Selbstbehalt Krankenversicherung als Außergewöhnliche Belastungen

  • Im Steuer-Ratgeber 2021-2022 heißt es unter Außergewöhnliche Belastungen:

    "Anders sieht es bei einem mit der Versicherung vertraglich vereinbarten und getragenen Selbstbehalt aus. Diesen können Sie als außergewöhnliche Belastung geltend machen (BFH-Urteil vom 1.06.2016, X R 43/14, BStBl. 2017 II S. 55)"

    Frage:

    Da ich bei mehreren Suchen im Internet Aussagen fand, dass der Selbstbehalt NICHT zu den außergew. Belastungen gezählt werden kann, bin ich verunsichert und brauche Rat.

    Klar, die Arztkosten müssen angefallen und die zumutbare Eigenbelastung überschritten sein.

    Beides ist der Fall.

    Aber wie setzt ich sie in der Steuererklärung ein?

    Liste ich die Arztkosten auf (in meinem Fall über 10.000 €) und nehme den Selbstbehalt pauschal bei den außergew. Belastungen auf (in meinem Fall 3.500 €)?

  • Liste ich die Arztkosten auf (in meinem Fall über 10.000 €) und nehme den Selbstbehalt pauschal bei den außergew. Belastungen auf

    Doch nicht den Selbstbehalt ! Siehe die Antwort von Mike2904 Falls von den 2023 gezahlten Ausgaben nicht alles bereits 2023 erstattet wurde, müssen auch die erwartbaren Erstattungen angegeben werden.

  • Post by talberg (February 5, 2024 at 9:16 PM).

    This post was deleted by the author themselves (February 5, 2024 at 9:27 PM).
  • Ja, ist eine private KV.

    Aber mit dem Programm der akadem. AG mache ich meine Steuer nicht, denn es führt mich durch zu viele "Felder", die mich nichts angehen und daher empfinde ich es als unübersichtlich.

    Drucke mir die Steuerformulare aus, bearbeite sie wie vor der digitalen Zeit, erstelle Anlagen so wie ich sie für übersichtlich halte und am Schluß gebe ich alles in ELSTER ein.

    Nur das mit den Außergewöhnl. Belastungen und den Arztkosten habe ich noch nicht so ganz verinnerlicht, denn an vielen Strellen im Netz heißt es immer wieder, der Selbstbehalt sei weder als Sonderausgaben, noch als außergew. Belastungen einsetzbar.

    OK, als Sonderausgaben nicht, ist mir klar.

    Wie sieht es denn mit meiner Denke aus, ist die korrekt:

    1.) Führe alle Gesundheitskosten bei den außergew. Belastungen auf.

    2.) Gebe an, was ich von der KV als Erstattung erwarten kann.

    3.) Der die Erstattung übersteigende Betrag sind demnach außergew. Belastungen, oder?

    4.) Aber jetzt kommt es: Bei der KV gilt als Datum der Ausgabe das Behandlungsdatum, beim FiA allerdings gilt das Abflußprinzip, als das Datum der Bezahlung. Und wenn es sich zum Jahresende ereignet, können KV und FiA in aufeinanderfolgende Jahre fallen.

    5.) Und dann ist da noch die Beitragsrückerstattung, die die KV beim Einreichen von Rechnungen für mehrere Jahre zurückfordert. Normalerweise werden die Beitragsrückerstattungen ja von der KV elektronisch dem FiA übermittelt. Wenn aber, wie bei mir geschehen, die KV für eingereichte Arztrechnungen des Jahres 2019 Beitragsrückerstattungen der Jahre 2019 bis 2022 zurückfordert, bzw. von der Summe der eingereichten Rechnungen abzieht, was mache ich dann mit diesen Beträgen?

  • In der Eingabehilfe der SSE ist folgender Text zu finden:

    Im Rahmen eines privaten Krankenversicherungsverhältnisses vereinbarter Selbstbehalt stellt keinen Beitrag zur Krankenversicherung dar. Der Selbstbehalt gehört zu den außergewöhnlichen Belastungen (Krankheitskosten).

    Edited once, last by talberg (February 6, 2024 at 11:03 AM).

  • Aber mit dem Programm der akadem. AG mache ich meine Steuer nicht, denn es führt mich durch zu viele "Felder", die mich nichts angehen und daher empfinde ich es als unübersichtlich.

    Aber warum wenden Sie sich dann an dieses Forum? Sie werden im Programm nicht durch Felder sondern Bereiche geführt. Mit dem Themenfilter können Sie sich die Themenbereiche für Ihren Steuerfall filtern. Dann würde es auch übersichtlicher.


