VaSt-Bescheinigung zu Kapitalerträgen mit Freistellungsbescheinigung

  • Es werden in diesem Jahr anscheinend erstmals (zumindest hatte ich das in den Vorjahren nicht) VaSt-Bescheinigungen zu Kapitalerträgen mit Freistellungsauftrag bzw. zu den tatsächlich freigestellten Erträgen bereitgestellt. Die SSE liest diese auch ein - nur wo landen dann die eingelesenen Daten? Ich habe sie bislang noch in keinem Eingabedialog im Bereich der Einkünfte aus Zinsen, Renten, Vermietung usw. wiedergefunden. Bin aber eigentlich der Meinung, ich hätte da alles eingeblendet. Weiß jemand eventuell Näheres?


    Ein größeres Problem ist es wohl (hoffentlich...) nicht, ich erfasse in der SSE sowieso die vollständigen Daten aus den Steuermitteilungen der Banken, wo dann auch die freigestellten Erträge mit dabei sind. Nur wäre es doch ganz schön zu wissen, wenn die SSE solche Freistellungsdaten aus den VaSt-Bescheinigungen einliest, wie man sie ggf. in seinem Steuerfall editieren kann (falls da z.B. mal ein Fehler passieren sollte).

  • Die SSE liest diese auch ein - nur wo landen dann die eingelesenen Daten?

    Anscheinend nirgendwo. Die Bereitstellung der tatsächlich in Anspruch genommenen Freistellungsbeträge ist ja auch einigermaßen sinnfrei,

    um das Wort unsinnig an dieser Stelle zu vermeiden. Andere Daten zu Kapitaleinkünften kann die Finanzverwaltung ohnehin nicht bereitstellen,

    die hat sie nämlich nicht.

    Ich erkläre meine Kapitaleinkünfte in aller Regel überhaupt nicht. Das macht doch nur Arbeit und bringt nur in Ausnahmefällen etwas. Wenn man

    nur bei inländischen Banken Kapitalerträge erzielt, die dem Steuerabzug unterliegen, besteht keine Erklärungspflicht.

  • Die Bereitstellung der Daten zum tatsächlich in Anspruch genommenen Freistellungsbetrag über VaSt erkläre ich mir so, dass man damit für die Steuerpflichtigen transparent macht, was die Banken hierzu an die Finanzämter gemeldet haben. Und man als Steuerpflichtiger dann ggf. prüfen kann, ob die Freigrenzen nicht (versehentlich) überschritten wurden.


    Es gibt schon ein paar Szenarien, wo es sich lohnt, Kapitaleinkünfte zu deklarieren. Wenn man z.B. aus Vermietung und Verpachtung größere Beträge abschreiben und absetzen kann und so bei einem entsprechend niedrigen Steuersatz für das Gesamteinkommen landet. Es ist dann ja mit der SSE kein großer Aufwand, die paar Zahlen aus den Steuerbescheinigungen zu übertragen und anschließend das Ergebnis prüfen zu lassen.


    Zurück zur Übernahme der Freistellungsdaten in die SSE - sie scheinen schon irgendwo in der Steuerfalldatei abgelegt zu werden, denn wenn man das Menü zur Datenübernahme aus VaSt-Bescheinigungen aufruft, wird da ja ein Name eines Eingabedialogs angezeigt, in dem sie angeblich liegen. Den man nur im Programm nicht findet. Störend ist da hauptsächlich die Ungewissheit, ob/wie das womöglich beim Einreichen der Erklärung über Elster mit übertragen wird.

  • Und man als Steuerpflichtiger dann ggf. prüfen kann, ob die Freigrenzen nicht (versehentlich) überschritten wurden.

    Das ist aber auch der einzige denkbare Nutzen. In dem Fall müsste die Anlage KAP dann auch mit eingereicht werden.

    Störend ist da hauptsächlich die Ungewissheit, ob/wie das womöglich beim Einreichen der Erklärung über Elster mit übertragen wird.

    Es wird nichts übertragen, das sieht die Elster-Schnittstelle nämlich nicht vor. Was hätte das Finanzamt denn von Daten, die es selbst schon hat

    und die für sich allein wertlos sind ?

  • Es gibt schon ein paar Szenarien, wo es sich lohnt, Kapitaleinkünfte zu deklarieren.

