Arbeitszimmer: Aufwandsentschädigung des Arbeitgebers und Anlage V

  • Hallo zusammen,

    ein Arbeitszimmer in der Mietwohnung, für das der Arbeitgeber eine durch einen Extra-Home-Office-Vertrag geregelte Aufwandsentschädigung monatlich steuerfrei überweist, soll jetzt korrekt steuererklärt werden.

    Was muss bei einem solchen vermieteten Arbeitszimmer in die Anlage V eingetragen werden und in welche Felder gehören welche Informationen?

    Und eine Zusatzfrage: Für einige Jahre sollen wir die Anlagen V nachträglich in Papierform einreichen. (Zuschuss vom Arbeitgeber schien ganz gut hinzukommen, so dass ich mir den Aufwand bisher einfach gespart hatte, ähem ...) Wenn die Aufwandsentschädigung zu Anfang etwas höher war als die Raumkosten, ist das eigentlich ein Problem? (Wiederaufrollen Steuerbescheid denkbar? Strafzahlung? Was sonst?) Kennt sich da jemand aus?

    Ich wäre für jeden Hinweis dankbar! :)

  • Ja, aber da müssten Sie schon einmal eine klarere und verständlichere Ansage machen!

    „ein Arbeitszimmer in der Mietwohnung,“ In wessen Mietwohnung denn? Wer hat die Mietwohnung gemietet? Sie, der Steuerzahler?

    „… durch einen Extra-Home-Office-Vertrag geregelte Aufwandsentschädigung (und) monatlich steuerfrei überweist,“

    Was wollen Sie denn jetzt mit der Anlage V? Haben Sie das Arbeitszimmer an Ihren Arbeitgeber als Betriebsraum vermietet, um darin für ihn arbeiten zu können? Wer hat das jetzt angeordnet, Sie sollen eine Anlage V für mehrere Jahre nachreichen und bei wem? Es fehlen die Signalwörter!

    Sie müssen mit der Steuersparerklärung prüfen, ob die Voraussetzung für ein Arbeitszimmer vorliegen. Maßgebend sind die Anordnung des Arbeitgebers und die baulichen sowie die bedingten Voraussetzungen in Ihrer Mietwohnung. Der Arbeitgeber erstattet Ihnen eine Aufwandsentschädigung, daher dürften diese Voraussetzungen von seiner Seite erfüllt sein. Aber ob die Voraussetzungen in Ihrer eigenen Mietwohnung gegeben sind, prüfen Sie bitte zunächst in den Dialogen mit der SteuerSparErklärung, wenn die nicht vorliegen, ginge die Aufwandsentschädigung unter oder in die Pauschale hinein. Sie könnten sie dann nicht mehr nutzen. Sie hätten diese Aufwandsentschädigung dann nicht mehr steuerfrei.

    Nun könnte einer ja auf die Idee kommen und einfach einen nicht arbeitszimmerfähigen Raum im gesamten (früheres Kinderzimmer mit Bett, Sofa und Schreibtisch) an den Arbeitgeber zur Untermiete vermieten und darin sein HomeOffice betreiben. Dann hätten Sie die Angabe V zu verwenden. Aber dann bräuchten Sie im engeren Sinne einen Mietvertrag mit Ihrem Arbeitgeber und müssten die Kosten mit einer Nullsummenrechnung gegenüberstellen, damit nicht mit einem zu versteuernden Gewinn die Aufwandsentschädigung untergeht. Und Sie können den Arbeitgeber nicht an allen Nebenkosten beteiligen, wenn Sie ihm das Zimmer nur vermietet haben. Ihre Idee, falls Sie so eine in Erwägung gezogen haben sollten, wird so nicht funktionieren. Aber ja, man kann ja mal umständlich fragen und dabei irgendwelche alten Ideen, die schon vor zwanzig Jahren ausprobiert wurden, noch einmal neu aufleben lassen. Vergessen Sie‘s!

    Schauen Sie, dass Sie ein Arbeitszimmer in Ihren eigenen Werbungskosten anlegen können und verteilen Ihre Kosten darin!

  • Sorry für evtl. Unklarheiten! Ich hatte versucht, möglichst kurz zu schreiben und nicht zuviele Worte zu machen, damit es auch gelesen wird. ;)

    Es handelt sich um die Mietwohnung, in der mein Mann und ich wohnen. Und es gibt einen Home-Office-Vertrag zwischen seinem Arbeitgeber und ihm mit einer Anlage zur Aufwandsentschädigung.

