Riester-Förderung bleibt im Programm unberücksichtigt

  • Hallo zusammen,


    ich habe meinen Steuerbescheid mit meinen Angaben in der SSE verglichen. Dabei kam heraus, dass das FA meine Angaben bzw. den angegebenen Betrag zur "Riester-Förderung" voll berücksichtigt hat (Altersvorsorgebeiträge, davon abzugsfähig), in meinem SSE-Ausdruck wird dieser Betrag aber nicht berücksichtigt ("Abzug bei der Einkommensteuer - Nein").


    Die Angaben zur Riester-Renter habe ich unter Sonderausgaben vollständig ausgefüllt (Ehemann+Ehefrau).


    Wo muss ich in der Software Einstellungen ändern, damit die volle Förderung akzeptiert wird, so wie es das FA berechnet hat?


    Die Software zieht einen Betrag ab und berücksichtigt Riester am Ende überhaupt nicht, das FA setzt den in 2012 geleisteten Beitrag voll an.


    Viele Grüße
    Mex

  • Die Förderung als Sonderausgabe kommt nur in Frage, wenn die Steuerersparnis höher ist als die Ihnen zustehende Zulage. Diese Günstigerprüfung führt das Finanzamt von Amts wegen durch.
    Welche Beträge erscheinen im Steuerbescheid unter: Altersvorsorgebeiträge, Altersvorsorgezulage, davon abzugsfähig?
    Welche Beträge erscheinen in der Steuerberechnung unter Altersvorsorgebeiträge (Beträge zwischen den beiden Linien)?

  • Im Steuerbescheid steht unter Altersvorsorgebeitrage 600,- (Beispielbetrag)
    dazu Altersvorsorgezulage 0,-
    Summe 600,-
    davon abzugsfähig 600,-


    In der Steuerberechnung erscheint dann unter "Altersvorsorgebeiträge nach § 10a EStG (Riester-Förderung):


    Summer der Beiträge 600.-
    Sonderausgaben gem. § 10a ESTG 939,-
    Berücksichtigung der Zulage beim Sonderausgabenabzug (Steuerersparnis) 339,-
    Abzug bei der Einkommensteuer: Nein


    Das FA hingegen hat aber den Betrag 600,-vollständig abgezogen (was das zu versteuernde Einkommen mindert).


    Da müsste es doch in der Software eine Einstellung geben? Oder habe ich irgendwo ein Häkchen vergessen zu setzen?


    Oder muss das selbst geprüft werden?


    Viele Grüße
    Mex

  • Sie haben nicht alle Angaben aus der Steuerberechnung richtig zitiert.
    Bitte nennen Sie die Beträge zu folgenden Angaben:
    - Summe der begünstigten Beiträge und Zulagen gesamt
    - Höhe des Anspruchs auf Altersvorsorgezulage
    - Steuerersparnis durch den Abzug als Sonderausgaben
    Welcher Betrag steht ganz rechts außen?

  • Hallo Mex,


    bei der Riesterförderung gibt es eine Günstigerprüfung. Es gibt in jedem Fall die Zulage. Im Rahmen der Einkommensteuer wird geprüft, ob diese Zulage oder der Sonderausgabenabzug günstiger ist. Ist das der Fall gibt es letzteren.


    Bei dir hat die SSE offenbar die Zulage als günstiger angesehen - in dem Fall werden die AV-Beiträge steuerlich nicht berücksichtigt.


    Das Finanzamt hat offenbar den Sonderausgabenabzug als günstiger ermittelt und die Beiträge vom zu versteuernden Einkommen abgezogen. Allerdings macht mich deine Angabe "dazu Altersvorsorgezulage 0,-" stutzig. Das kann eigentlich nicht sein. Deshalb kann ich mich Taxler bezüglich der Angabe der Zulagedaten aus dem Steuerbescheid nur anschließen.


