ausgeben, weil vielleicht in Mein Elster der selbe Text ausgegeben wird? Und eine solche Vorbedingung würde auch zur personellen Aussteuerung gebracht?

  • würden alle den gleichen Text ausgeben, weil vielleicht in Mein Elster der selbe Text ausgegeben wird?

    Nach meiner Einschätzung wird der ausführliche Hinweistext von der ELSTER-Schnittstelle (ERiC) bereitgestellt. Ich habe jetzt mal in einem Übermittlungsprotokoll für das Jahr 2021 nachgesehen, da wurde am Anfang des Datensatze nur der Satz übermittelt: Belege werden nachgereicht. Diese Angabe reicht doch für die Aussteuerung zur personellen Bearbeitung vollkommen aus. Warum das jetzt so ausführlich erläutert wird, weiß ich auch nicht genau. Wahrscheinlich erfolgen diese Hinweise, weil immer noch viel zu oft Belege eingereicht werden. Anders ist das nicht zu erklären.

  • Danke für die Info und Einschätzung! Ich würde sagen, wer Belege mit senden will oder mit zusenden hat, der tut das einfach sofort noch mit der Steuererklärung aber ein Ankündigungsszenario wie "ich will oder soll" dürfte für die SSE nicht an erster Stelle der Prio stehen. Aber ich denke damit hat sich das hinreichend geklärt.

  • Einige Anmerkungen zu Belegen „Aufgefordert oder nicht aufgefordert“!

    Sieht der Finanzbeamte, dass unaufgefordert Belege da sind? - SteuerSparErklärung für das Steuerjahr 2023 (29.x) Win/Mac - Forum der Akademischen Arbeitsgemeinschaft (steuertipps.de)

    Wir hatten ja darüber diskutiert, wann Belege eingereicht werden sollen und wie das im entsprechenden Fall kenntlich gemacht werden sollte. Zunächst nach meiner Information mit dem Finanzamt, sieht der Finanzamt das zunächst nicht. Er muss aktiv nachschauen (Vielleicht beim Finanzamt selber nachfragen?). Daher bin ich mit Charlie24, der die vorbezeichnete Frage wieder hierher empfohlen hat zu dem Ergebnis gekommen, dass eine Kenntlichmachung über die ELSTER-Schnittstelle zu erfolgen habe. Diese Möglichkeit hat aber die SSE derzeit nicht. Eine Ersatzmöglichkeit über besagte Schnittstelle „-Sonstige Kosten und Angaben\Ergänzende Angaben zur Steuererklärung\-“ sei wohl nicht gewünscht. Der entsprechende Hinweis befindet sich in den Allgemeinen Angaben und hat keine eigene Zeilennummer. So soll wohl verhindert werden, dass der Steuerfall risikofallbezogen ausgesteuert wird.

    Ob Belege auch im Voraus erwartet werden und falls ja, in welcher Form dies dann zu geschehen habe, hängt nicht nur davon ab, ob der Steuerzahler dies wünscht, sondern auch vom Finanzamt. Wovon die Finanzämter von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich agieren und sich dieses Recht auch nicht zentral von der Finanzverwaltung (jetzt neu „Finanzbehörde“) vorschreiben lassen wollen. Steuerkunden werden tatsächlich individuell nach Risikofall aufgefordert zukünftig immer gleich schon Belege mit einzureichen. Ebenso sind die Umstrukturierungsmaßnahmen bei den Finanzbehörden aber immer noch nicht hinreichend abgeschlossen. Gemeinsame Bearbeiterteams sind auseinandergesprengt und gibt es so nicht mehr. So können Posteingang und Bearbeiterstelle weit voneinander liegen. In diesem Falle kann es schon einmal vorkommen, dass eingesandte Papierbelege von der Posteingangsbearbeitung wieder zurückgesandt werden, obwohl der damit beauftragte Bearbeiter diese sehnlichst erwartet hätte. Daher sollten Belege möglichst immer über die ELSTER-Schnittstelle versandt werden. Auch wenn das wegen der Datenbegrenzung manchmal sehr mühsam erscheint. Gleichzeitig ist aber auch verständlich, dass Sachbearbeiter Belege haptisch in Papierform besser bearbeiten können. Es wäre dann schon einfach hilfreich, wenn die Belege eindeutige Bezeichnungen hätten und themengerecht zusammengefasst sind. Also nicht Sonderausgaben mit Werbungskosten mischen.

    Es kommt aber in der Masse der Steuerfälle, insbesondere bei Nichtselbständigen Einnahmen kaum noch vor, dass Belege angefordert werden. Da wo das der Fall ist, hat der Steuerkunde meistens Kenntnis. Wenn die Sachbearbeitung am bekannten Finanzamt ist, können auch noch Papierbelege beim Finanzamt abgegeben werden. Derlei Steuerfälle sind für bearbeitende Dritte zugegebener Maßen aufwendiger. Ich empfehle daher, dem Finanzamt einfach telefonisch anzukündigen, dass man zu eben eingereichter Steuererklärung Belege in Papierform eingereicht habe oder einreichen könnte. Das entspannt dann einfach die Situation, solange diese Kenntlichmachung noch nicht über die SSE aktiviert werden kann. Auch mit entsprechender Möglichkeit, haben diese Steuerfälle trotzdem weiterhin ihren Sonderstatus als besonderen Aufwand.

    Der andere Umstand, dass Steuern wegen angeblich fehlender Belege festgesetzt wurden, hat sich Gott sei Dank verringert. Hier waren einfach Bearbeitungsrückstände die Ursache dieser Fehler. In der Tat hätten mit der Risikoaussteuerung auch noch die zu bewertenden Belege angefordert werden sollen. Hier gab es Schwächen in der Kommunikation. Auch hier mussten diese Fälle dann anschließend im Rechtsbehelfsverfahren geheilt werden, was aber völlig problemlos verlaufen ist.

    Zur Kommunikation mit dem Finanzamt. Am Telefon hat der Mitarbeiter keine fallbezogenen Auskünfte zu erteilen. Dort sollen nur Auskünfte über Sachstand und Einzelvermerke der Sachbearbeiter gegeben werden. Es können also wirklich nur Nachfragen sein, ob Erklärungen bzw. geforderte Unterlagen angekommen sind und ob diese schon in Bearbeitung genommen sind. Die Sachbearbeiter sitzen im Sekondlevel. Ggf. sollte man empfehlen, dass sie sich im Bedarfsfall telefonisch melden können.

Participate now!

Don’t have an account yet? Register yourself now and be a part of our community!