Alleinerziehungsfreibetrag anteilig im Jahr der Trennung

  • Im Programm ist es nicht möglich, im Trennungsjahr einen zeitanteiligen Alleinerzeihungsfreibetrag zu beantragen. Lt. Auffassung der Finanzverwaltung sollen die Voraussetzungen für das gesamte Kalenderjahr vorliegen, nicht jedoch, wenn sie eintreten. Soweit mir bekannt, läuft eine Klage mit dem Ziel, dass der FB wenigstes zeitanteilig berücksichtigt wird. Es wäre gut, wenn das Programm das nicht blockiert. Im aktuellen Fall war Trennung im März, die Mutter danach alleinerziehend. Eingabe unmöglich!

  • Den Entlastungsbetrag für Alleinerziehende erhalten nur Unverheiratete, deswegen wurde er ja anstelle dessen eingeführt. Den Splittingtarif gibt es bereits für das ganze Jahr, sowohl bei Beginn der Heirat als auch noch im Jahr der Trennung. Man spricht auch von "alleinstehenden Alleinerziehenden". Lesen Sie den § 24b (3) des Einkommensteuergesetz -Entlastungsbetrag für Alleinerziehende-. Im Absatz 3 wird eine Quasi-Legaldefinition (Keine Klammerung) angeführt, wie dieses Rechtssubjekt zu verstehen sei. Da gibt es keine weitere oder anderslautende Definition hinein zu interpretieren. Entschädigt wird nur der Splittingtarif. Von daher kann auch im Programm keine andere Funktion gesteuert werden. Die von Ihnen genannte Klage würde ich gerne einmal sehen. Es gibt zwar stets Bestrebungen den Splittingtarif im Ganzen abzuschaffen und eben mehr für die Förderung tatsächlich Bedürftiger zu erwirken. Denn den Splittingtarif erhalten ja auch Verheiratete, wenn sie keine Kinder erziehen. Von daher erklärt sich der Wille des Gesetzgebers hier in diesem Absatz (3) nicht so eindeutig. Doch ebenso fehlt es an einer breiten Mehrheit bei den Kammern der Gesetzgeber, in Verheirateten Personen noch Alleinstehende zu erkennen, auch wenn die Lebenspraxis in manchen Familien anders aussehen mag. Aber das trifft dann wohl auf Verheiratete wie Unverheiratete zu.


    Das Programm macht hier keinen Fehler.


    Schauen Sie:


    § 24b EStG - Entlastungsbetrag für Alleinerziehende - dejure.org


    Was ist der Entlastungsbetrag für Alleinerziehende und nicht verheirateten Eltern? | Familienportal des Bundes

  • BFH Urteil vom 28.10.2021 - III R 17/20 (veröffentlicht am 17.03.2022) | Steuer Office ...
    Entscheidungsstichwort (Thema) Entlastungsbetrag für Alleinerziehende für einzeln veranlagte Ehegatten im Trennungsjahr  Leitsatz (amtlich) Steuerpflichtige,…
    www.haufe.de

    Dieser Link funktioniert bei mir nicht. Er zitiert aber das mir bislang nicht bekannte

    BFH Urteil vom 28.10.2021 - III R 17/20 (veröffentlicht am 17.03.2022) Daraus:

    "....Rz. 24

    bb) Die zeitanteilige Gewährung des Freibetrages verhindert eine Benachteiligung von Steuerpflichtigen, die sich im Laufe eines Jahres von ihrem Ehepartner getrennt und anschließend die Kinder allein im Haushalt versorgt haben. Sie dürfen steuerrechtlich nicht schlechter gestellt werden im Vergleich zu nicht verheirateten Steuerpflichtigen, die sich trennen und die Haushaltsgemeinschaft beenden und die den Entlastungsbetrag für die haushaltszugehörigen Kinder danach zeitanteilig zweifelsfrei beanspruchen können.

    Rz. 25

    3. Das FG hat nach diesen Maßstäben zu Recht entschieden, dass dem Kläger der erhöhte Entlastungsbetrag für Alleinerziehende gemäß § 24b EStG zeitanteilig für acht Monate zu gewähren ist. Nach den bindenden Feststellungen des FG (§ 118 Abs. 2 FGO) lebte der Kläger im Trennungs- und Streitjahr allein mit seinen beiden minderjährigen Kindern, nachdem seine damalige Ehefrau im April 2017 aus der gemeinsamen Wohnung ausgezogen war...."


    DAS PROGRAMM MACHT DAHER DOCH EINEN FEHLER! Bei noch Verheirateten muss auch im Trennungsjahr ein zeitanteiliger AFB gewährt werden, sofern Einzelveranlagung gewählt wird. Im Programm aktuell nicht möglich!

  • Das ist zwar zeitanteilig möglich, aber bei der Erklärung zur Einzelveranlagung der Frau, die den Alleinerziehungsfreibetrag beantragt, wird dieser jedoch-falsch- bei dem getrennt lebenden Ehegatten berücksichtigt. Der muss im Trennungsjahr mit seinen Stammdaten in der Erklärung mit laufen, obwohl Einkünfte etc. alle nicht erfasst werden; kennt man ja nicht. Denn man will ja eine EV für die alleinerziehend Ehefrau erstellen und niemals eine Zusammenveranlagung.

  • Es ist wohl im Trennungsjahr keine Einzelveranlagung möglich ohne Angaben zu dem Ehegatten, der außen vor bleiben soll, dessen Daten/Einkünfte unbekannt sind. Das ist ärgerlich!

  • Es ist wohl im Trennungsjahr keine Einzelveranlagung möglich ohne Angaben zu dem Ehegatten, der außen vor bleiben soll, dessen Daten/Einkünfte unbekannt sind. Das ist ärgerlich!

    Sie brauchen dann eben nur die Daten für die Ehefrau eingeben. Den Ehemann brauchen Sie nur insoweit zu erfassen als das Sie das Häkchen Einzelveranlagt eingeben können. Im Falle eines Ausdrucks der Formulare wählen Sie nur die für die Ehefrau aus. Analog verfahren Sie bei der Elsterübertragung.

  • Genau das habe ich so gemacht. Einzelveranlagung bei beiden und Ehemann ausser Stammdaten alles Null(-Eingaben).

    Obwohl beim Alleinerziehungs-FB die Mutter den Antrag stellt, wird der Freibetrag in der Ergebnisvorschau beim Ehemann gezeigt (sonst nichts). Alle Eingabevarianten durchgespielt (z.B. "Gemeinsamer Haushalt" ab 1.1. oder ab Trennung bzw. Auszug des Ehemanns); immer beim Ehemann. Nichts ändert sich. Ich hoffe, dass bei der Übermittlung mit Elster das richtiger läuft.

    Falls nicht, kann das über Antrag bzw. Einspruch natürlich richtiggestellt werden. Aber mir geht es um prinzipielle Programmverbesserung.

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