    Warum SSE und Finanzamt zu unterschiedlichen Resultaten kommen, kann man ohne nähere Angaben nur raten. Das kann daran liegen, dass das Finanzamt die Kinderzulage nicht anerkannt hat oder dass dass Finanzamt einen höheren Steuersatz veranschlagt.


    Viele Grüße
    Rautka

  • In den meisten Fällen werden vom Anwender falsche Angaben gemacht, die zu einer zu geringen Zulage führen.


    Das ist doch das Wesentliche bei einer Riesterrente dass es eine Förderung gibt!!

    [size="1"][ 17.09.2013, 09:36: Beitrag editiert von: Martin Jung ][/size]

  • Vielen Dank erstmal für die Kommentare.


    Dass das FA den Riester-Beitrag als Sonderausgabe angesetzt hat, war für mich/uns wesentlich günstiger. Führt denn die SSE diese so genannte "Günstigerprüfung" nicht durch oder habe ich bei der Eingabe vielleicht doch an irgendeiner Stelle einen Fehler gemacht bzw. vergessen etwas anzuhaken?


    Oder liegt hier ein Fehler bei der SSE? Die SSE wohl die Zulage als günstiger angesehen und nicht den Sonderausgabenabzug. Aber warum?


    Ich versuche nur zu verstehen, warum der Steuerbescheid im Ergebnis zu einem anderen (für mich günstigeren Ergebnis) kommt als die SSE, damit ich im nächsten Jahr in der SSE gleich "richtige" Angaben machen kann und ein "richtiges" Ergebnis (Betrag, der zurück- bzw. nachgezahlt werden muss) erhalte.


    Zum Riester-Beitrag muss ich vorab vielleicht noch erwähnen, dass der Fall bei mir/uns so liegt, dass ich mittelbar begünstigt bin und meine Frau unmittelbar. Es ist ein Vertrag, in dem meine Ehefrau einzahlt. Die Zuordnung des Kindes folgt zur Ehefrau.


    Ich sehe gerade, in der Steuerberechnung ist eine Günstigerprüfung zu sehen (das Programm hat sich für die Berechnun nach Rechtslage 2004 Vorsorgehöchstbetrag entschieden). Hat dann aber dazu nicht auch noch die 600,- Euro Riester-Förderung hinzugerechnet, wie es das FA gemacht hat. In der SSE Steuerberechnung steht "Abzug bei der Einkommensteuer: Nein".


    Quote

    Zitat:Sie haben nicht alle Angaben aus der Steuerberechnung richtig zitiert.
    Bitte nennen Sie die Beträge zu folgenden Angaben:
    - Summe der begünstigten Beiträge und Zulagen gesamt
    - Höhe des Anspruchs auf Altersvorsorgezulage
    - Steuerersparnis durch den Abzug als Sonderausgaben
    Welcher Betrag steht ganz rechts außen?

    In der Steuerberechnung? Da habe ich im Eingangsbeitrag doch bereits alles angegeben!?


    Zum Steuersatz: Kann das FA einfach einen höheren Steuersatz veranschlagen? Auch da müsste die SSE doch den korrekt Wert liefern!?


    Wie gesagt, ich möchte mich mit dem von der SSE ermittelten Ergebnis dem Steuerbescheid "annähern", um im nächsten Jahr eine bessere Vorhersage seitens der SSE zu erzielen.


    Viele Grüße
    Mex


    Edit:


    Die SSE gibt doch in der Steuerberechnung im Rahmen der Günstigerprüfung beide Beträge an, oder? Und es wird gezeigt, welcher Betrag günstiger ist.


    Wenn das so ist, dann unterscheiden sich diese beiden Beträge bei mir nur um wenige Cent.


    Könnte es sein, dass die SSE, hätte sie sich für den anderen Betrag entschieden, den Riester-Betrag dann doch hinzugerechnet hätte??

    [size="1"][ 16.09.2013, 20:48: Beitrag editiert von: Mex817 ][/size]

  • Hallo Mex,


    wie ich oben schon schrieb, kann dir ohne nähere Angaben niemand helfen ohne aus dem Kaffeesatz zu lesen. Höchstens einiges erläutern:

    Quote

    Zitat:Original erstellt von Mex817:
    Zum Steuersatz: Kann das FA einfach einen höheren Steuersatz veranschlagen? Auch da müsste die SSE doch den korrekt Wert liefern!?