    Der erste Satz dieser Anlage lautet:

    "Für die Stellung des Home Office zahlt die Gesellschaft dem Beschäftigten eine monatliche Aufwandsentschädigung in Höhe von [...] Euro für Miete inkl. aller Nebenkosten sowie die Stellung des Bürozubehörs. Wir weisen darauf hin, dass es sich hierbei um Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung handelt, die in der Einkommensteuererklärung anzugeben sind."

    Tatsächlich arbeitet mein Mann schon lange fast nur in genau diesem Zimmer. In seiner Firma, die ca 150 km entfernt ist, gibt es keinen Arbeitsplatz für ihn. Wohnung ist groß genug, Zimmer ist abgeschlossenes Zimmer, in dem er nur Schreibtische und Regale hat usw.

    Da der Betrag ganz gut mit den Kosten nach Flächenanteil des Raums passte, hatte ich bisher einfach gar nichts gemacht ... Nun ja ... kürzlich kam ein Brief vom FA (Anfrage wegen Vermietungseinkünften – offenbar haben die eine Information vom Finanzamt des Arbeitgebers erhalten?) mit der Aufforderung, dass wir die Anlagen V für einige Jahre papierhaft nachreichen müssen. Ich hab sogar mit der zuständigen Sachbearbeiterin beim FA telefoniert, aber bei dem, was sie über das Ausfüllen der Anlage V gesagt hat, irgendwie nur Bahnhof verstanden.

    Also das Ganze ist nicht auf meinem Mist gewachsen, sondern DIE wollen diese Anlage V haben! Kann ja passieren, dass sie noch zu anderer Auffassung kommen, aber erstmal muss ich wohl versuchen, das einzureichen.

    Wenn ich in der SSE die Einnahmen bei Untervermietung als Mieteinnahmen eintrage (gäbe es überhaupt eine andere Möglichkeit? gerne Info?), kann ich die Kosten aber nicht "sichtbar" unterbringen. Wenn ich nämlich dann in das Formular reinschaue, sehe ich, dass nur der resultierende Betrag Einnahmen minus Kosten erscheint, und das hieße doch wohl, dass nur der übermittelt wird, oder? Wenn ich andererseits versuche, bei den Werbungskosten etwas unterzubringen, dann will das Programm, dass ich vorher irgendein Eigentums-Objekt mit X Angaben anlege, die ich zum Teil sowieso nicht habe.

    Wie wäre also die beste Lösung? Noch Ideen oder Hinweise?

    Leider auch nicht ganz verstanden hab ich die folgenden Sätze aus Ihrer Antwort, vielleicht gibt es dazu noch eine Erläuterung?

    "müssten die Kosten mit einer Nullsummenrechnung gegenüberstellen, damit nicht mit einem zu versteuernden Gewinn die Aufwandsentschädigung untergeht. Und Sie können den Arbeitgeber nicht an allen Nebenkosten beteiligen, wenn Sie ihm das Zimmer nur vermietet haben."

    Dankeschön! (Schon fürs Lesen, jetzt ist es doch sehr lang geworden, sorry!)

  • Dann müssten Sie die Anlage V ausfüllen. Benutzen Sie dazu die SteuerSparerklärung (SSE). Wenn Sie Untervermietung wählen, erfassen Sie die Aufwandsentschädigungen bei den Einnahmen. Bei den Ausgaben folgen Sie rechts den Hinweisen. Da Sie hier mit Sicherheit noch keine Routine haben, erfassen Sie trotzdem eine Untervermietung. Sie müssten jetzt natürlich Ihre Kosten sprich Werbungskosten bei den Ausgaben erfassen. Die bekommen Sie über einen kleinen Umweg errechnet, indem Sie trotzdem probehalber ein Arbeitszimmer erfassen und die so gewonnenen Werbungskosten als Ausgaben bei der Untervermietung erfassen. Das Arbeitszimmer bei den Werbungskosten müssten Sie dann natürlich wieder annullieren. Drucken Sie sich einfach die Anlage aus und löschen das Arbeitszimmer wieder oder versuchen Sie ein paar Häkchen zu manipulieren, damit das Arbeitszimmer wieder verschwindet. Achten Sie auch auf alle relevanten Nebenkosten. Ein Nullsummenspiel ergäbe sich, wenn die Mieteinnahmen aus der Aufwandsentschädigung genau den Ausgaben entsprechen.

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