Zusätzliche Abschreibung in Anlage V

  • Wenn ein Immobilienerbe seine Miterben auszahlt, dann kann er nach dem Fußstapfenprinzip die bisherige Abschreibung des Erblassers für seinen Anteil fortführen und um den finanziellen Aufwand des entgeltlich übernommenen Rest erhöhen. Wie soll das realisiert werden? Degressive Abschreibungen für Neuerwerbungen sind seit einigen Jahren nicht mehr möglich und die Addition des degressiven Altanteils mit dem linearen Anteil für der entgeltlichen Erwerb macht technisch keinen Sinn.

    Wenn ich jetzt auf der Seite Gebäudeabschreibung "lt. besonderem Blatt" ankreuzen und nachfolgend, die im besonderen Blatt dargestellten Summen der beiden Abschreibungsarten, auf die Eingabefelder "AfA nach § 7 Abs. 4" und "AfA nach § 7 Abs. 5" verteile, dann beginn die Laufzeit der lineare Abschreibung sichlich von neuem. Von daher würde ich lieber den Gesamtbetrag bei der linearen Abschreibung eintragen.

    Was ist nun richtiger?

  • Hier kann man unter TZ 31 folgendes lesen:

    Quote

    Danach kann sich bei Gebäuden für den unentgeltlich und den entgeltlich erworbenen Teil eine unterschiedliche Abschreibungsdauer ergeben.

    Obwohl sich die Fundstelle auf Betriebsvermögen bezieht, kann man vermuten, dass Erbabfindungszahlungen anders behandelt werden als nachtr. Herstellungskosten.

    Edited once, last by Trekker (January 24, 2024 at 3:13 PM).

  • Bei einem Seminar bei Haus und Grund wurde das genau so gesagt:

    Für den ererbten Anteil geht es weiter wie beim Erblasser.

    Für den erworbenen Anteil ist alles neu: Neustart der Abschreibung (neue Berechnung, neue Laufzeit); neuer Beginn der 10-Jahresfrist wegen Gewinn bei Verkauf.

    Vorschlag für die Steuererklärung: Für die eine (1) Immobilie zwei Positionen in der Erklärung mit den jeweils zutreffenden Zahlen erstellen.

  • Für den erworbenen Anteil ist alles neu: Neustart der Abschreibung (neue Berechnung, neue Laufzeit); neuer Beginn der 10-Jahresfrist wegen Gewinn bei Verkauf.

    Die Laufzeit verändert sich insoweit, dass sie für beide Teile gleich wird. Dabei wird die des Altteils länger als die noch offenen Restjahre und die des Neuteils kürzer als die vorgesehenen 50 Jahre. Dies, weil der von der Einlage des Altteils noch existierede Restbetrag (Buchwert) mit der neuen Einlage für die nachtr. Herstellungskosten summiert als weiteren Abschreibungsbasis im Hintergrund dient und die bisherige AfA-Summe unverändert mit der neu berechnete AfA-Summe zusammengezählt abgeschrieben wird.

    Vorschlag für die Steuererklärung: Für die eine (1) Immobilie zwei Positionen in der Erklärung mit den jeweils zutreffenden Zahlen erstellen.

    Das führt am Ende zum gleichen Ergebnis.


    Man kann also für die verschiedenen Abschreibungsarten die vorgesehenen Zeilen der Anlage V nutzen oder eine neue Zeile für die summierten Abschreibungsbeträge aus beiden Arten.

  • Zu TR: Das kann ich so nicht nachvollziehen. Wo steht das?

    Dagegen z. B.

    Quote

    Soweit der Steuerpflichtige einen Teil des Gebäudes unentgeltlich übernommen hat, muss er nach § 11d EStDV die AfA-Bemessungsgrundlage und auch die AfA-Methode des Rechtsvorgängers fortführen. Im Ergebnis teilt sich die AfA-Bemessungsgrundlage in einen Teil "entgeltlichen Erwerb" und einen Teil "unentgeltlichen Erwerb" auf. Dabei können sich für das Gebäude unterschiedliche AfA-Sätze und Abschreibungszeiträume ergeben.

    https://www.haufe.de/finance/haufe-…_HI7360511.html

  • Zu TR: Das kann ich so nicht nachvollziehen. Wo steht das?

    Im Steuerratgeber der akademischen ArbG steht unter Nachträgliche Herstellungskosten:

    Quote

    Fallen nachträgliche Herstellungskosten an, müssen Sie die Abschreibungsgrundlage und den jährlichen Abschreibungsbetrag neu ermitteln. Zu den ursprünglichen Anschaffungskosten oder Herstellungskosten werden die neu angefallenen Herstellungskosten hinzugerechnet. Die so ermittelten Gesamtherstellungskosten werden nun mit dem ursprünglichen Abschreibungssatz multipliziert. Sie erhalten dann den neuen Gesamtbetrag der Jahresabschreibung. Mit diesem Wert wird das Gebäude ab dem Jahr abgeschrieben, in dem die nachträglichen Herstellungskosten angefallen sind.

    Dort ist auch ein schönes Beispiel aus dem ersichtlich ist, dass sich die bisherige Abschreibungsdauer aufgrund der hinzugekommenen Herstellungskosten nur um wenige Jahre verlängert.

    Wahrscheinlich ist es so, dass nachträgliche Herstellungskosten und Erbabfindungszahlungen unterschiedlich behandelt werden müssen.

    Leider finde ich bezüglich Abfindungszahlungen im Steuerratgeber nichts entsprechendes.

    Edited once, last by Trekker (January 26, 2024 at 6:20 PM).

  • Wahrscheinlich ist es so, dass nachträgliche Herstellungskosten und Erbabfindungszahlungen unterschiedlich behandelt werden müssen.

    Genau! Ihr Beispiel geht ja vom Auszahlen der Miterben aus. Es wird also nichts nachträglich hergestellt, sondern tatsächlich erworben; mit Notarvertrag und Grundbucheintrag etc.

    Und dann gilt, was ich von Haufe zitiert habe.

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