Einspeisevergütung steuerfrei nach § 3 Nr. 72 in 2022

  • Sachstand:

    Ich betreibe seit mehreren Jahren ein Gewerbe aus PV-Anlage und Wärmepumpen mit Anmeldung, Umsatzsteuer, EÜR, ESt, Abschreibung. Die Einnahmen kommen einmal aus dem Verkauf der großteils durch PV-Strom erzeugten Wärme; da stelle ich Rechnungen mit ausgewiesener USt aus. Und den überschüssigen Strom speise ich ein. Da bekomme ich Einspeisevergütung inklusive MWSt.

    Bisher ganz einfach.

    Doch nun sind schon in 2022 die Einspeisevergütungen einkommensteuerfrei (§ 3 Nr. 72).

    Aber nicht umsatzsteuerfrei!

    Und die Einnahmen aus Wärmeverkauf sind weiterehin einkommensteuerpflichtig!

    Nun die Fragen:

    Ich habe keine Möglichkeit gefunden, diese jetzt steuerfreien Einnahmen, für die ich aber Umsatzsteuer bekommen habe, in der Gewinnermittlung 2022 zu behandeln.

    Ich kann die Einspeisevergütung nicht weglassen, weil ich dann die vereinnahmte USt vertusche.

    Aber wenn ich die Einspeisevergütung angebe, wird sie bei der ESt doch versteuert.

    Ich habe auch bei der Einkommensteuer 2022 keine Möglichkeit gefunden, das Ergebnis der Gewinnermittlung zu korrigieren.

    Was tun?

    Kommt da evt. ein update der Programme?

    Wie gesagt: es geht um die Erklärung für 2022.

  • Warum wird die Einspeisevergütung versteuert ?

    Sie geben weder ein EÜR noch eine Anlage G ab.

    Die Gewinnermittlung umstellen auf "der gesamte Strom wurde verkauft."

    Jetzt bei Einnahmen einen Betrag eintragen, der in der Umsatzsteuererklärung die richtige Umsatzsteuer erzeugt.

    So jedenfalls mache ich das.

  • Jetzt habe ich mir den § 3 Nr. 72 EStG nochmals genau durchgelesen. Wenn dort steht:

    die Einnahmen und Entnahmen im Zusammenhang mit dem Betrieb,

    dann müsste eigentlich auch der Wärmeverkauf unter die Steuerbefreiung bei der Einkommensteuer fallen, immer vorausgesetzt,

    die in § 3 Nr. 72 genannte Anlagengröße wird nicht überschritten.

  • Die Anlagengröße passt,

    aber

    - ich muss auch noch Strom zukaufen, weil die PV nicht zu jeder Zeit genügend für die Wärmepumpen liefert, und die Abschreibungen will ich auch nicht verlieren; was ja passieren würde, wenn "keine Gewinnermittlung mehr stattfinden" könnte.

    - Und mir scheint der Passus "im Zusammenhang..." nicht so weit zu gehen, dass alles andere, was da noch in dem Gewerbe passiert, steuerfrei bleiben soll. Wenn dem so wäre, wäre ja der Satz "Werden Einkünfte nach § 2 Absatz 1 Satz 1 Nummer 2 erzielt und sind die aus dieser Tätigkeit erzielten Einnahmen insgesamt steuerfrei nach Satz 1" überflüssig.

    Die Sache ist wohl sehr komlpiziert, weil der Steuerberaterverband dazu auch eine große Anfrage an das Finanzministerium gestellt hat.

    Ich warte mal ab und erkundige mich weier.

    HB

  • Zum Vorschlag von TA fällt mir jetzt ein ganz wildes Vorgehen ein:

    Ich trenne die beiden "Unternehmenszweige" auf in

    PV-Stromproduktion

    Wärmeproduktion.

    Den PV-Strom verkaufe ich mir dann selber zu Höchstpreisen ESt-steuerfrei

    und kaufe ihn für die Wärmeproduktion

    und diese Kosten sind dann steuermindernde Webungskosten.

    Clever oder mißbräuchlich? Vermutlich weiß das niemand bis es beim Bundesfinanzhof entschieden ist.

    Ist wohl eher eine Frage für die Steuerberatung und nicht für die Programmeingabe...

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