Entnahme einer Photovoltaikanlage aus dem Unternehmensvermögen zum Nullsteuersatz

  • Damit dürfte die Anlage ja in den nächsten Jahren doch noch aktiv sein, oder?

    Das weiß ich nicht genau. Die Mehrzahl der Altanlagen, die die Bedingungen für die Entnahme zum Nullsteuersatz erfüllen, dürften inzwischen entnommen worden sein. Wer das versäumt und noch in der Regelbesteuerung ist, muss ja seinen Eigenverbrauch im Jahr 2023 der Umsatzsteuer unterwerfen.

  • Ich hab den Thread damals eröffnet und stolpere gerade wieder über dieses Thema.

    Ich versuche gerade, meine USt-Jahreserklärung für 2023 mit dem Photovoltaik 2023 Modul zu erstellen. Unsere Anlage haben wir formlos per Schreiben an das Finanzamt zum 31.03.2023 entnommen.

    Wenn ich es richtig verstanden habe, kann ich die Abschreibung noch für Q1 ansetzen. Wenn ich im Photovoltaikmodul keine Entnahme zum 31.03. eingebe, so berechnet das Modul die Abschreibung für das gesamte Jahr 2023, was aber für mein Verständnis nicht passt, da Abschreibung nach 31.03. nicht mehr erlaubt ist, da die Anlage dann im Privatvermögen "steckt".

    Gebe ich an, dass die Anlage zum 31.03. entnommen wurde, kann ich zwar einen Entnahmewert eingeben, aber eben keinen Nullsteuersatz.

    Was mache ich jetzt? Die Entnahme hier komplett weglassen (da ja schon formlos entnommen) und irgendwie manuell den abzuschreibenden Betrag für Q1 eintragen?

    Ich bin nicht mal sicher, ob die Abschreibung hier (oder in der Einkommensteuer) (noch) irgendeinen Unterschied macht? Wenn ich das "Wirtschaftsgut" komplett entferne, dann bleibt die Umsatzsteuer ("noch an Finanzkasse zu entrichten") gleich. Wahrscheinlich hat die Änderung am Verlust/Gewinn nur Auswirkungen auf die Einkommensteuer?

  • Unsere Anlage haben wir formlos per Schreiben an das Finanzamt zum 31.03.2023 entnommen.

    Warum eigentlich nicht zum 01.01.2023 ? Bei 31.03.2023 musst du den Eigenverbrauch im 1. Quartal der Umsatzsteuer unterwerfen.

    Ansonsten vermengst du die Entnahme aus dem umsatzsteuerlichen Betriebsvermögen mit einer Entnahme nach dem Einkommensteuergesetz, die bei Anlagen, die unter § 3 Nr. 72 EStG fallen, keine Bedeutung hat. Solche Anlagen gehören ertragsteuerlich schon seit 2022 nicht mehr zu einem Betriebsvermögen, eine AfA ist ebenfalls seit 2022 nicht möglich. Eine Entnahme aus dem umsatzsteuerlichen Betriebsvermögen wird seitens des Photovoltaikmoduls nicht unterstützt, die musst du direkt in die Umsatzsteuererklärung für 2023 eintragen.

  • Warum eigentlich nicht zum 01.01.2023 ? Bei 31.03.2023 musst du den Eigenverbrauch im 1. Quartal der Umsatzsteuer unterwerfen.

    Ich meine mich zu erinnern, dass es damals hieß, dass es nicht rückwirkend zum Jahresanfang ginge. Daher zum 31.03. Den Eigenverbrauch gebe ich daher für das erste Quartal noch an und versteuere diesen.


    Da ich mich nur einmal pro Jahr mit diesen Themen beschäftige, verwirrt mich das mit der ertragssteuerlichen Info schon wieder. Für 2022 habe ich m.E. sehr wohl noch eine AfA gemacht, mir wäre auch neu, dass das damals schon nicht mehr möglich gewesen wäre. Aber vielleicht bringe ich auch nur wieder etwas durcheinander.

    Was genau mache ich jetzt konkret im PV-Modul? Lösche ich die PV-Anlage aus den Betriebsausgaben -> Abschreibung -> Wirtschaftsgüter? Damit würde dann keine AfA mehr berechnet. Müssten auch Schuldzinsen, Versicherungskosten etc. zumindest für Q2-Q4 ebenfalls als Betriebsausgaben gelöscht werden, oder sogar für's gesamte Jahr?

