Einkommenssteuererklärung 2020 und Home-Office Pauschale

  • Hallo,

    ich bereite gerade meine Einkommenssteuererklärung für das Jahr 2020 mit der Steuersparerklärung 2021 vor.
    Da ich fast das ganze Jahr im Home-Office arbeiten musste, würde ich gerne die Home-Office Pauschale für 2020 geltend machen. Ich finde aber nirgendswo ein Feld wo ich eintragen kann wie viele Tage ich im Home-Office gearbeitet habe.

    Ist dieses nicht vorgesehen und muss ich die Pauschale unter "Sonstige Werbungskosten" geltend machen? Oder habe ich hier etwas übersehen?

    Viele Grüße
    ZahlGraf

  • Hallo Zahlgraf,

    die Pauschale ist gerade beschlossen. Dafür gibt es noch kein separates Feld. Sie können die Pauschale bei den Sonstigen Werbungskosten erfassen.

    Hallo Martin,

    danke für die schnelle Antwort. Führt ihr in den kommenden 3 Monaten noch so ein Feld ein, oder belasst ihr es dabei?
    Nicht, dass ich es jetzt händisch eintrage und vergesse es und in 3 Monaten, wenn ich die Erklärung abschicken möchte, gibt es das Feld und ich versuche den Betrag dann effektiv zweimal abzusetzen.

    Viele Grüße
    ZahlGraf

  • Hallo ZahlGraf,
    lies das Folgende (sehr selten wird etwas so gut und vollständig geschrieben) und ziehe deine Schlüsse:

    Fünf Euro pro Tag - Steuerliche Entlastung bei Arbeit im Homeoffice
    Wegen der Corona-Krise mussten Millionen Menschen in Deutschland in diesem Jahr zumindest zeitweise von zuhause arbeiten. Damit fielen zwar lange Arbeitswege weg, doch zugleich steigen etwa Strom- und Heizkosten. Einen Teil des Geldes soll es jetzt über die Steuererklärung zurückgeben - das hat der Bundestag beschlossen. Doch längst nicht alle werden profitieren.

    Kann ich mein Arbeitszimmer zuhause nicht ohnehin schon absetzen?
    Ja, das gilt aber nur, wenn in diesem Arbeitszimmer nahezu ausschließlich gearbeitet wird.
    Den Schreibtisch im Flur, die Arbeitsecke im Wohnzimmer oder den Laptop auf dem Küchentisch akzeptiert das Finanzamt nicht als häusliches Arbeitszimmer. Genau so mussten aber viele zuletzt arbeiten - nur wenige Arbeitnehmer haben zuhause so viel Platz, dass sie ein eigenes Arbeitszimmer einrichten können.

    Was ist jetzt konkret geplant?
    Für jeden Tag Homeoffice gibt es eine Steuerpauschale von fünf Euro - allerdings nur für maximal 120 Tage, also insgesamt höchstens 600 Euro. Dieser Betrag wird bei der Steuerberechnung vom Einkommen abgezogen. Das zu versteuernde Einkommen wird dadurch kleiner und die fälligen Steuern sinken.

    Muss ich meine Zeit im Homeoffice nachweisen?
    Das ist noch nicht ganz klar. Experten raten aber dazu, sich eine Bestätigung vom Arbeitgeber zu besorgen. Das gilt besonders, wenn jemand mal im Büro und mal von zuhause aus gearbeitet hat. In der Regel aber müssen Arbeitnehmer für simple Steuererklärungen keine Nachweise mehr beim Finanzamt einreichen.

    Lohnt sich die Pauschale für alle?
    Das kommt auf den Einzelfall an. Denn die Homeoffice-Pauschale zählt ähnlich wie die Pendlerpauschale zu den Arbeitnehmer-Werbungskosten. Das sind. Ausgaben, die im Zusammenhang mit dem Beruf entstehen, etwa auch Arbeitskleidung oder Weiterbildungen. 1000 Euro werden dafür pauschal bei allen angerechnet - egal, ob sie diese Ausgaben nachweisen können oder nicht.
    Nur wer mit seinen Arbeitnehmer-Werbungskosten inklusive Homeoffice-Pauschale über 1000 Euro kommt, wird also extra entlastet. Bei allen anderen verpufft sie.

    Wer profitiert denn eher und wer nicht?
    Das hängt zum Beispiel davon ab, wie weit man früher zur Arbeit fahren musste. Denn je mehr Tage jemand von daheim gearbeitet hat, desto weniger Pendlerpauschale kann er anrechnen.
    Diese beträgt 0,30 Euro pro Kilometer Arbeitsweg (eine Strecke) - ab rund 17 Kilometern Arbeitsweg lohnt sich die Pendlerpauschale also rechnerisch mehr als die Homeoffice-Pauschale.
    Zwar fallen beim Pendeln noch Kosten für Sprit oder Fahrkarten an, dafür können beim Homeoffice etwa Strom-, Heiz- und Internetkosten steigen.

