Vermietung an Angehörige, Warmmiete und Energiepreisexplosion

  • Bei der verbilligten Vermietung an Angehörige darf die Warmmiete 66% der ortsüblichen Vergleichsmiete nicht unterschreiten, wenn man Werbungskosten absetzen will. Bei den Turbulenzen am Energiemarkt und der daraus folgenden Erhöhung aller Warmmieten fällt man dann in einem laufenden Mietvertrag schnell unter die 66%-Grenze. Die im Mietvertrag vereinbarten Nebenkostenvorauszahlungen lassen sich ja gar nicht so schnell anpassen, wie die Preise sich verändern.

    Reicht es für die Anerkennung beim Finanzamt nicht aus, wenn die Kaltmiete das 66%-Kriterium erfüllt? Schließlich werden die Heizkosten in der Jahresabrechnung ja zu 100% vom Mieter bezahlt. Somit wird das fiskalische Ziel, eine ungebührliche Billigvermietung zu Steuersparzwecken des Vermieters zu verhindern, nicht beeinträchtigt.

    SSE 2022 (27.31), Windows 10

  • Nein! Die Anpassung möglicher höherer Vorauszahlungen betrifft selbst ebenso alle anderen. Von daher dürfte sich bei der bisherigen Lage im Verhältnis noch nichts ändern. Ihren letzten Satz lesen Sie bitte noch einmal.

  • Ihren letzten Satz lesen Sie bitte noch einmal.

    Die Anregung zum nochmal Lesen hinterlässt mich etwas ratlos. Ist an dem Satz etwas falsch, wenn ja, was? Oder ist er nur unverständlich formuliert? Was ich sinngemäß sagen wollte: Das Finanzamt will mit der Vorschrift verhindern, dass die Miete für Angehörige nur deshalb bewusst niedrig angesetzt wird, um damit die Steuern auf Mieteinnahmen zu minimieren. Da die Nebenkosten gewissermaßen Durchlaufposten sind (die Umlagen werden bei den Mieteinnahmen angegeben, die dahinterstehenden Ausgaben bei den Werbungskosten abgesetzt, soweit sie nicht umlagefähig sind, was bei Heizkosten ja der Fall ist) ist die Kaltmiete das entscheidende Kriterium. Sie wird ja auch in Mietspiegeln für die Ermittlung der ortsüblichen Vergleichsmiete verwendet. Denkfehler?

    SSE 2022 (27.31), Windows 10

  • Sie haben schon verständlich formuliert liegen aber dennoch falsch. Grundsätzlich ist das Finanzamt kein heuristisches Kommunikationswesen mit eigener Willensausprägung. Es folgt Vorschriften von Normen und Richtlinien die ihm durch gesellschaftliche Willensbildungen aus dem Volke mit Mehrheitsverhältnissen aufgezwungen sind. Eingeschränkt oder erweitert werden diese Normen hin und wieder durch die Rechtsprechung. Aber auch an diese Adressen gerichtet wäre Ihre Vermutung noch falsch. Alleine aus Ihrem kruden Verständnis zur Mieterhöhung verstellen Sie sich bereits mit Ihren Bewertungen und Auffassungen den Blick auf die Absicht dieser Bestimmung. Kurz gesagt, so wie Sie denken, liegen Sie falsch.

    Ihr Satz „Das Finanzamt will mit der Vorschrift verhindern, dass die Miete für Angehörige nur deshalb bewusst niedrig angesetzt wird, um damit die Steuern auf Mieteinnahmen zu minimieren.“

    Das Finanzamt kann doch gar kein anderes Interesse haben, als das es Steuern einnehmen kann. Höhere Mieteinnahmen, höhere Steuern. Das es innerhalb gesellschaftlicher Gruppen stets Bestrebungen gibt, Mieterhöhungen entgegenzuwirken und diese sich auch in der politischen Willensbildung niederschlagen können, hat aber nichts mit der Fiskalpolitik gemein. Auch wenn deren Abgrenzung nicht immer einfach ist.