    Sowohl Finanzamt als auch SSE rechnen schon gleich. Zu unterschiedlichen (Grenz-)Steuersätzen kann es trotzdem kommen, wenn z.B. bestimmte steuerliche Abzüge vom Finanzamt nicht anerkannt werden. Da der Steuertarif progressiv ist, heißt ein höheres Einkommen nicht nur höhere Steuer sondern auch höherer Steuersatz. Außerdem gibt es bei bestimmten steuerfreien Einnahmen (z.B. Krankengeld) einen sogenannten Progressionsvorbehalt, d.h. das Krankengeld ist zwar steuerfrei, es erhöht aber den Steuersatz. Die SSE rechnet das zwar richtig, aber nur wenn die Angaben in der SSE identisch mit den dem Finanzamt vorliegenden Informationen ist.

    Quote

    Zitat:Original erstellt von Mex817:
    Ich sehe gerade, in der Steuerberechnung ist eine Günstigerprüfung zu sehen (das Programm hat sich für die Berechnun nach Rechtslage 2004 Vorsorgehöchstbetrag entschieden).

    Was hat denn das Finanzamt hier ermittelt. Gerade beim Thema Vorsorgeaufwendungen (alte/neue Rechtslage) gibt es teilweise kontroverse Ergebnisse. Hier im Forum ist das immer wieder Thema. Vielleicht ist das die Ursache ...

    Quote

    Zitat:Original erstellt von Mex817:
    Die SSE gibt doch in der Steuerberechnung im Rahmen der Günstigerprüfung beide Beträge an, oder? Und es wird gezeigt, welcher Betrag günstiger ist.

    Da nur du deine Steuerberechnung kennst, kannst nur du die Fragen beantworten. Dass die SSE die Günstigerprüfung vornimmt, hatte ich oben schon geschrieben.

    Quote

    Zitat:Original erstellt von Mex817:
    Wenn das so ist, dann unterscheiden sich diese beiden Beträge bei mir nur um wenige Cent.

    Das ist schon möglich. Allerdings sind dann auch die steuerlichen Auswirkungen der Günstigerprüfung nicht 'wesentlich'.


    Wie gesagt, ohne nähere Angaben kann dir niemand helfen.
    Viele Grüße
    Rautka

  • Ok, hier nochmal die Zahlen aus der Steuerberechnung der SSE:


    Summe der begünstigten Beiträge und Zulagen gesamt: 939,00


    Höhe des Anspruchs auf Altersvorsorgezulage: 339,00


    Steuerersparnis durch den Abzug als Sonderausgaben: 290,00


    Abzug bei der Einkommensteuer: Nein


    600 Euro rechnet das FA als Sonderausgabe einkommensmindernd hinzu. Die SSE hat das nicht gemacht.


    Helfen diese Angaben weiter?


    Zwischen Steuerbescheid und Steuerberechnung liegt im Ergebnis ein Unterschied von 220,00 Euro, also etwas unter dem Betrag, der in der SSE unter "Steuerersparnis" (beim Thema Riester) genannt wird.


    Der Unterschied zwischen dem zu versteuernden Einkommen lt. Steuerberechnung der SSE und dem lt. Steuerbescheid des FA liegt aber exakt bei 600,00 Euro.


    Hier hat die SSE den Betrag nicht als Sonderausgabe angerechnet.


    Vielleicht gibt es dafür doch eine Erklärung wie sich diese Abweichung bei der nächsten Erklärung vermeiden lässt? Oder ist das "normal" und liegt im üblichen Rahmen?