    Soll die Pauschale dauerhaft gelten?
    Nein, sie wird auf zwei Jahre befristet, gilt also für die Steuererklärungen der Jahre 2020 und 2021. Danach hofft man, dass die Pandemie überwunden ist und wieder alle an ihrem normalen Arbeitsplatz sein können.

  • Hallo WMenzel

    Danke für deine Mühe, ich bin mir sicher, dass diese Hinweise anderen Nutzern helfen werden, die nach ähnlichen Begriffen suchen.
    Für mich ist das weniger Hilfreich, da ich die Regelungen kenne und meine Frage eher eine Frage der Anwendungsbenutzung war. Aber Martin hat diese ja schon beantwortet.

    Dennoch vielen dank, denn andere suchen vielleicht genau danach.

    Viele Grüße und ein gesundes neues Jahr wünscht,
    ZahlGraf

  • Um die Frage nochmal aufzugreifen...
    Ändert sich bezüglich der Home Office Pauschale noch etwas an der Software?
    Weil die Berechnung über die "Sonstigen Werbungskosten" wird nicht richtig beachtet... Ich würde mir schon eine korrekte Darstellung mit der Berücksichtigung der 1000€ Grenze wünschen...

  • Version 26.26 (geplant für Mitte Januar 2021)

    • Elster: Elstermodul für die Steuerjahre 2020/2021
    • Steuertabelle: Neue Steuertabelle für das Steuerjahr 2021
    • Homeoffice: Erfassungsmöglichkeit für die Homeoffice-Pauschale
    • Behinderung: Neue Behindertenpauschbeträge für 2021
    • Backupfunktion: Erstellung eines Backups Ihrer Steuerordner inkl. einer Funktion zum Wiederherstellen

  • Version 26.26 (geplant für Mitte Januar 2021)

    • Elster: Elstermodul für die Steuerjahre 2020/2021
    • Steuertabelle: Neue Steuertabelle für das Steuerjahr 2021
    • Homeoffice: Erfassungsmöglichkeit für die Homeoffice-Pauschale
    • Behinderung: Neue Behindertenpauschbeträge für 2021
    • Backupfunktion: Erstellung eines Backups Ihrer Steuerordner inkl. einer Funktion zum Wiederherstellen

    Ah Sehr gut, danke.... Wo konnte man das nachlesen?

  • Um die Frage nochmal aufzugreifen...
    Ändert sich bezüglich der Home Office Pauschale noch etwas an der Software?
    Weil die Berechnung über die "Sonstigen Werbungskosten" wird nicht richtig beachtet... Ich würde mir schon eine korrekte Darstellung mit der Berücksichtigung der 1000€ Grenze wünschen...

    Wenn Sie trotz der Home Office Pauschale immer noch nicht über die allgemeine Werbungskostenpauschale von 1.000 Euro hinaus kommen, hat diese keine Auswirkung! Warum sollte diese Pauschale bei den sonstigen Werbungskosten nicht beachtet werden, wenn Sie darüber liegen, können Sie das erklären?

  • Hallo,

    ich wollte nicht extra einen neuen Thread machen, deshalb hier.

    Ich bin von der ganzen Home Office Pauschale + Situation und Absetzung bei der Steuer auch noch überfordert. Hier mal kurz mein Fall:

    Ich arbeite als Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität. Wegen COVID war die Uni fast komplett 2020 dicht, d.h. vom Kanzler wurde Home Office angeordnet. Nicht für das ganze Jahr, aber die Zeit Feb-Mai, dann wieder September-Dez.

    Dementsprechend habe ich in 2020 fast hauptsächlich alle meine Tätigkeiten von Zuhause erledigt. Hierrunter fallen auch Dinge wie virtuelle Vorlesungen, Übungen etc. per Zoom.

    Wie soll ich das jetzt ansetzen? Ich habe einen separaten Raum in der Küche, in dem mein Schreibtisch, PC etc. steht. Für mich ist das ein separates Arbeitszimmer, welches ich nur für das Home Office nutze.

    Nutze ich jetzt, sobald es das Update der Software gibt, die Home Office Pauschale und trage meine Home Office Tage dort ein (max. 120, ich weiß = 600€), oder versuche ich die Zeit im Home Office mit einem Arbeitszimmer abzusetzen? Fällt dann die Home Office Pauschale komplett weg und es wird nur über das Arbeitszimmer abgerechnet?

    Erkennt das Finanzamt dann das Arbeitszimmer überhaupt an? Wie können die unterscheiden, zwischen Personen, die die Home Office Pauschale nutzen sollten und denjenigen, die ein Arbeitszimmer für 2020 eingerichtet haben.

