Rentner und Steuerberatungskosten

  • Hallo,

    Als Rentner habe ich keine Einnahmen aus unselbständiger Beschäftigung mehr, sondern nur noch Renten laut Anlage R.

    Beim ausfüllen der Sonderausgaben "Steuerberatungskosten" wird mir jedoch gesagt, ich solle zunächst Einnahmen in Anlage N nachweisen.

    Ich muss zwar Steuern zahlen aber darf keine Beratung in Anspruch nehmen?

    Was mache ich da falsch, oder ist das ein Programmfehler oder gar ein Fehler im Gehirn unserer Finanzminister? :/

  • Werbungskosten zu Renteneinkünften müssen direkt bei den Renten erfasst werden (Werbungskosten zu allen Renten), wobei nur die

    Steuerberatungskosten für die Ermittlung der steuerpflichtigen Renteneinkünfte geltend gemacht werden dürfen, nicht allgemeine

    Beratungsleistungen durch einen Steuerberater.

    Der Dialog Steuerberatungskosten lässt eine direkte Zuordnung zu Renteneinkünften offenbar nicht zu.

  • Zunächst mal: vielen Dank für die schnelle Antwort.


    Sobald ich versuche, die Steuerberatungskosten dem Mann oder Beiden zuzuordnen, erscheint eine Info-Einblendung "Erfasssen sie zunächst...."

    Einen Screenshot habe ich angehängt.


    BTW: Letztes Jahr war meine Frau noch Berufstätig, so dass ich die Kosten ihr "in die Schuhe schieben" kann. Dieses Jahr ist das nicht mehr so.


    Klingt auch völlig Logisch: letztes Jahr noch Sonderausgaben und jetzt plötzlich Werbungskosten!?

  • Höchstens ein Betriebsrentner oder Versorgungsempfänger könnte hier etwas bewegen. Wenn Steuerberatungskosten dort abziehbar wären, dann muss das für Renten auch gelten.


    Das die Software hier nicht zielführend zum Ergebnis führt wurde auch schon in #2 sinngemäß geäußert und wie mit einer etwaigen Rechnungsstellung zu verfahren sei.


    Nun gut, gibt es denn hier eine solche Rechnung mit Aufschlüsselung? Hier gibt es anscheinend nur die Software und das Loseblattwerk und die vielen Stunden, die sich damit beschäftigt worden sind.


    Aber eine Idee, wie evtl. verteilt werden möge (#4, #5), scheint wohl bewusst zu sein. Irgendwie, scheint das Material auch für die Ermittlung zu Sonderausgaben genutzt worden sein. „Klingt auch völlig Logisch: letztes Jahr noch Sonderausgaben und jetzt plötzlich Werbungskosten!?“. Der Aufwand gilt dafür dann nicht mehr. Manche Fragen sollten erst gestellt werden, wenn man die Antwort kennt.


    Aber zumindest gibt es für Werbungskosten bei Erwerbseinkommen eine Vereinfachungsregel (100 Euro-Grenze). Dazu ist die Steuersoftware in der Lage noch zu helfen. Warum die Programmierung diese Verteilung aber nicht auch auf Renteneinkünfte zulassen will und andere Hinweise dazu gibt, mag vielleicht einen redaktionell steuerrechtlichen Grund haben?


    #5: „Kein Wunder, unten steht ja auch ausgegraut: Empfehlung: Voller Abzug bei nicht selbständiger Tätigkeit, und


    bei Aufteilung der Kosten ist nein ausgewählt.


    “. Hätte man den aufteilen dürfen? Die Software weist dann im Ergebnis negative Einkünfte bei Nichtselbständigen Einnahmen auf und produziert eine Anlage N. Bekannt ist auch, dass viele Steuererklärungen mit solchen negativen Einkünften durchgewunken werden. Solche Erklärungen entstehen dadurch, dass beim Übergang vom Erwerbsleben in den Ruhestand die Eintragungen von Rechtsschutz, Haftpflicht und Co. im Bereich der Werbungskosten in gewohnter Weise fortgeführt werden. In einigen Fällen schon seit Jahrzehnten. Da traut sich niemand mehr daran etwas zu ändern.


    Vielleicht klärt der Verlag diesen Umstand in einem nächsten Beitrag der gelben Seiten einmal auf und untersucht diese Frage?

  • Dass eine teure Loseblattsammlung für die Ermittlung von Renteneinkünften überhaupt hilfreich ist, das mag ich eher nicht glauben.

    Wenn, dann geht das sowieso nur im Rahmen der Vereinfachungsregelungen entweder hälftig oder bis 100,00 € durch.

    Nachdem es um zwei Rentner geht, die jeweils 102,00 WK-Pauschale beanspruchen können, kommt doch sowieso nichts bei raus.

  • Und, wer sagts ihm denn jetzt endlich?


    Steuerberatungskosten können als Betriebsausgaben und Werbungskosten abgezogen werden. Sind welche da? Als Rentner mit keinen „unselbständigen Einnahmen“ mehr, also nein! Was bleibt dann noch? Richtig, Sonderausgaben! Und geht das? Was finden wir?


    „Steuerberatungskosten können nicht als Sonderausgaben abgezogen werden. Die Abschaffung des Sonderausgabenabzugs ist verfassungsrechtlich unbedenklich (BFH, Urteil v. 4.2.2010, X R 10/08, …{weitere Quelle: HI2316917, wenn sie mal funktioniert}, BFH/NV 2010 S. 1012; BFH, Urteil v. 16.2.2011, X R 10/10, {weitere Quelle: HI2669097}, BFH/NV 2011 S. 977; BFH, v. 17.10.2012, VIII R 51/09, {HI3536294}, BFH/NV 2013 S. 365).


    Wie hilft die Software oder die Forenmoderation einem Anfänger?


    Steuersoftware: Eingabehilfe? Nein! Steuertipps\Weitere Hinweise? Steuerberatungskosten für Renteneinkünfte! Was steht da, wenn man den Link betätigt?


    „Steuerberatungskosten können nicht automatisch auf Renteneinkünfte verteilt werden.

    Um Steuerberatungskosten bei Renteneinkünften zu berücksichtigen, erfassen Sie diese bitte direkt im Bereich »Rente«.“


    Hm, ja, schwierig! Wir finden im Bereich Rente bei der Eingabehilfe Beispiele für Werbungskosten: „Beratungskosten, Rechtsanwaltskosten, Sozialgerichtskosten“! In diesem Bereich dort könnten diese Kosten angesetzt werden. Ob diese einer Prüfung standhalten, kann ich mich nicht dazu äußern!

Participate now!

Don’t have an account yet? Register yourself now and be a part of our community!