    Gerne würde ich es beim nächsten Mal besser bzw. genauer machen ;)


    Viele Grüße
    Mex

    [size="1"][ 17.09.2013, 20:34: Beitrag editiert von: Mex817 ][/size]

  • Hallo Mex,


    dafür, dass es ja darum geht, dir zu helfen, machst du es einem mit den tröpfchenweisen Angaben schon recht schwer.

    Zumindest lässt sich sagen, dass die Ergebnisse der SSE stimmig sind, allerdings unter der Voraussetzung, dass deine Eingaben korrekt sind. Der Sonderausgabenabzug lohnt sich danach nicht, da er mit 290 € niedriger ist als die Zulagen (339 €).

    Quote

    Zitat:Original erstellt von Mex817:
    Zwischen Steuerbescheid und Steuerberechnung liegt im Ergebnis ein Unterschied von 220,00 Euro, also etwas unter dem Betrag, der in der SSE unter "Steuerersparnis" (beim Thema Riester) genannt wird.


    Der Unterschied zwischen dem zu versteuernden Einkommen lt. Steuerberechnung der SSE und dem lt. Steuerbescheid des FA liegt aber exakt bei 600,00 Euro.

    Das bedeutet doch, dass das Finanzamt von einer Steuerersparnis in Höhe von 220 € ausgeht. Da man dort auch rechnen kann, kann das Finanzamt nicht von einer Zulagenzahlung in Höhe von 339 € ausgehen (sondern weniger als 220 €). Ich tippe einmal, dass im Steuerbescheid keine Kinderzulage berücksichtigt ist. Dazu sollte auch irgendetwas im Steuerbescheid stehen.


    Da ich deine familiären Verhältnisse nicht kenne, kann ich natürlich nicht beurteilen, ob dir eine Kinderzulage zusteht oder nicht. Ich bin mir aber ziemlich sicher, dass die SSE zu einem für dich günstigeren Ergebnis gekommen ist. Du solltest dir also die Erläuterungen deines Steuerbescheids noch einmal genau durchlesen um zu ergründen, warum das Finanzamt keine Kinderzulage ansetzt.


    Viele Grüße
    Rautka

  • Hallo Rautka,


    Quote

    Zitat:dafür, dass es ja darum geht, dir zu helfen, machst du es einem mit den tröpfchenweisen Angaben schon recht schwer.

    Sorry, das ist nicht meine Absicht.


    Quote

    Zitat:Zumindest lässt sich sagen, dass die Ergebnisse der SSE stimmig sind, allerdings unter der Voraussetzung, dass deine Eingaben korrekt sind. Der Sonderausgabenabzug lohnt sich danach nicht, da er mit 290 € niedriger ist als die Zulagen (339 €).

    Es ist doch so, dass das FA den Riester-Beitrag meiner Frau in Höhe von 600,- Euro als Sonderausgabe einkommensmindernd angesetzt hat. Die SSE nicht.


    Der Bescheid des FA fällt damit für mich/uns günstiger als als das Ergebnis der SSE. Und das ist es, was mich wundert. Warum hat die SSE Riester nicht als Sonderausgabe angesetzt?


    Quote

    Zitat: Da ich deine familiären Verhältnisse nicht kenne, kann ich natürlich nicht beurteilen, ob dir eine Kinderzulage zusteht oder nicht. Ich bin mir aber ziemlich sicher, dass die SSE zu einem für dich günstigeren Ergebnis gekommen ist. Du solltest dir also die Erläuterungen deines Steuerbescheids noch einmal genau durchlesen um zu ergründen, warum das Finanzamt keine Kinderzulage ansetzt.

    Die SSE hat das Kind meiner Ehefrau angerechnet. Das habe ich oben ja auch erwähnt.


    Den Text aus dem Steuerbescheid hinsichtlich der Günstigerprüfung werde ich hier noch posten. Vielleicht hilft das auch weiter.


