Anlage EÜR / Personalkosten und Ausgleichszahlungen gemäß AAG korrekt erfassen

  • Ich möchte die EÜR für eine Kleinpraxis (lediglich 1 angestellter Mitarbeiter) erstellen und habe eine Frage, ob die untenstehende Personalkosten-Eingabe wie folgt korrekt ist:

    • Lohnkosten: hier Eingabe des Jahres-Netto-Lohns ? (also nicht Brutto)
    • Sozialversicherungsbeiträge: hier Eingabe des Jahres SV-Anteils für AN+AG zusammen (also nicht nur den isolierten AN-Anteil)


    Ferner würde mich interessieren, wo korrekterweise die Ausgleichszahlungen bzw. Erstattungen der Krankenkassen gemäß AAG (Aufwendungsausgleichgesetz) in die EÜR-Maske eingetragen werden. Einfach vom Jahres-SV-Beiträgen abziehen oder den Posten bei Betriebseinnahmen eintragen?

    Vielen Dank für Ihre Auskunft.
    Gruß Markus

  • ich weiß es ist armseelig auf seinen eigenen Beitrag zu antworten - vllt. kann jemand mein hoffentlich richtiges Vorgehen bestätigen - Danke.

    EÜR Erfassung Personalkosten (Haken bei "detaillierte Eingabe" EÜR SSE20) = Zeile 28

    Personalkosten gesamt = Lohnkosten (Jahresnetto) + Lohnsteuer/Soli (Jahr)+ SV-Beiträge von Arbeitgeber plus Arbeitnehmer (Jahr)

    Danke fürs feedback.

  • In der Ausfüllhilfe für Anlage EÜR Zeile 28 steht folgendes:

    Tragen Sie hier Betriebsausgaben für Gehälter, Löhne und Versicherungsbeiträge für Ihre Arbeitnehmer ein. Hierzu gehören sämtliche Bruttolohn- und Gehaltsaufwendungen ein-schließlich der gezahlten Lohnsteuer (auch Pauschalsteuernach § 37b EStG) und anderer Nebenkosten.

  • Das hat er bestimmt auch gelesen. Im Dialog Personalkosten im Bereich Betriebsausgaben werden mit der detaillierten Eingabe bei der Erfassung der Personalkosten die Lohnsteuer und Sozialversicherungsbeiträge getrennt erfasst und nachher wieder als Summe für die Personalkosten gebildet. Hier erhält man den Überblick erst, wenn die Einträge erfasst worden sind. Gefragt wurde ja nach einem „Jahresnetto“. Ein Begriff der so zunächst im Steuerwesen zwar nicht allgemeingültig gebräuchlich scheint aber irgendwie für die geleisteten Zahlungen an den Arbeitnehmer herhalten soll. Hier wäre es fasst schon besser, wenn man auf die detaillierte Eingabe verzichten würde und die Summen aus einem Lohnkonto oder ähnlich übernehmen würde. Denn so richtig hilfreich sind diese drei Tabellen Lohnkosten, Lohnsteuer und Sozialversicherungsbeiträge ja schließlich auch nicht. Die jeweiligen Anteile der Sozialversicherungsbeiträge des Arbeitgebers und Arbeitnehmer sind bei den Zahlungen an die Träger weiterhin aufgeschlüsselte Summen, die dann immer noch herausgerechnet werden müssen. So bietet es sich eben nur an den Zahlungsbetrag des Entgeltes an den Arbeitnehmer „Nettolohn“ mit seinen Bestandteilen in der Tabelle -Lohnkosten- zu erfassen und die anderen Zahlbeträge an die Sozialversicherungsträger (Krankenkassenbeiträge für Arbeitgeber und Arbeitnehmer, Rentenversicherungsbeiträge für Arbeitgeber und Arbeitnehmer usw. (Pflegepflichtversicherungsbeiträge)) in der Tabelle -Sozialversicherungsbeiträge- und die Lohnsteuer an das Finanzamt in der Tabelle -Lohnsteuer- zu erfassen. Da die Beträge anderswo bereits in Summen erfasst sind, kann man auf diese detaillierte Erfassung auch verzichten und die Personalkosten in einer Summe erfassen, wo sie dann in der Zeile 28 im Formular sowieso nur als Summe erscheinen.

    Man muss es aber auch nicht komplizierter machen als es ist. Einen Handlungsbedarf für die aav sehe ich jetzt nicht.

  • Das hat er bestimmt auch gelesen ( ....) einen Handlungsbedarf für die aav sehe ich jetzt nicht.

    Ok besten Dank, ihre Ausführungen würde mein richtiges Vorgehen bzgl. Zeile 28 bestätigen. Habe die jeweiligen Summenwerte der einzelnen "Posten" aus dem kummulativen Jahres-Lohnjournal des Lohnabrechnungsprogrammes.

    AAG (... sieht die SSE nicht als Vorschlag für Einnahme vor, deshalb etwas unklar wo einbuchen) hab ich einfach als zusätzlichen Posten bei den EÜR-Betriebseinnahmen aufgelistet, das FA hat es bisher nicht beanstandet.

  • Sie können aber auch Negativbeiträge in den Tabellen erfassen.

    Unter dem Aspekt des Saldierungsverbots erscheint mir die die Erfassung solcher Ausgleichszahlungen bei den umsatzsteuerfreien Betriebseinnahmen

    richtiger. Das Saldierungsverbot mag zwar bei nicht buchführungspflichtigen Betrieben nicht uneingeschränkt gelten, wenn man sich den Aufbau der

    EÜR aber genauer anschaut, wird das auch dort so erwartet.

  • Einen Handlungsbedarf für die aav sehe ich jetzt nicht.

    Ich war nach der Formulierung etwas unsicher, ob ich die AAG überhaupt als Betriebseinnahmen angeben muss. Im Interview-Modus der EÜR der SSE wird man zumindest nicht dahingehend abgefragt.

    Aber ich denke wir sind uns einig, dass AAG / Ausgleichszahlungen verpflichtend aufgelistet werden müssen.

    Unter dem Aspekt des Saldierungsverbots erscheint mir die die Erfassung solcher Ausgleichszahlungen bei den umsatzsteuerfreien Betriebseinnahmen

    richtiger. Das Saldierungsverbot mag zwar bei nicht buchführungspflichtigen Betrieben nicht uneingeschränkt gelten, wenn man sich den Aufbau der

    EÜR aber genauer anschaut, wird das auch dort so erwartet.

    Das "Problem", ich mache als Selbständiger mit 1 Angestellten die EÜR mit SSE und Lohnabrechnung mit Lexware selber, bin also kein Vollprofi. Die kommerziellen Programme locken ja gerade semiproffesionelle Kunden an, die sich mit der Materie schon einigermaßen auskennen, bei gewissen Feinheiten aber fachlich und programmtechnisch straucheln. Mit der Eingabe der AAG bei _zusätzlichen" Betriebseinnahmen, scheine ich ja grob richtig zu liegen.

    Danke an allen zusammen

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