    Das ganze Thema ist einfach super komplex. Vielleicht könnte einer von euren Experten dazu mal ausgiebiges FAQ machen, wo auch mit Beispielen gearbeitet wird.

    Vielen Dank!

    Viele Grüße

  • Sie sollten für ihre Frage ein neues Thema erstellen, als wissenschaftlicher Mitarbeiter sollten Sie das hinbekommen! Vielleicht mögen ja einige ihrer Fragen schnell beantwortet sein aber sie würden die Antworten zum ursprünglichen Posting verzerren.

    Sie haben generelle Fragen zum Arbeitszimmer, liefern aber bereits im Text schon die wesentlichen Gründe, dass ihr Arbeitszimmer nicht anerkannt werde. Eine simple Expertensoftware, könnte das bereits beantworten.

    Dann stellen Sie eine Frage danach, Homeoffice trotz Arbeitszimmer (anerkannt?).

    Ja, das Thema ist (super) komplex, aber Ihnen ist ja bereits geholfen, nutzen Sie die Programmhilfe hinsichtlich des Arbeitszimmers! Sie ist interaktiver als die veraltete FAQ-Liste und damit effektiver.

    Viel Spaß bei der Anwendung oder in einem neuen "Thread"

  • Laut Corina-Hinweise für Ihre Steuererklärung 2020 sind die Stromkosten zusätzlich zur Home-Office-Pauschale anzusetzen. Andere Quellen behaupten, die Home-Office-Pauschale beinhaltet alle Betriebskosten, außer Arbeitsmittel, Telefon- und Internetkosten. Gibt es hierzu eine Durchführungsverordnung oder Richtlinie?

  • Welche Quellen Sie jetzt zu nutzen pflegten, haben Sie leider nicht bekannt gegeben und diverse Durchführungsverordnungen, so wohlbeeindruckend das auch klingen mag, oder Richtlinien, hätten Sie dann ja ebenfalls finden können. Das Forum ist kein Webseitensuchdienst. Zumindest aber, wenn Sie die geeigneten Hilfen des Programms nutzen, gelangen Sie zu dem Artikel Corona-bedingte Steueränderungen und Hinweise für Ihre Steuererklärung 2020 (steuertipps.de)
    Dort werden Sie auch zu ihrem gefragten Thema
    2.Werbungskosten während Corona: Kosten für Internet, Telefon und Strom absetzen


    fündig. Wenn Sie dann ermitteln wollen, welchen Stromverbrauch ihre einzelnen Geräte verursachen nutzen Sie diese Seite BMWi - Laptop oder PC – beim Stromverbrauch haben Sie die Wahl (deutschland-machts-effizient.de)

    Wohl gemerkt, ob sich dieser Aufwand lohnt, entscheidet sich damit, ob Sie die Werbungskostenpauschale überschreiten können.

  • Da steht aber nichts zur Homeoffice-Pauschale. Laut Buhl sind Stromkosten nur bei einem steuerlich ansetzbaren Arbeitszimmer anzuerkennen, nicht bei der Pauschale. Ich dachte, die Pauschale ist extra für die höheren Kosten eingeführt worden. Einzig Steuertipps schreibt in ihrem Corona-Hinweis, dass neben der Pauschale Stromkosten angesetzt werden können.

  • Das Wesen einer Pauschale besteht in der Regel darin, dass damit die individuellen Mehrkosten, die wegen des Aufenthalts zuhause anfallen,

    erschlagen werden. Was typischerweise zu den Kosten eines Arbeitszimmers gehört, wie der anteilige Stromverbrauch, geht deshalb m. E. nicht.

    Die Homeoffice-Pauschale tritt quasi an die Stelle der individuellen Kosten für das nicht vorhandene häusliche Arbeitszimmer.

    Was daneben geht, sind sicher Arbeitsmittel, anteilige Kosten Telefon und Internet usw.

  • Das Problem bei all diesen Tipps der Programmanbieter besteht darin, dass sich im Streitfalle nicht darauf berufen werden kann, solange ebenfalls von deren Seite keine geeigneten Quellen genannt werden können. Die Meinung der Hersteller ist nicht zitierfähig. Dahinter müsste sich der Autor zu erkennen geben und dieser müsste einer wissenschaftlichen Community angehören. Ansonsten müsste es eine Spruchkammer, wie ein rechtsprechendes Organ eines Gerichtes sein. Dennoch liefern die Tipps oft geeignete Begründungen, die man sich nicht nur zu eigen machen, sondern zu eigen machen müsste, denn darauf berufen kann man sich nicht.

  • Verstehe jetzt Ihre Frage nicht so richtig. Ihnen ist schon klar, dass Sie an den Homeoffice Tagen nicht zur Tätigkeitsstätte gefahren sind. Dafür wird ja die Pauschale angesetzt. Schauen Sie sich mal die Anlage Werbungskosten unter Ergebnis (links) an.

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