• Hallo liebe Forummitglieder,

    Ich will meine 10,7 Kw/p Anlage absetzen. Die Solarfirma sagte, dass man die gesamte Mehrwertsteuer zurückbekommt.
    Die Rechnung habe ich Ende 2021 beglichen, die Anlage geht jedoch erst in einigen Wochen in Betrieb und ist dem Finanzamt noch nicht bekannt.

    Jetzt bin ich dabei meine Steuererklärung für 2021 (Steuersparerklärung 2022 Plus) auszufüllen und frage mich, wo ich die Rechnung für die PV-Anlage eintippen/einreichen kann.

    Vielen Dank für eure Hilfe.

  • Du hättest bis zum 10. Januar eine Umsatzsteuervoranmeldung für das 4. Quartal 2021 einreichen müssen bzw. können, um die Vorsteuern

    erstattet zu bekommen, was du wohl nicht gemacht hast. Entweder die Voranmeldung nachholen oder gleich die Umsatzsteuererklärung

    für 2021 einreichen und die Vorsteuer dort geltend machen.

    Beim Finanzamt anmelden musst du die PV-Anlage ebenfalls: Fragebogen zu steuerlichen Erfassung

  • Hallo,

    Ich möchte in 2022 eine PV Anlage auf das Hausdach installieren lassen.

    Die Anlage hat 9,75KWP und unterliegt, wenn ich das so möchte, der Kleinunternehmerregelung. Ich wäre somit umsatzsteuerbefreit.

    Die PV Anlage kann ich aber trotzdem linear oder degressiv mit Sonderabschreibung von 20% abschreiben?

    Was ist mit dem Eigenverbrauch? Ist das eine zu versteuernde Einnahme?

    Danke für Eure Hilfe

    Thomas

  • Die Anlage hat 9,75KWP und unterliegt, wenn ich das so möchte, der Kleinunternehmerregelung. Ich wäre somit umsatzsteuerbefreit.

    Die Kleinunternehmerregelung hat jetzt nicht unbedingt etwas mit der Leistung zu tun, unter der Umsatzgrenze von 22.000,00 €

    bleiben auch wesentlich größere PV-Anlagen.

    Mit der Abschreibung hat das nichts zu tun, die ist im Einkommensteuerrecht geregelt. Da die Anlage weniger als 10 kWP hat, könntest

    du bei Erfüllung der weiteren Voraussetzungen das Liebhabereiwahlrecht ausüben, dann fällt die Anlage aus der Einkommensteuer raus.

    Der Eigenverbrauch ist eine zu versteuernde Einnahme, das siehst du richtig. Alle Einzelheiten kannst du hier nachlesen:

    https://www.finanzamt.bayern.de/Informationen/download.php?url=Informationen/Steuerinfos/Weitere_Themen/Photovoltaikanlagen/Merkblatt_Liebhabereiwahlrecht.pdf

  • Danke Charlie,

    ich denke, es macht schon sehr viel Sinn, auch eine kleine PV Anlage als Gewerbe zu betreiben.

    Vorteile: Degressivere Abschreibung + Sonderabschreibung in den ersten 5 Jahren.

    Nebenkosten steuerlich absetzbar. PV Versicherung usw.

    Nachteil: Wegen der Umsatzsteuer muss man leider etwas Aufwand betreiben. Mit etwas Übung geht das aber in wenigen Minuten.

    Nach dem 5ten oder 6ten Jahr ist die PV zu weiten Teilen abgeschrieben und man kann in den Hobbymodus übergehen.

    Habe ich das so richtig verstanden?

  • Vielen Dank für die schnellen Antworten.

    Dh. Ich muss das alles in "Gewinnermittlung 2021" eintragen und nicht in "Photovoltaik 2022" richtig?

    Gibt es eigentlich Hilfsvideos oder andere Erklärungen (für die Steuersparerklärung) für PV-Anlagen und andere Themen?
    Ich arbeite seit ca. 10 Jahren mit der Steuersparerklärung, aber beim Thema PV-Anlagen habe ich bislang nicht ansatzweise den Durchblick, wie und wo ich was eintragen soll. Überlege bereits die ganze Anmeldung der PV-Anlage und die Regelbesteuerung über einen Steuerberater zu machen (einmalig).

    Schönen Sonntag euch :)

  • Liebhaberei; Kleinunternehmer außer acht gelassen:

    Als PV-Betreiber betreibt man ein Gewerbe. Zuerst also nicht vergessen dieses Gewerbe anzumelden! Gewerbesteuer wird bei den 10 kWp nicht anfallen.

    Wie schon an anderer Stelle im Forum mehrfach behandelt: Auch die PV-Anlage kann steuerlich mit der Gewinnerfassung abgearbeitet werden; kein spezielles "PV-Modul" erforderlich.

    In der Gewinnerfassung legt man seine Anlage als "bewegliches Wirtschaftsgut" ein; einfach dem Programm folgen.

