Anschaffung eine PV-Anlage (unter 30kwp) ohne Umsatzsteuer

  • Hallo,

    wir haben 2023 eine PV Anlage gekauft und installieren lassen. Beides war von der Umsatzsteuer befreit (Es handelt sich um eine Rechnung gemäß §12 UStG Absatz 3. Steuerbefreit für Photovoltaikanlagen bis 30KWp.). Kann ich dennoch etwas in der Steuer absetzen? z.B die Handwerkerleistung oder als energetische Sanierung?

    Wenn ich die Handwerkerleistung angebe, muss ich mit angeben ob der Betrag inkl. Umsatzsteuer oder mit Umsatzsteuer ist. Das Programm rechnet dann entsprechen 19% dazu oder ab. Ich habe keine Möglichkeit diesen Betrag zu korrigieren.

    Kann Jemand helfen?

  • Wenn keine Umsatzsteuer gezahlt wurde, kann auch nicht angegeben werden, dass eine gezahlt worden sei. Andererseits kann man das Programm aber auch keine Umsatzsteuer hinzurechnen lassen. Insofern ist die Frage schon berechtigt, wie damit verfahren werden möge. In ähnlichen Fällen hatte dazu der frühere Forenmoderator Martin Jung einst eine separate Zeile für die Umsatzsteuer empfohlen. Diese müsste dann aber wieder als negativer Betrag ausgewiesen werden. Doch das ist ja nicht möglich. Am Ende kommt es aber darauf an, was im Formular steht oder an das Finanzamt übertragen wird. So könnte auch die Erfassung der Installation anstelle einer Handwerkerrechnung in einer Nebenkostenabrechnung erfolgen. Darin wird bei den Handwerkerleistungen erst gar nicht nach einer Umsatzsteuer gefragt. Das selbe Ergebnis erzielt man aber auch, wenn man den Beleg als Handwerkerrechnung erfasst, denn im Formular wird in beiden Fällen stets unterstellt, dass es sich um Bruttobeträge handelt.

    An sich klar geregelt ist diese Konstellation nicht, sodass man schon ein minimalistisches Problem unterstellen kann, denn das Finanzamt wird zu ermitteln haben, ob eine Umsatzsteuer tatsächlich gezahlt wurde, wenn eine angeben wird. Und diese Angabe unterstellt das Feld im Formular bzw. die Elster-Übertragung.

    Da bleibt einem nichts anderes übrig so zu verfahren, wie Charlie24 empfohlen hat und darauf zu hoffen, dass kein übereifriger Sachbearbeiter wieder auf die Idee käme, diese fehlerhafte Angabe der Umsatzsteuer herauszustreichen. :)

  • Wenn keine Umsatzsteuer gezahlt wurde, kann auch nicht angegeben werden, dass eine gezahlt worden sei.

    Der Nullsteuersatz bei Photovoltaik gilt steuerrechtlich als ermäßigter Steuersatz, die Umsatzsteuer von 0,00 € ist deshalb im Rechnungsbetrag enthalten. Im Elsterdatensatz müssen nur der Gesamtbetrag und die anteiligen Arbeitskosten übermittelt werden, eine gesonderte Angabe zur Umsatzsteuer ist nicht erforderlich.

  • Man kann ja auch nichts anderes angeben. Meine Ausführungen bezogen sich auf den bedienungstechnischen Umstand den sich der Anwender gegenüber sieht. Ja, auch eine bis auf Null ermäßigte Umsatzsteuer ergibt noch einen Rechnungsbruttobetrag. Aber das ist nicht jedem Anwender sogleich ersichtlich. Ich habe es auch nicht als größeres Problem gesehen. Aber ganz von der Hand zu weisen war die Frage ja nicht, wo denn das Problem liegen würde.

  • Danke Euch! Ihr habt mich etwas abgehängt aber ich verstehe:

    - Ich kann die Arbeitsstunden für die Anschaffung der PV Anlage als Handwerkerleistung angeben aber nicht die Gesamtsumme nicht als energetische Sanierung

    - Ich mache die Steuererklärung mit der Software der akademischen Arbeitsgemeinschaft. Dort muss ich eine Angabe machen ob der Betrag mit oder ohne Mwst. ist. ich gebe an, dass der Betrag inklusive Mwst ist

    Sorry, bin nicht vom Fach und für mich lag die Antwort nicht auf der Hand. Im www gibt es viele verschiedene Aussagen dazu.

  • Es war zunächst nur nach der Erfassung bei Handwerkerleistungen gefragt. Richtig eine energetische Maßnahme umfasst den vollständigen Betrag, dessen Gesamtwirkung aber auch nicht die gesamte Rechnungssumme bei der Ermäßigung berücksichtigt. Tatsächlich noch nicht einmal 7 %, wenn die Anlage über 14.000 € kostet.

    Und da wir hier bei dem § 35 c EStG von einer aufzählenden Norm von Maßnahmen sprechen, müsste man erst einmal sehen, ob da auch eine PV-Anlage aufgeführt ist. Und ich sehe nichts. Die Voraussetzung sei ja, dass es sich um eine Erneuerung handeln müsste. Also ein Objekt, dass erst nach zehn Jahren auszutauschen wäre. Wie kann das sein, wenn die PV-Anlage jetzt erst neu aufgedacht werden soll?

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