Kürzungsbetrag nach §10 Abs. 1 Nr. 3 Buchstabe a Satz 4 EStG

  • Kürzungsbetrag nach §10 Abs. 1 Nr. 3 Buchstabe a Satz 4 EStG


    Guten Tag.
    Der Bescheid des Finanzamtes für das Jahr 2019 weicht zu meinen Ungunsten von der Steuerberechnung des Programms ab. Unter der Rubrik "ab beschränkt abziehbare Sonderausgaben erscheint im Bescheid des Finanzamtes ein Kürzungsbetrag nach §10 Abs. 1 Nr. 3 Buchstabe a Satz 4 EStG von 104 Euro.
    Das führt zu einem höheren zu versteuerndem Einkommen und demnach zu einer geringeren Erstattung. Ich habe keinen Programmpunkt gefunden, in dem dieser Betrag berücksichtigt worden wäre. Daher weicht die Berechnung des Programms von der des Finanzamtes um diesen Betrag ab.
    Ich bitte um Erklärung. Vielen Dank.

  • Wenn Sie Ihre KV-Beträge fehlerfrei und an der richtigen Stelle eintragen, kürzt auch die SteuerSparerklärung Ihre Beträge um 4 %.





    Haben Sie unter Zeile 12 Beträge eingetragen ?

  • Ich habe VaSt benutzt, also nichts manuell eingetragen.
    In der Tat stehen in der Formularanzeige in den Zeilen 11 und 12 jeweils der Betrag von 2611 Euro.
    Im übrigen kann ich Ihren Screenshot nicht anzeigen, da ich "nicht autorisiert" sei.

  • Quote

    Außerdem hat es bei mir in den vergangenen Jahren einen derartigen Abzug nicht gegeben.


    Das ist möglich, wenn die Beiträge zur Basiskrankenversicherung (ohne Krankengeld) und zur Pflegeversicherung die Höchstbeiträge nicht erreicht


    haben. Bei Arbeitnehmern ist die Krankengeldversicherung inkludiert, der Eintrag in Zeile 12 dürfte deshalb falsch sein

  • Quote

    Die 4% werden sozusagen den Wahlleisten zugeordnet ?


    Im Ergebnis ja, die Krankengeldversicherung rechnet nicht zur Basiskrankenversicherung. Die Kürzung um 4% ist gesetzlich festgelegt:


    § 10 Abs. 1 Nr. 3a Satz 4 EStG:
    Wenn sich aus den Krankenversicherungsbeiträgen nach Satz 2 ein Anspruch auf Krankengeld oder ein Anspruch auf eine Leistung,
    die anstelle von Krankengeld gewährt wird, ergeben kann, ist der jeweilige Beitrag um 4 Prozent zu vermindern;

  • Da ich ausschließlich Rentner bin und noch eine Firmenrente beziehe, ist der Eintrag in Zeile 12 durch die VaSt offensichtlich falsch eingetragen worden.
    Daher werde ich Einspruch einlegen und eine Neuberechnung veranlassen. Vielen Dank für die Erklärungen.

  • Da Rentner keinen Anspruch auf Krankengeld haben, wird auch kein Abschlag von 4% vorgenommen. Einfach mal die Eintragungen mit Hilfe der Rentenbescheinigungen überprüfen.
    Die SteuerSparerklärung trägt richtigerweise die Krankenkassenbeiträge in Anlage Vorsorgeaufwand Zeile 16 ein.

  • Hallo hale50,


    bitte schauen Sie einmal ins amtliche Formular in die Zeile 12. Dort werden Beträge ausgegeben, für die kein Anspruch auf Krankengeld besteht. Da der Betrag in Zeile 11 und 12 identisch ist, haben Sie erklärt, dass Sie keine Krankenversicherungsbeiträge mit Krankengeldanspruch haben. Die VaSt hat also nichts falsch eingetragen.

  • Da er jetzt plötzlich Rentner ist, dürfen in Zeile 11 und 12 keine Einträge erscheinen.(Lohnsteuerbescheinigung Nr.25)
    Krankenversicherungsbeiträge von Rentnern trägt die SSE in Zeile 16 ein. Die Frage nach einem Abschlag stellt sich da nicht mehr.

  • Quote

    Da der Betrag in Zeile 11 und 12 identisch ist, haben Sie erklärt, dass Sie keine Krankenversicherungsbeiträge mit Krankengeldanspruch haben.


    Was bei einem Rentner, der noch eine Betriebsrente bezieht, allerdings auch richtig ist. Da dürfte dann dem Finanzamt ein Fehler unterlaufen sein.

  • Quote

    Da er jetzt plötzlich Rentner ist, dürfen in Zeile 11 und 12 keine Einträge erscheinen.(Lohnsteuerbescheinigung Nr.25)


    Die Krankenversicherungsbeiträge aus der Betriebsrente werden auf der Lohnsteuerbescheinigung unter Nummer 25 ausgewiesen und deshalb an


    die Zeile 11 der Anlage Vorsorgeaufwand ausgegeben. Nur der Krankenversicherungsbeitrag aus der gesetzlichen Rente erscheint in Zeile 16.

  • Hallo,

    da ich gerade einen Einspruch deshalb einlegen musste: Wenn ein Einkommen dem Finanzamt in Form einer Lohnsteuerbescheinigung gemeldet wird, zieht das Finanzamt 4 % ab, unabhängig davon, dass man die Beträge ohne Abzug im Elster-Verfahren gemeldet hat. Im Falle passiver Altersteilzeit oder eines Versorgungseinkommens ist das schlicht falsch und ein Fehler im Verfahren. Da sicherlich viele Steuerzahler den Bescheid nicht prüfen oder den Sachverhalt nicht kennen, ist das inakzeptabel. Entweder müsste das Finanzamt lesen, was wir beantragen, oder das Meldeverfahren durch die Lohnsteuerabzugsstelle müsste erweitert werden.

    Viele Grüße

  • Im Falle passiver Altersteilzeit oder eines Versorgungseinkommens ist das schlicht falsch und ein Fehler im Verfahren.

    Wenn die Beiträge ohne Anspruch auf Krankengeld im Dialog Gesetzliche Kranken- und Pflegeversicherung manuell erfasst werden,

    wofür es ja extra die Zeile 12 gibt, passieren da keine Fehler. Der Bescheinigungsabruf kann das gegenwärtig nicht leisten, nachdem die

    elektronische Lohnsteuerbescheinigung bisher keine zusätzliche Beitragskennung erlaubt. Dass man in einer Steuererklärung bestimmte

    Zeilen selbst ausfüllen muss, war schon immer so

  • Das Finanzamt sagt aber, die Lohnsteuerbescheinigung ist die einzige Quelle der Erkenntnis...

    Die Finanzämter, mit denen ich zu tun habe, sagen das nicht. Bei Betriebsrenten wissen die, dass da kein Krankengeld mehr versichert ist

    und bei Altersteilzeit im Blockmodell kann bzw. muss man das über die manuelle Erfassung in Zeile 12 der Anlage Vorsorgeaufwand ja

    nur korrekt erklären, auch bei Betriebsrenten macht man das so. Die Daten der elektronischen Lohnsteuerbescheinigung geben dafür nichts

    her, es heißt ja nicht umsonst immer noch Steuererklärung.

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