    Wenn ich die PV als Wirtschaftsgut lösche und damit die AfA entfällt, komme ich statt einem Verlust auf einen Gewinn. Das dürfte dann doch wieder "negative Auswirkungen" auf meinen Einkommensteuer haben, oder ist das nicht (mehr) so?

  • Wenn die Anlage von der Einkommensteuer befreit ist, gibt es weder Verluste noch Gewinne aus Gewerbebetrieb und zwar schon seit 2022. Die Anlage existiert nur noch im Umsatzsteuerrecht als umsatzsteuerliches Betriebsvermögen und daraus kannst du sie bei Vorhandensein eines Stromspeichers oder einer Wärmepumpe oder auch einer Wallbox entnehmen.

    Noch geht das rückwirkend zum 01.01.2023, aber nur noch ein paar Tage. Du musst den Entnahmetermin schriftlich korrigieren, am besten nimmst du auf das letzte BMF-Schreiben Bezug: https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Dow…icationFile&v=1

    Dann musst du nur noch die Netzeinspeisung der Umsatzsteuer unterwerfen. Dafür braucht man meiner Meinung nach kein Photovoltaikmodul

  • Was genau heißt "nur noch ein paar Tage"? Konkret bis zu welchem Datum geht das denn?

    Ich habe dir das BMF-Schreiben doch verlinkt. Dort heißt es unter 4. wörtlich:

    Die Entnahme einer Photovoltaikanlage kann grundsätzlich nur zum aktuellen Zeitpunkt (nicht rückwirkend) erfolgen. Im Hinblick auf bislang ungeklärte Rechtsfragen zur umsatzsteuerlichen Behandlung von Photovoltaikanlagen kann eine bis zum 11. Januar 2024 gegenüber dem Finanzamt erklärte Entnahme bei Vorliegen der übrigen Voraussetzungen des § 3 Abs. 1b Satz 1 Nr. 1 UStG jedoch ausnahmsweise auch rückwirkend zum 1. Januar 2023 erfolgen.

  • Kann man dies so schreiben, oder könnte sich das Finanzamt mit der Formulierung in irgendeiner Form anstellen?


  • Wie kann ich in der Steuersparerklärung, Modul PV, zum gültigen Steuersatz von 0% aus dem umsatzsteuerrechtlichen Unternehmensvermögen entnehmen? Wie geht das? Wie habt ihr das gemacht?

  • Wie kann ich in der Steuersparerklärung, Modul PV, zum gültigen Steuersatz von 0% aus dem umsatzsteuerrechtlichen Unternehmensvermögen entnehmen? Wie geht das? Wie habt ihr das gemacht?

    Moin Morse,

    in der Version 28.XX habe ich es nicht hinbekommen, das kann aber auch an mir liegen. Im nächsten Update Anfang Februar soll die Möglichkeit kommen, den Betrag für die Werte zu Zeile 29 Kennziffer 158 der Umsatzsteuererklärung 2023 manuell zu befüllen. Solange wollte ich nicht warten.

    Deshalb bin ich zur Steuersparerklärung 2024 (Version 29.XX) gewechselt; in die Gewinnermittlung 2023. Dort habe ich den manuell ermittelten Restbuchwert (ja, kann man drüber streiten...) in "Änderung der Restnutzungsdauer" Korrektur: in "Umsatzsteuererklärung 2023, Lieferungen (unentgeltliche Wertangaben" angegeben (das wurde mE oben bereits mal erwähnt). Das führt zur Befüllung der Zeile 29, netto, ohne Ust.

    Ich schicke das Ganze heute ab, melde mich, wenn es noch Erkenntnisse geben sollte.

    Nebenbei: in der Gewinnermittlung habe ich die mE sehr gut gelungene Ermittlung der Ust für den Eigenverbrauch nicht mehr gefunden. Die benötige ich ja dann aber auch nicht mehr. Wie Charlie schrieb, benötigt man eigentlich kein Modul mehr, um die erhaltene Ust aus Einspeisung an das FA zu melden. Da reicht Kopfrechnen/Taschenrechner und Elster.

    Ja, das trifft nicht ganz deine Frage, aber ist vielleicht dennoch hilfreich.

    VG TZBHH

    Edited once, last by TZBHH (January 9, 2024 at 9:13 AM).

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