    Viele Grüße
    Mex

  • Hallo nochmal,


    so, im Bescheid heißt es:


    Quote

    Zitat: Der Höchstbetrag für sonstige Vorsorgeaufwendungen wurde bereits durch die Berücksichtigung Ihrer Beiträge zur Krankenversicherung (Basisabsicherung) und zur gesetzlichen Pflegeversicherung ausgeschöpft; ein darüber hinausgehender Abzug der weiteren sonstigen Vorsorgeaufwendungen ist daher nicht möglich (Neuregelung durch das Bürgerentlastungsgesetz Krankenversicherung vom 16.7.2009, Bundesgesetzblatt Teil I S. 1959).

    Die Differenz zwischen dem ermittelten zu versteuernden Einkommen zwischen FA und SSE liegt bei 600,- Euro.


    Das vom FA ermittelte zu versteuernde Einkommen liegt 600,- Euro unter dem von der SSE ermittelten zu versteuerndem Einkommen.


    Dabei handelt es sich um den Riester-Beitrag.


    Die SSE hat m.E. alles richtig berechnet (die SSE stimmt mit den Berechnungen des FA überein), ABER am Ende wird von der SSE der eingezahlte Riester-Altersvorsorgebeitrag nicht angerechnet, vom FA jedoch schon. Das hat zur Folge, dass das zu versteuernde Einkommen nach der SSE-Berechnung höher liegt als nach der Berechnung des FA.


    Dem schließe ich mich gerne an, aber mir scheint, als habe die SSE bei der Günsiger-Prüfung hier einen Fehler gemacht, oder nicht!?


    Vielleicht helfen diese Infos weiter, wo der Fehler liegen könnte?


    Viele Grüße
    Mex

  • Schicken Sie am besten einen Steuerfall an den Support und/oder vergleichen Sie noch mal genau alle Beträge in Bescheid und Berechnung, besonders die Höhe der Zulage und die Höhe der Beträge für den Sonderausgabenabzug bei Riester.

  • Die Zahlen habe ich ja verglichen. Sie stimmen überein. Mit Ausnahme der 600,- Euro für Riester, die das zu versteuernde Einkommen lt. FA nochmal mindern.


    Eine für das Verständnis vielleicht noch wichtige Ergänzung:


    Gleich zu Beginn des Bescheides das FA steht, dass eine gesonderte und einheitliche Feststellung nach § 10 a Abs. 4 EStG vorgenommen wurde, und zwar wegen berücksichtiger Altervorsorgebeiträge (hier Riester). Die Steuerermäßigung liegt bei knapp unter 200,- Euro.


    Mex

  • Hallo Mex,

    Quote

    Zitat:Original erstellt von Mex817:
    Es ist doch so, dass das FA den Riester-Beitrag meiner Frau in Höhe von 600,- Euro als Sonderausgabe einkommensmindernd angesetzt hat. Die SSE nicht.


    Der Bescheid des FA fällt damit für mich/uns günstiger als als das Ergebnis der SSE. Und das ist es, was mich wundert. Warum hat die SSE Riester nicht als Sonderausgabe angesetzt

    wie oben schon geschrieben, wird bei Riester eine Günstigerprüfung durchgeführt. Entweder gibt es den Sonderausgabenabzug oder die Zulagen, aber nicht beides. Das hat die SSE korrekt berechnet.


    In deinem zweiten Posting hattes du geschrieben:

    Quote

    Zitat:Original erstellt von Mex817:
    Im Steuerbescheid steht unter Altersvorsorgebeitrage 600,- (Beispielbetrag)
    dazu Altersvorsorgezulage 0,-
    Summe 600,-
    davon abzugsfähig 600,-

    Ist die Angabe zur Altersvorsorgezulage korrekt? Steht im Steuerbescheid im Rahmen der "gesonderten und einheitlichen Feststellung nach § 10 a Abs. 4 EStG" weiteres zur "Steuerermäßigung wegen berücksichtigter Altersvorsorgebeiträge"? Das sollte nämlich der Fall sein.
    Anfang 2013 solltet Ihr ein Schreiben des Anbieters erhalten haben, in dem er u.a. mitteilt, welche Zulagen dem Vertrag gutgeschrieben wurden. Wie hoch sind denn diese Zulagen?


