Auto ins Betriebsvermögen ohne Fahrtennachweise

  • Hallo,


    ich stehe ein bisschen auf dem Schlauch, was eine eventuelle Aufnahme des Kfz in das Betriebsvermögen angeht.


    Ich bin freiberuflicher Grafik Designer und nutze mein Auto (Kleinwagen 3 Jahre alt, Anschaffungskosten ca. 13.000,–) nicht zur Fahrt ins Büro, da ich im Home Office arbeite. Allerdings gibt es Fahrten zu Kunden, zur Materialbeschaffung usw. Geschätzte geschäftliche Nutzung sagen wir 50%.


    Da es bei mir einige Umstellung in den Lebensumständen gab und auch meine alte Steuerberaterin aus Altersgründen für mich für 2021 nicht mehr tätig werden kann, muss ich dieses Jahr selbst aktiv werden. Dabei bekam ich den Rat eines Freundes mein Kfz geltend zu machen. Allerdings, und das ist das große Aber, habe ich für 2021 keinerlei konkrete Nachweise über Fahrten, geschweige denn Tankbelege etc. Mir war diese Möglichkeit einfach bis dato nicht bewusst und leider hat mich auch meine Steuerberaterin nicht drauf hingewiesen.


    Meine Frage 1)

    Ich würde nun zumindest gerne das Fahrzeug ins Betriebsvermögen aufnehmen und auch die Kosten für 2021 (Kfz-Steuer und Versicherung) zumindest teilweise geltend machen. Ist das überhaupt möglich ohne konkrete Nachweise von Fahrten? Zwar kann ich anhand von Rechnungen ein wenig (zumindest die größeren Fahrten über 300 km z.B.) nachkonstruieren, echte Nachweise habe ich aber nicht.


    Meine Frage 2)

    Ist mein Plan überhaupt sinnvoll? Das heißt, käme überhaupt etwas nennenswertes dabei herum?


    Ich bin für jede Meinung, jeden Hinweis, jede Information sehr sehr dankbar!


    Mit den besten Grüßen

    Stefan

  • Nein, Ihr Vorhaben ist nicht sinnvoll und Ihre mit Sicherheit nicht unerfahrene Steuerberaterin, die jetzt aus Altersgründen ausscheidet, hätte Sie bereits darauf hingewiesen. Wenn Sie Ihr Fahrzeug mit nur fünfzigprozentiger Nutzung in das Betriebsvermögen nehmen, nutzen Sie doch das Fahrzeug zu fünfzig Prozent privat. Diese Nutzung müssten Sie sich doch ebenso wieder als geldwerten Vorteil zurechnen lassen. Direkte bzw. tatsächliche Fahrzeugkosten lassen sich ja nur auf Dienstreisen anwenden. So oft werden Sie mit dem Kleinwagen nicht unterwegs sein. Ja es gibt diverse Konstellationen mit Leasingfahrzeugen. Lohnt sich aber meistens wie in ihrem Falle nicht. Und ohne Belege bzw. Nachweise fasst das keiner an. Belassen Sie das Fahrzeug im Privatvermögen und entlehnen Sie das Fahrzeug für Ihre Kundenbesuche und setzen die Kosten mit der Reisekostenpauschale ab. Sie können ja probehalber ihr Privatfahrzeug in der Steuererklärung erfassen und die tatsächlichen Kilometerkosten der Reisekostenpauschale gegenüberstellen, sollte sich das lohnen, wäre erst der nächste Schritt sinnvoll.

  • Hallo, erst einmal herzlichen Dank für Ihre schnelle Antwort! Ich bin tatsächlich sehr unerfahren.


    Das Gegenbuchen des Privatanteils war mir bewusst. Ich hatte darauf gezählt, dass die jährliche Abschreibung des Kaufpreises (ca. 2200 EUR) plus Versicherung und Steuer ein für mich positives Ergebnis gebracht hätte.


    “Direkte bzw. tatsächliche Fahrzeugkosten lassen sich ja nur auf Dienstreisen anwenden.”


    Aber Versicherung und Steuer sind doch jährliche feste Kosten, die man nicht auf Dienstreisen anteilig kalkulieren kann/muss, oder doch?


    Mit der 1%-Regelung benötigte ich ja außerdem, nachdem was ich so lese (obwohl sich da vieles widerspricht), keine genaueren Nachweise über die einzelnen Fahrten.


    Bekomme ich denn das mit der Reisepauschale im Nachhinein hin? Ich habe die Fahrten ja gemacht, mich aber nicht darum gekümmert seinerzeit.

Participate now!

Don’t have an account yet? Register yourself now and be a part of our community!