    Mein Finanzamt hat mir ziemlich schnell angeboten, dass ich keine monatlichen oder vierteljährigen Umsatzsteuervoranmeldungen machen muss sondern nur die Umsatzsteuerjahreserklärung machen muss. Die wollen diese läppischen Beträge auch nicht 12x im Jahr abarbeiten.

    Ich meine: Ist alles selber-machbar!

    Frisch ans Werk! :)

  • Hallo Thomas,

    wenn die Anlage jetzt in 2022 aufs Dach kommt, warum willst du dann auf die Mehrwertsteuer verzichten? Sinn macht es wirklich, wenn

    du die Anlage mit Umsatzsteuer erfasst. Du bekommst die Mehrwertsteuer zurück und musst am Anfang eh monatlich eine Umsatzsteuer-

    erklärung abgeben. Da bekommst du die MwSt als Einnahme wieder, heisst: Ausgabe und Einnahme sind zusammen Null in einem Jahr, das ist wichtig,

    da die MwSt als Einnahme zu verbuchen ist und wenn diese im Folgejahr erst vom FA gezahlt wird, dann hast du Einnahmen die mit der Sonder-AFA

    sofort verbrauchen musst, denn außer der Abschreibung hast du keine oder wenige Ausgaben.

    Der Clou wäre noch, für 2021 einen Investitionsabzugsbetrag zu bilden mit max. 50 % der Anschaffungskosten (kannst auch weniger nehmen)

    um für 2021 einen Verlust für die Einkommenssteuer zu haben.

    Der Investitionsabzugsbetrag kommt in 2022 bei Anschaffung wieder rein, aber du hast ja normale AFA und kannst mit der Sonder-AFA gestalten, das kein hoher Gewinn raus kommt. Selbst mit dem Eigenverbrauch und der Abschreibung kannst du soviel Sonder-AFA einsetzen, das es passt.

    Die MwSt auf den Eigenverbrauch zahlst du natürlich, aber auch das ist dann wieder eine Ausgabe.

    Also bei mir lohnt sich das Konstrukt.

    übrigens: der steuerliche Erfassungsbogen ist nur noch online über Elster ohne Aufforderung vom FA einzureichen.

    beste Grüsse Steuerfee

  • Du bekommst die Mehrwertsteuer zurück und musst am Anfang eh monatlich eine Umsatzsteuererklärung abgeben.

    Nein, wenn er für die Regelbesteuerung optiert, muss er anfänglich nur noch vierteljährlich eine Umsatzsteuervoranmeldung einreichen,

    als Kleinunternehmer muss er überhaupt keine Voranmeldung einreichen. Wie man mit einer PV-Anlage sinnvollerweise steuerlich umgeht,

    muss jeder selbst entscheiden.

  • Also mein FA möchte monatlich....aber auch bei 1/4 jährlich fließt die MwSt im selben Jahr zurück und nur das zählt.....

    es sollte auch nur eine Variante der Möglichkeit sein um alles rauszuholen was geht.

    Ich stimme dir zu, jeder wie er es möchte, aber das Thema von Major Tom war genau dieser Sachverhalt.

  • Hallo zusammen, ich bin ganz neu im Forum. Es geht um das Thema 1.PV Absetzung. Wir werden im Juni 2022 eine neue PV-Anlage installieren lassen. Ich habe auf dem Elster Portal gesehen, dass erst im Juni 2022 das Formular "Fragebogen zur steuerlichen Erfassung für 2022" zur Verfügung gestellt wird. Es geht also bei mir um die Lohnsteuererklärung 2022. Meine eigentliche Frage ist: auf dem Fragebogen zur steuerlichen Erfassung für die LST Erklärung 2021 finde ich nirgends den Punkt PV Anlage? Wenn ich das Formular für 2021 noch richtig im Kopf habe wird hier, z.B eine neue Haustür aufgeführt. Stichwort (KFW Förderung). Warum muss eigentlich der Fragebogen an das Finanzamt geschickt werden? Jetzt sind es 2 Fragen geworden. Vielen Dank im Voraus für Eure Vorschläge und Antworten.

  • Meine eigentliche Frage ist: auf dem Fragebogen zur steuerlichen Erfassung für die LST Erklärung 2021 finde ich nirgends den Punkt PV Anlage?

    Der Fragebogen dient der Erfassung einer gewerblichen oder selbstständigen Tätigkeit und ist nicht für PV-Anlagen spezifiziert. Der Fragebogen

    ist innerhalb eines Monats nach Aufnahme der gewerblichen Tätigkeit (PV-Anlage) elektronisch zu übermitteln. Auf die Neufassung für 2022 musst

    du nicht warten. Die Anmeldung betrifft nicht nur das Thema Einkommensteuer, sondern auch die Umsatzsteuer.

    In vielen Bundesländern wird ein zusätzlicher Fragebogen für PV-Anlagen angeboten, der allerdings nicht elektronisch übermittelt werden kann.

    Für Anlagen auf dem eigenen (nicht vermieteten) Haus kann man bis zu einer bestimmten Leistung beantragen, sie als Liebhaberei einzustufen.

    Weitere Informationen sind hier zu finden: https://www.finanzamt.bayern.de/Informationen/…=x&f=Amberg&t=x

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