    Ich kann immer noch nicht erkennen, dass die SSE falsch rechnet..


    Viele Grüße
    Rautka

  • Hallo Rautka


    Quote

    Zitat:wie oben schon geschrieben, wird bei Riester eine Günstigerprüfung durchgeführt. Entweder gibt es den Sonderausgabenabzug oder die Zulagen, aber nicht beides. Das hat die SSE korrekt berechnet.

    Ja, das FA hat die 600,- Euro, die in den Riester-Vertrag eingezahlt wurden, als Sonderausgabe angerechnet, sodass sich das zu versteuernde Einkommen verringert hat.


    Die SSE hat diese 600,- Euro nicht angerechnet.


    Der Unterschied zwischen "FA-Ergebnis" und "SSE-Berechnung" liegen bei 220,- Euro.


    Quote

    Zitat:Ist die Angabe zur Altersvorsorgezulage korrekt?

    Ja.


    Quote

    Zitat:Steht im Steuerbescheid im Rahmen der "gesonderten und einheitlichen Feststellung nach § 10 a Abs. 4 EStG" weiteres zur "Steuerermäßigung wegen berücksichtigter Altersvorsorgebeiträge"? Das sollte nämlich der Fall sein.

    Ja, da wird unten der Vetrag genannt und die Höhe der Steuerermäßigung von knapp 200,- Euro. (Steuerermäßigung wegen berücksichtigter Altersvorsorgebeiträge).


    Quote

    Zitat:Anfang 2013 solltet Ihr ein Schreiben des Anbieters erhalten haben, in dem er u.a. mitteilt, welche Zulagen dem Vertrag gutgeschrieben wurden. Wie hoch sind denn diese Zulagen?

    Ja, das haben wir erhalten. Da steht aber nur der für die Altersvorsorge eingezahlte Beitrag und dann die Zulagen 2011, 2010.


    In der SSE habe ich ja nur den eingezahlten Beitrag eingetragen. Muss ich vielleicht noch irgendwo eine Zulage eintragen? Kann es sein, dass hier die Lösung liegt?


    Viele Grüße
    Mex

  • Hallo Mex,


    auch wenn du es mir nicht glauben willst, die SSE hat deinen Eingaben entsprechend richtig gerechnet. Die zustehenden Zulagen hast du naturgemäß noch nicht erhalten, deshalb werden diese aufgrund deiner Angaben ermittelt.


    Du hast 600 € in den Vertrag eingezahlt und die ZfA überweist an den Anbieter 339 € (Grund-/und Kinderzulage). Macht zusammen 939 €. Jetzt kommt die Günstigerprüfung. Was ist für dich günstiger - die Zulage zu erhalten oder den gesamten Betrag als Sonderausgaben abzuziehen? Dazu wird zuerst die Zulage dem Einkommen zugerechnet und die Steuer berechnet. Dann wird der gesamte Betrag vom Einkommen abgezogen und nochmals die Steuer berechnet. Ist die Differenz größer als die Zulagen, erfolgt der Sonderausgabenabzug sonst nicht. Wie du schreibst, ermittelt die SSE einen Betrag von 290 € beim Sonderausgabenabzug. Da das geringer ist als die Zulage (339 €), gibt es keinen Sonderausgabenabzug. Der eingezahlte Betrag von 600 € wird dann nicht vom zu versteuernden Einkommen abgezogen.


    Das Finanzamt würde genauso rechnen, wenn es dir die gesamte Zulage zugestehen würde. Offenbar macht es das nicht. Die angegebenen Zahlen ergeben einen Sinn, wenn man folgendes Szenario betrachtet.


    Das Finanzamt erkennt die Kinderzulage nicht an (warum weiß ich natürlich nicht), sondern nur die Grundzulage in Höhe von 154 €. Jetzt ist aber der gesamte Beitrag in den Riestervertrag zu gering (4 % des Vorjahreseinkommens). Deshalb wird die Grundzulage gekürzt, wahrscheinlich auf etwa 110 €. Jetzt erfolgt die oben beschriebene Günstigerprüfung, die ergibt, dass der Sonderausgabenabzug auf die 710 € mit 220 € höher ist als die Zulage (110 €). Deshalb erfolgt der Sonderausgabenabzug und der Eigenbeitrag von 600 € wird vom zu versteuernden Einkommen abgezogen.