    Sicher gibt es die hin und wieder. Nachdem ich aber auswendig weiß, ab welchem zu versteuernden Einkommen ein Grenzsteuersatz

    von 25% überschritten wird, schaue ich mir zuerst das Ergebnis ohne Kapitalerträge an. Da sehe ich ja auf einen Blick, ob sich der Aufwand,

    die Kapitalerträge zu erfassen und die Günstigerprüfung zu beantragen, lohnen könnte.

  • Es wird nichts übertragen, das sieht die Elster-Schnittstelle nämlich nicht vor. Was hätte das Finanzamt denn von Daten, die es selbst schon hat und die für sich allein wertlos sind ?

    Stimmt natürlich auch wieder. Mal sehen, was letztlich im Übertragungsprotokoll steht.


    Unabhängig davon hatte ich hier ein wenig auch auf eine Antwort von offizieller Seite spekuliert, denn irgendwer muss ja aus irgendeinem Grund die Funktion zur Übernahme dieser speziellen VaSt-Bescheinigungen in die SSE hineinprogrammiert haben.

  • Sicher gibt es die hin und wieder. Nachdem ich aber auswendig weiß, ab welchem zu versteuernden Einkommen ein Grenzsteuersatz

    von 25% überschritten wird, schaue ich mir zuerst das Ergebnis ohne Kapitalerträge an. Da sehe ich ja auf einen Blick, ob sich der Aufwand,

    die Kapitalerträge zu erfassen und die Günstigerprüfung zu beantragen, lohnen könnte.

    Letztes Jahr hatte mir das Deklarieren etwa 200 € eingebracht, dieses Jahr könnte es sogar etwas mehr werden. Nicht die Welt, aber den für mich kleinen (da alle relevanten Finanzinstitute ja bereits aus den Vorjahren in der SSE erfasst sind) Aufwand lohnt es. Kann letztlich jeder selbst entscheiden. :)

  • Mal sehen, was letztlich im Übertragungsprotokoll steht.

    Wenn du, wie angekündigt, die Anlage KAP einreichst, werden im Übertragungsprotokoll natürlich auch die tatsächlich beanspruchten

    Sparer-Pauschbeträge stehen. Die Werte stammen aber nicht aus dem Bescheinigungsabruf, sondern aus den von dir erfassten Werten

    gemäß den Steuerbescheinigungen deiner Banken. Die zum Download angebotenen Bescheinigungen sind ja auch deshalb nicht brauchbar,

    weil die Banken z. B. bei Ehegatten nur den gemeinsam beanspruchten Sparer-Pauschbetrag in einer Summe melden. Tatsächlich wird der

    Gesamtbetrag in den Steuerbescheinigungen der Banken aber auf die Ehegatten aufgeteilt.

  • Hallo


    Zurück zur ursprünglichen Frage: Wo sind die eingelesenen Daten? Wozu lese ich die ein, wenn ich dann die Banken neu erstellen muss, mit allen Daten, die eigentlich schon bekannt sind - eben weil ich mehr erhalten habe bzw. es in Summe nicht perfekt vorher angeben konnte und nun machen muss?

  • Wo sind die eingelesenen Daten? Wozu lese ich die ein, wenn ich dann die Banken neu erstellen muss, mit allen Daten,

    Keine Ahnung, ob bzw. wo die gespeichert werden. Für die Übernahme in die Steuererklärung wären sie zumindest bei Ehegatten,

    die einen gemeinsamen Freistellungsauftrag erteilen müssen, ohnehin nicht geeignet, außerdem müsste man dem Steuerprogramm

    auch noch sagen, ob die tatsächlich in Anspruch genommenen Beträge jetzt in die Zeile 16 oder in die Zeile 17 zu übernehmen sind.

  • Diese Angaben werden aktuell nicht in den Steuerfall übernommen.

    Das bringt doch auch nichts. Die Abgabe der Anlage KAP hat vielfach (außer zusätzlicher Eingabearbeit) steuerlich keinen Effekt, auch wenn in den

    Steuerprogrammen generell empfohlen wird, die Kapitalerträge zu erfassen. Wenn ich alle anderen Daten aus den Steuerbescheinigungen der

    Banken abschreiben muss und das wird auch so bleiben, dann kann ich auch diese Werte dort abschreiben. Da sind die Angaben bei Ehegatten

    dann auch richtig zugeordnet.

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