Wie Beantragung Verlustvortrag für nachgewiesene Arbeitnehmerwerbungskosten, wenn keine Lohnsteuer angefallen?

  • Ein alleinstehender Arbeitnehmer hat 2020 bis 2023 einen so geringen Arbeitslohn, dass keine Lohnsteuer abgezogen wurde. Sonst keine weiteren steuerpflichtigen Einkünfte.

    Ab 2024 wird dieser Arbeitnehmer einen so hohen Arbeitslohn haben, dass Lohnsteuer abgeführt wird und er Einkommensteuer zahlen muss.

    In den Jahren 2020 bis 2023 hatte der Arbeitnehmer nachgewiesene Arbeitnehmerwerbungskosten, hauptsächlich durch Fahrtkosten zur ersten Tätigkeitsstätte, die sich wegen fehlendem Lohnsteuerabzug steuerlich nicht auswirken können.

    Zunächst mal geht es um die Einkommensteuererklärung für das Jahr 2020.

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    Fragen:

    1. Kann für die nachgewiesene Arbeitnehmerwerbungskosten vom Jahr 2020 ein Verlustvortrag für die Folgejahre beantragt werden?

    2. Wenn ja

    wie kann in der SteuerSparErklärung der Verlustvortrag für „im Jahr 2020 nicht ausgeglichene Verluste“ in die Folgejahre beantragt werden?


    Bei Sonderausgaben -> Verlustrücktrag/Verlustvortrag

    ist unter „nicht ausgeglichene Verluste 2020:

    „Vortrag in Folgejahre“ angehakt.

    Trotzdem fehlt in der Formularansicht -> Hauptvordruck ESt 1 A, Seite 1

    bei „Erklärung zur Feststellung des verbleibenden Verlustvortrages“ das X.

    Das lässt sich auch durch Klick/Doppelklick in das Auswahlkästchen nicht setzen.


    Vielen Dank für Hinweise und Tipps.

  • Der Verlag hat die Themen dazu in den Steuertipps kürzlich erneuert. Im Abschnitt Gruppe 6 Abzug von Verlusten sind im Kapitel III. -Verlustabzug in andere Jahren- genaue Anweisungen enthalten. Erneuert wurden dazu auch die anderen Kapitel welche damit in Verbindung stehen.

    Auf die Fragen bezogen, die einfache Antwort ist hier „Nein“, denn ein geringer Gewinn/Verdienst ist ja noch kein Verlust. Selbst wenn, der Überschuss so gering war, dass keine Abgaben, egal welcher Art, geleistet werden mussten. Es ist auch nicht möglich mit späteren Ausgaben (Betriebskosten/Werbungskosten) die Kosten zu verschieben, dass dadurch erst ein Verlust zustande käme. Nur ein echter Verlust, ob frühere oder spätere Jahre, kann höhere Gewinne aufnehmen. Es gilt aber das Tilgungsprinzip. Wenn im gleichen Jahr bereits anderweitige Verluste entstanden sind, würden diese erst ausgeglichen werden. Ich empfehle aber dringend den Beitrag in der Gruppe 6 zu lesen.

    Bei einigen Ausgaben gelingt es Werbungs- oder Betriebskosten, welche abzuschreiben sind, so zu gestalten, dass sie ihre Wirkung im Verlustjahr entfalten und damit weitergeführt werden können. Das wären dann Ausgaben, die sich aufgrund des geringen Überschusses, sowieso dort nicht ausgewirkt hätten. Der Überschuss wird in diesem Jahr dann zwar noch größer aber der wesentliche Ausgabenanteil verlagert sich in die nächsten Jahre. Arbeitsmittel, wie Computer usw. müssen ja trotzdem nicht immer sofort abgeschrieben werden.

    In allen Fällen, sollte immer die Optimierung gestartet werden.

    Das die Formularansicht das Ankreuzhäkchen nicht setzt, liegt daran, dass kein tatsächlicher Verlust ausgewiesen ist.

  • Hallo Charlie24,

    vielen Dank für deine verständliche Antwort.

    Laut SteuerSparErklärung 2021: Ergebnis -> Steuerberechnung 2020 ist

    Summe der Einkünfte = Gesamtbetrag der Einkünfte

    (= Brutto-Arbeitslohn abzüglich nachgewiesene Arbeitnehmerwerbungskosten)

    (+) 4.729 €, also positiv.

    Daher keine „negativen Einkünfte“ = kein steuerlicher Verlust.

  • Hallo Papa_001,

    vielen Dank für deine ausführliche Antwort.

    Ich habe die PLUS Version der SteuerSparErklärung solange es diese gibt.

    Also den Steuerberater digital und nicht in Papierform.
    Da ich oft unterwegs bin, wie jetzt auch, ist das dauernde Mitschleppen von dicken und schweren Ordnern nicht praxisgerecht.

    In der digitalen Version des Steuerberaters gibt es keine Gliederung mit Nummerierung (Abschnitt Gruppe).

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