    Probier doch einfach einmal aus, was die SSE berechnet, wenn du die Kinderzulage im Sonderausgabenabschnitt streichst.


    Wenn das Finanzamt richtigerweise die Kinderzulage gestrichen hat, hast du im Endeffekt weniger Geld - etwa 300 € Zulage + Steuerersparnis. Die SSE hat 339 € Zulage angesetzt. Was richtig ist, weiß ich nicht, aber vielleicht ist ein volljähriges Kind nicht mehr zulageberechtigt ...


    Sinnvoll wäre für dich zu prüfen, was richtig ist, denn evtl. bezahlst du auch in diesem Jahr zu wenig für die volle Zulage.


    Viele Grüße
    Rautka

  • Hallo Rautka,


    erstmal herzlichen Dank für die ausführliche Erklärung und deine Geduld ;)


    Ja, das FA hat den eingezahlten Altersvorsorgebeitrag als Sonderausgabe voll angesetzt, jedoch keine Zulage. Darüber hinaus hat es aufgrund der eingezahlten Riester-Beiträge eine Steuerermäßigung von knapp 200,- Euro (zugunsten meiner Frau) vorgenommen.


    Die Kinderzulage (minderjähriges Kind) wurde in der SSE der Mutter zugerechnet. Nehme ich die Zulage in der SSE komplett raus, nähern sich die Ergebnisse FA-SSE um etwa 100,- Euro an.


    Möglicherweise spielt auch noch eine Rolle, dass ich in dem Riester-Vertrag nur mittelbar leistungsberechtigt bin und meine Frau vollständig. Das heißt, ich zahle in den Vertrag nichts ein, sondern nur meine Frau. Und die Steuerermäßigung wird "nur" meiner Frau zugerechnet. Wobei das im Endeffekt aufgrund Zusammenveranlagung gleich ist.


    Viele Grüße
    Mex

  • Hallo Mex,


    in meinem letzten Beitrag ist mir bei der Darstellung der Günstigerprüfung ein Fehler unterlaufen. Ich hatte nämlich vergessen zu schreiben, dass die eingerechneten (und auf den Vertrag für das Steuerjahr zu zahlenden) Zulagen am Ende ders Steuerbescheids der Steuerschuld zugerechnet werden. Das ist das gleiche Verfahren wie bei der Günstigerprüfung von Kindergeld/Kinderfreibetrag. Auch das hat die SSE bei mir und offenbar auch bei dir korrekt berechnet.


    Wenn so eine Angabe (Gegenrechnung der Zulagen) in deinem Steuerbescheid fehlt, würde ich einen Fehler des Finanzamtes vermuten - es wurde keine Zulage angerechnet. Ob das allerdings mit der Software der Finanzämter überhaupt möglich ist, weiß ich nicht.


    Ich rate dir, lege den Steuerbescheid Fachleuten (Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein) vor. Nur mit Kenntnis des gesamten Steuerbescheids kann beurteilt werden, ob die Altersvorsorge steuerlich korrekt behandelt wurde.


    Viele Grüße
    Rautka

  • Lieber Rautka,
    Sie haben sich sehr viel Mühe gemacht, um die Angelegenheit zu klären. Wie ich die Sache sehe, hat doch das Finanzamt mehr erstattet als die Berechnung der SSE ergeben hat. Somit ist der Fragesteller keinesfalls benachteiligt. Die Klärung der Frage, wer nun richtig gerechnet hat, hat somit nur noch Bedeutung im Hinblick auf das nächste Jahr. Ein Fehler in der SSE ist es sicherlich nicht, sonst wäre dieser auch bei anderen Anwendern aufgetreten.

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