    Drucke mir die Steuerformulare aus, bearbeite sie wie vor der digitalen Zeit, erstelle Anlagen so wie ich sie für übersichtlich halte und am Schluß gebe ich alles in ELSTER ein.

    Mit der Steuersparerklärung drucken Sie sich die Formulare aus, füllen Sie mit der Hand aus und geben Sie anschließend in ELSTER ein?

    Nur das mit den Außergewöhnlichen Belastungen und den Arztkosten habe ich noch nicht so ganz verinnerlicht, denn an vielen Stellen im Netz heißt es immer wieder, der Selbstbehalt sei weder als Sonderausgaben, noch als außergewöhnlichen Belastungen einsetzbar.

    Sorry für die teilweise Korrektur aber darin könnte auch Ihr Verständnisproblem liegen. Einen Betrag als Wert in eine Steuererklärung "einzusetzen" oder sich diesen bewerten zu lassen, wie und ob dieser sich auswirken könne ist ein Unterschied. Einsetzen dürfen Sie Ihre Krankheitskosten im Bereich der Außergewöhnlichen Belastungen schon. Das Programm rechnet dann für Sie aus, ob sich die Mühe noch lohnt. Versuchen Sie doch wirklich einmal sich von den Dialogen in den Bereichen leiten zu lassen. Sie stochern in Untiefen des Netzes herum und erlangen bestenfalls steuerliches Halbwissen, dass Sie noch weniger verstehen. Das Programm präsentiert Ihnen die Ergebnisse die Sie nur noch aufzugreifen bräuchten.

  • 1.) Führe alle Gesundheitskosten bei den außergew. Belastungen auf.

    Korrekt!


    2.) Gebe an, was ich von der KV als Erstattung erwarten kann.

    Korrekt!


    3.) Der die Erstattung übersteigende Betrag sind demnach außergew. Belastungen, oder?

    Ja, aber das müssen Sie im Programm nicht selbst ausrechnen,


    4.) Aber jetzt kommt es: Bei der KV gilt als Datum der Ausgabe das Behandlungsdatum, beim FiA allerdings gilt das Abflußprinzip, als das Datum der Bezahlung. Und wenn es sich zum Jahresende ereignet, können KV und FiA in aufeinanderfolgende Jahre fallen.

    Das ist so, wenngleich die Erstattungen nicht mehr nach dem Abflussprinzip gelten, denn da müssen Sie ja auch den zu erwartenden Betrag bereits angeben, bevor Sie ihn erwarten können. Und das kann mit weilen problematisch werden. Sie wissen ja nicht immer, was Sie erstattet bekommen. Tatsächlich ist es aber auch so, dass das Zu- und Abflussprinzip sich den tatsächlichen Feststellungen bei den Abschlusserklärungen unterordnen muss. Sie können also auch erst einmal abwarten, bis Ihr Erstattungsantrag bearbeitet wurde und den "Erstattungsbescheid" als ganzes verwenden. Dann sehen Sie ja sofort den Unterschiedsbetrag.


    5.) Und dann ist da noch die Beitragsrückerstattung, die die KV beim Einreichen von Rechnungen für mehrere Jahre zurückfordert. Normalerweise werden die Beitragsrückerstattungen ja von der KV elektronisch dem FiA übermittelt. Wenn aber, wie bei mir geschehen, die KV für eingereichte Arztrechnungen des Jahres 2019 Beitragsrückerstattungen der Jahre 2019 bis 2022 zurückfordert, bzw. von der Summe der eingereichten Rechnungen abzieht, was mache ich dann mit diesen Beträgen?

    Ja und weiter? Hätten Sie den Bereich aufgesucht, wo Sie Ihre Beiträge zu Ihrer Krankenversicherung eingeben sollen, hätten Sie auch das Feld gefunden, wo Sie Ihre Beitragsrückerstattungen zu erfassen haben.

  • Vielen Dank für Ihre zahlreichen Hinweise, die mir schon eine gewisse Hilfen sind.

    Allerdings ist deren Tenor die Verwendung der Steuersparerklärung, so nach dem Motte, die weiß schon wo was anzugeben ist und wird's dann schon richten.

    Alles gut und schön, aber ich möchte auch selber verstehen, wie die Dinge ineineandergreifen.

    Und NEIN, die Steuerformulare habe ich nicht aus der Steuersparerklärung ausgedruckt (viel zu kompliziert), sondern hier abgeholt:

    Formular-Management-System

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