Veräusserungsgewinn bei Betriebsaufgabe

  • Das FA hat mich für 2021 aufgefordert, den Aufgabegewinn einer nebenberuflichen Versicherungsvermittlung anzugeben. Nach mühseligen Recherchen habe ich für Überführung meines Büros ins Privatvermögen einen knapp fünfstelligen Gewinn ermittelt.

    Nun wunderte ich mich, warum in der Gewinnermittlung keine Eingabefelder für einen solchen Gewinn vorgesehen sind. Letztendlich habe ich diese Eingabefelder in der SSE gefunden. Dort wird für den Gewerbebetrieb ganz am Schluß der ersten Maske ein umfangreicher Dialog angestoßen, der den etwas fragwürdigen Gewinn unter Bezug von § 16 (4) EStG steuerfrei stellt.

    Genügt es nun, wenn ich die Steuererklärung mittels SSE noch einmal versende oder muss noch zusätzlich ein Einspruch mit Antrag auf Gewährung des Freibetrags nach § 16 (4) EStG abgesendet werden?

  • Nun wunderte ich mich, warum in der Gewinnermittlung keine Eingabefelder für einen solchen Gewinn vorgesehen sind.

    Vielleicht deshalb, weil die dafür vorgesehene Ermittlung entgegengesetzt der Erwartung in den Betriebsausgaben erbracht wird. Im Bereich -Abschreibung- können bei den Wirtschaftsgütern des Anlagevermögens ausgeschiedene Wirtschaftsgüter erfasst werden.

    Letztendlich habe ich diese Eingabefelder in der SSE gefunden. Dort wird für den Gewerbebetrieb ganz am Schluß der ersten Maske ein umfangreicher Dialog angestoßen, der den etwas fragwürdigen Gewinn unter Bezug von § 16 (4) EStG steuerfrei stellt.

    Technisch gesehen sind hier alle dazu notwendigen Erfassungsmöglichkeiten noch gegeben. Aber die dazu notwendigen Hilfestellungen sehr dürftig. So könnte vermutlich auch das Auffinden dieses umfangreichen hilfreichen Dialog auch Glücksache gewesen sein. Wo steht eigentlich der Dialog?:)


    Genügt es nun, wenn ich die Steuererklärung mittels SSE noch einmal versende oder muss noch zusätzlich ein Einspruch mit Antrag auf Gewährung des Freibetrags nach § 16 (4) EStG abgesendet werden?

    Ich hätte in so einem Fall alles noch einmal gesendet. Sie haben ja selbst aus anderen Postings und auch selbst wohl erfahren können, dass das Finanzamt bei Unklarheiten immer wieder von vorne anfängt und alles wieder sehen will. Vielleicht können sich viele Bürger den Betriebsablauf, der auch in großen Firmen herrscht, nicht vorstellen, dass evtl. bereits angefangene Bearbeitungsgegenstände dann doch nicht mehr sinnhaltig aufgebraucht bzw. verwertet werden. Man schaut sich das ganze dann doch lieber wieder von vorne an. Bei Steuerfällen ist das ganz oft so. Gedanken wie "Das ist doch alles schon bei Ihnen, das habt Ihr schon." helfen hier absolut nichts, obwohl es Ausnahmen gibt.

    Edited once, last by Papa_001 (April 8, 2024 at 1:05 PM).

  • Technisch gesehen sind hier alle dazu notwendigen Erfassungsmöglichkeiten noch gegeben. Aber die dazu notwendigen Hilfestellungen sehr dürftig. So könnte vermutlich auch das Auffinden dieses umfangreichen hilfreichen Dialog auch Glücksache gewesen sein. Wo steht eigentlich der Dialog?:)

    Das habe ich oben geschrieben:

    Quote

    Letztendlich habe ich diese Eingabefelder in der SSE gefunden. Dort wird für den Gewerbebetrieb ganz am Schluß der ersten Maske ein umfangreicher Dialog angestoßen, der den etwas fragwürdigen Gewinn unter Bezug von § 16 (4) EStG steuerfrei stellt.

    Quote

    Ich hätte in so einem Fall alles noch einmal gesendet. Sie haben ja selbst aus anderen Postings und auch selbst wohl erfahren können, dass das Finanzamt bei Unklarheiten immer wieder von Vorne anfängt und alles wieder sehen will. Vielleicht können sich viele Bürger den Betriebsablauf, der auch in großen Firmen herrscht, nicht vorstellen, dass evtl. bereits angefangene Bearbeitungsgegenstände dann doch nicht mehr sinnhaltig aufgebraucht bzw. verwertet werden. Man schaut sich das ganze dann doch lieber wieder von vorne an. Bei Steuerfällen ist das ganz oft so. Gedanken wie "Das ist doch alles schon bei Ihnen, das habt Ihr schon." helfen hier absolut nichts, obwohl es Ausnahmen gibt.

    Ich als Sachbearbeiter würde mich ärgern, wenn bei einer Einkunftsart nur eine Kleinigkeit geändert wurde und ich infolge des Gesamtversandes noch einmal alles überprüfen müsste. Man kann ja nicht sicher sein, ob auch an anderer Stelle etwas eingefügt oder weggenommen wurde.

  • Ich als Sachbearbeiter würde mich ärgern, wenn bei einer Einkunftsart nur eine Kleinigkeit geändert wurde und ich infolge des Gesamtversandes noch einmal alles überprüfen müsste.

    Dann müsste immer wieder der selbe Sachbearbeiter den Steuerfall auch wieder in die Hände bekommen und er müsste sich auch noch wieder genau an alles erinnern können.

    Man kann ja nicht sicher sein, ob auch an anderer Stelle etwas eingefügt oder weggenommen wurde.

    Ja eben darum!

  • Dann müsste immer wieder der selbe Sachbearbeiter den Steuerfall auch wieder in die Hände bekommen und er müsste sich auch noch wieder genau an alles erinnern können.

    Das ist zumindest bei so umfangreichen Erklärungen wie der Meinigen sehr sinnvoll. Was in meinem Fall sicher auch zutrifft. Denn als ich zwischendurch mal anrief, wurde mein Anliegen bei Abwesenheit der SB immer mit Verweis auf deren Zuständigkeit entgegengenommen.

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