• Mein Kfz wurde von einem Unfallflüchtigen angefahren, so dass der Schaden über mein Vollkaskoversicherung abgewickelt wurde. Kann ich jetzt die 300€ Selbstbeteiligung als Sonderausgaben oder als Werbungskosten gegenüber dem FA geltend machen?

  • Lesen sie mal bitte im Steuerkompass der SSE, was da unter Werbungskosten -Unfallkosten- steht:


    Als Werbungskosten geltend machen können Sie auch andere Unfallkosten und Folgekosten wie Schadenersatzleistungen an den Unfallgegner, Krankheitskosten (z.B. Behandlungs- und Fahrtkosten nach einem Unfall auf dem Weg zur Arbeit, BFH-Urteil vom 19.12.2019, VI R 8/18, BStBl. 2020 II S. 291), Anwalts-, Gutachter- und Prozesskosten, Mietwagenkosten während der Reparatur des eigenen Wagens, Selbstbeteiligung in der Kaskoversicherung, nicht dagegen die in den Folgejahren evtl. erhöhten Beiträge für die Kfz-Versicherung. Schäden an eigenen Sachen sind abziehbar, wenn der Zusammenhang mit der beruflichen Tätigkeit nicht allzu entfernt ist und der Schaden als Unfallfolge eingetreten ist (BFH-Urteil vom 4.7.1986, VI R 227/83, BStBl. 1986 II S. 771). Näheres zu Geldbußen bei den Ausführungen zum steuerpflichtigen Arbeitslohn.

    Eine berufsbedingte Fahrt sollte es schon sein.

    Edited once, last by talberg (November 6, 2022 at 1:45 PM).

  • Der Auto-Unfall muss nachweislich unmittelbar auf dem Fahrweg zu einer steuerpflichtigen Einkunftsart gewesen sein.

    Z.B. auf dem Weg zur Arbeitsstelle, Dienstfahrt, Auswärtstätigkeit, Schulung,usw.

    Wegen Vermietung, selbständiger Tätigkeit, Rentenberatung, -Beantragung, usw..

    Ich würde auch Wege mit Bezug auf Lohnersatzleistungen einschließen.

    Z.B. zur Agentur für Arbeit, Arbeitssuche, Bewerbungen, Krankenkasse, usw..

    Dann immer bei den Werbungskosten der jeweiligen Einkunftsart eintragen!

  • Genau, und hier war auch schon erkennbar, dass hier nichts mehr zu gewinnen war. „… von einem Unfallflüchtigen angefahren, …“ Daran sieht man schon einmal, dass das Fahrzeug irgendwo geparkt gewesen sein muss. Diesbezüglich war das Fahrzeug auch schon nicht mehr auf dem Arbeitsweg. Sollen jetzt noch alle Eventualitäten aufgetragen werden, die gar nicht mehr gefragt wurden? Und ja, es könnte noch eine weitere Spitzfindigkeit hinzukommen. Während das geparkte Fahrzeug auf dem Weg zur Arbeit, darin keine Werbungskosten mehr bei einem Unfall hat (Stünde das Fahrzeug auf dem Betriebsgelände wäre der Arbeitgeber haftbar), sähe es bei einem Besuch bei der Agentur für Arbeit anders aus, weil das Reisekosten wären.

  • Vielen Dank für alle Ratschläge und Tipps. Alles klar, ich verfolge das nicht weiter und werde die "Kröte schlucken" dass ich hier beim FA nichts erreiche.

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