    Die Grundaussage ist, Sie können nur Werbungskosten ansetzen, wenn Sie auch eine Gewinnerzielungsabsicht haben. Sie sind aber nicht gezwungen im Rahmen ihrer möglichen Erwerbsobliegenheit, einem Erwerbsbegehren nachzugehen, dass sich auch auf Ihre Angehörigen ausdehnt. Sie können Ihre „Lieben“ auch vollkommen unentgeltlich bei sich wohnen lassen. Dann betreiben Sie Ihre Wohnungen eben als Liebhaberei. Nur können Sie dann aus der von der Gemeinschaft getragenen Abgabenfinanzierung an Ihrer allgemeinen persönlichen Steuerschuld keine Forderungen ableiten, indem Sie mögliche Werbungskosten abziehen und damit Ihr eigenes, zu versteuerndes Einkommen mindern. Ihre zusammen mit Ihren Angehörigen aufzubringenden Kosten für Wohnen und weiteren Kosten, entfallen den allgemeinen Lebenshaltungskosten. Sogar dann noch, wenn Sie Rücklagen für Ihre Wohnungen bilden müssen oder Finanzierungen zu stemmen haben. Sie könnten die Mieteinnahmen genauso als Beteiligungen gemeinsamer Lasten der betreffenden Wohnobjekte betrachten.

    Genauso ist es aber auch vertretbar, eine Gewinnerzielungsabsicht über einen bestimmten Zeitraum auch auf seine Angehörigen wirken zu lassen. Rechnen kann sich das insbesondere dann, wenn die Angehörigen nicht während der gesamten Nutzungsdauer in der Wohnung bleiben und Finanzierungen zu stemmen sind, die später nicht mehr den Angehörigen zukommen, weil sie ausgezogen sind. Sie dann also Ihre Wohnung wieder mit der üblichen, für Sie sinnvollen Miete an andere weitergeben. Derartige Fragestellungen und Abgrenzungen, sind stets komplex und beschäftigen eine ganze Reihe gesellschaftlicher Gruppen. Aber nicht so, dass man annehmen dürfe, keine Lösungen gefunden zu haben. Dies zeigt sich bereits mit der Zweidrittel-Pauschalierung. Diese Lösung als Zweidrittel-Pauschalierung (66 %) stellt keinerlei wissenschaftlichen Bewertungszusammenhang dar. Von daher kann schon nachvollzogen werden, sich die Frage zu stellen, welch kruder Logik diese Zahl entsprechen mag? Sie ist einfach abgestimmt worden. Das sollte aber nicht dazu führen, dass Sie aus solch einer Bestimmung ebenso zu einer kruden Lebensauffassung kommen, obwohl Ihnen diese sicher keiner verwehren darf.

    Gelegentlich haben die Finanzämter (Richtlinien folgend) abzuwägen, ob noch eine Gewinnerzielungsabsicht vorliege. In gewissem Rahmen werden dabei auch Motivlagen herangezogen. Selbst wenn es, wie in Ihrem Falle, dazu keine allgemeinen Bestimmungen, hinsichtlich einer Vergleichszahl, gäben könne, wären Sie das ideale Subjekt (Bitte nicht persönlich betrachten.), dem man das Motiv einer Gewinnerzielungsabsicht absprechen dürfte und daher keine Werbungskosten absetzen kann.

    Wohnraum ist generell ein Thema, dass sich nicht gänzlich ausschöpfen lässt. Wohnraumbewirtschaftung bis zu deren Finanzierung über Transferleistungen auch auf die eigenen Angehörigen hinaus, kann nur an anderer Stelle weiterverfolgt werden. Hier ist die Ausdehnung zu allen Fragestellungen auf die Programmbedienung begrenzt.

Participate now!

Don’t have an account yet? Register yourself now and be a part of our community!