Eintragung Mini-Job in SSE

  • Hallo,

    Ich bekomme schon länger eine Rente und eine betriebl. Altersversorgung. Zusätzlich habe ich seit November 2023 einen 520,-- (540,--?) Mini-Job. Wo muss ich diesen Mini-Job in die SSE für Renter eintragen?

    Habe leider nichts Passendes in der Software gefunden.

    Schöne Grüße

  • Lohnsteuerklasse bzw. ELStAM, die Lohnsteuerkarte gibt es inzwischen schon mehr als 10 Jahre nicht mehr.

    Mit einem pauschal versteuerten Minijob fährt man als Rentner am besten, leider spielt nicht jeder AG mit.

    Leider auch nicht immer die Rentenversicherung. Im Falle einer Witwenrente, die ohnehin mit einer später hinzukommenden Altersrente konsolidiert, wird sie auch über das Erwerbsleben hinaus noch als Erwerbsersatzeinkommen betrachtet und führt dann noch einmal zu einer Kürzung. Das hat zwar steuerlich keine Auswirkung aber die Kürzung dieser Rente kann in diesen Fällen mehr Auswirkung haben als der steuerfreie bzw. pauschalbesteuerte Zusatzverdienst wettmachen könnte. Die Kürzung der Witwenrente kann in nicht wenigen Fällen schon die Hälfte des Hinzuverdienstes ausmachen.

    Das möge jeder unterschiedlich sehen, da fällt es so manchem schwer, Gerechtigkeit darin zu erfahren. Kein Unrecht sei es, wenn Erwerbsersatzeinkommen an hinzukommende Bezüge bzw. Einnahmen angepasst wird. Das geschieht bereits mit der Zusammenballung von Alters- und Witwenrente. Diese aber noch einmal zu kürzen, überrascht die meisten Rentner(innen).

    Experten sagen dazu natürlich etwas anderes, da es letztlich auf die Gesamtbezüge ankäme die einander gegenübergestellt werden sollen. Dennoch fühlen sich nicht wenige Rentner(innen) dabei oft kalt erwischt.

  • Für meine Frau und mich würde bei einer Hinterbliebenenrente noch das alte Recht gelten. Dafür sind das Geburtsdatum und das Heiratsdatum maßgeblich. Da wäre es nicht so tragisch mit den Anrechnungen. Ich habe den Fall aber so verstanden, dass jemand schon länger einen normale Rente und eine betriebliche Altersversorgung bezieht. Wenn das eine Regelaltersrente ist, spielt der Zuverdienst durch den Minijob allenfalls steuerlich eine Rolle oder eben auch nicht.

  • Ich denke eher. Dass es eine generelle Bestimmung ist. In diesem Fall war die Ehefrau bereits schon während ihres eigenen Erwerbslebens verwitwet und bezog neben ihrem Einkommen die Witwenrente. Anschließend folgte ihre vorzeitige Altersrente. Erst als die Regelaltersrente bezogen und diese erneut mit der normalen Altersrente zusammengerechnet wurde, ist der Minijob aufgenommen worden. Daraufhin hatte sich die Rentenversicherung bei ihr wieder gemeldet und noch einmal eine neue Berechnung ihrer Witwenrente präsentiert. Das war erst einmal ein Schock, weil man zunächst noch davon ausging, dass mit der Zusammenballung der beiden Renten, die Kürzungen bereits beschieden seien und man ja als normaler Altersrentner über 67 Jahre keine weiteren Kürzungen der Rente mehr zu befürchten habe. Gerade auch deswegen, weil die bezogene Leibrente schon in einer einzigen Rente konsolidiert war. Die Witwenrente also in der anderen Leibrente aufgegangen war und damit kein Erwerbsersatzeinkommen mehr hätte sein können. Ein aufgesuchter Rentenberater meinte aber, eine Witwenrente bliebe immer im Status eines Erwerbsersatzeinkommens. Eine Beschwerde bei der Rentenversicherung wurde eingelegt. Die Chancen stehen von der Rechtslage her wohl nicht gut. Eine betriebliche Altersversorgung wird in diesem Falle nicht bezogen, aber auch eine solche würde auf eine Witwenrente angerechnet werden. Nur dürfte das in der Regel nicht gleich auffallen.

    Andererseits durften aber auch vorzeitige Ruheständler noch zusätzlich Erwerbseinkommen von ihren Dienstherren beziehen ohne dass die bezogene Pension gekürzt worden wäre. Das muss man auch als Versorgungsempfänger nicht unbedingt richtig finden.

  • Die Regelungen zum anrechenbaren Einkommen bei Hinterbliebenenrenten sind kompliziert, das ist richtig. Ich habe unlängst mal so eine Broschüre der Rentenversicherung auf unsere eigenen Verhältnisse hin durchgearbeitet. Bei uns selbst würde nicht viel passieren, bei uns müsste aber auch niemand zusätzlich Geld dazuverdienen.

    Wenn das alte Hinterbliebenenrecht gilt, werden nämlich Betriebsrenten, Renten aus privaten Lebens- und Rentenversicherungen, sonstige private Versorgungsrenten sowie Zusatzrenten der öffentlich-rechtlichen Versicherungs- und Versorgungseinrichtungen (zum Beispiel VBL) nicht angerechnet. Vermögenseinkommen wird ebenfalls nicht angerechnet.

    Wenn das neue Recht gilt, werden praktisch alle Einkünfte auf eine Hinterbliebenenrente angerechnet.

  • Ja das stimmt, diese Renten oder Altersbezüge würden auch nach dem alten Hinterbliebenenrecht nicht auf die Witwenrente als Hinterbliebenenrente angerechnet. Mit ihnen fallen sie ja auch nicht zusammen, haben allenfalls steuerliche Auswirkungen.

    Eine Erwerbsunfähigkeitsrente wird bis zum Rentenbeginn gezahlt, danach beginnt die Regelaltersrente und die Erwerbsunfähigkeitsrente fällt weg, weil ja dann kein Erwerbsersatzeinkommen mehr anhängig ist.

    Doch auch VBL-Betriebsrenten haben einen Erwerbsunfähigkeitsfaktor. Bei dem Bezug der Altersrente wird auch der versicherungsrelevante Anteil aus dieser Betriebsrente wieder herausgenommen, was ebenfalls Betriebsrentner verwundern kann, bis Ihnen die Tarifexperten aus ihren früheren Betrieben dazu Auskunft geben können.

    Je nach Versicherungsdauer können beide Renten nachher höher oder niedriger liegen.

    Weder objektiv noch subjektiv erfährt die Witwenrente eine ähnliche Gestaltung, sie muss sich jeder neuen veränderten Einkommenssituation stellen. Wobei diese Anforderungen bei Betriebsrenten nicht gelten. Sie haben mit ihrer einmaligen Bewirkung mit dem Eintritt der Regelaltersrente ihre Genügsamkeit. Ein evtl. Minijob wirkt sich auf den Bezug nicht mehr aus.

    Ob das den Witwern oder Witwen hilft, wenn mit dem neuen Hinterbliebenenrecht auch die anderen Alterseinkünfte angerechnet werden, wird immer in der subjektiven Betrachtung der Betroffenen bleiben. Man gewinnt den Eindruck das zwar der versicherungsrechtliche Ersatz wegfallen kann aber der erworbene Anteil der Rentenanwartschaften des früheren Ehegatten vollständig vernichtet wird.

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