Arbeitszimmerkosten: Höheren Betrag als 1250.- Euro in der EÜR

  • Hallo,
    bei der EÜR kann ich die Kosten für ein Arbeitszimmer erfassen (Raumkosten). Dabei wird, völlig zu Recht, zwischen dem unbegrenzten und dem begrenzten Kostenansatz unterschieden. Das diese Unterscheidung steuerrechtlich bis zum BFH durchentschieden ist, ist klar.
    Aber:
    Ich möchte, auch bei einem begrenzten Abzug, einen höheren Betrag wie die 1250.- Euro ansetzen, da ich in einem späteren Verfahren dann klären lassen möchte, ob ein vom Gesetzgeber einmal festgelegter Betrag (wie hier der zulässige Höchstbetrag) nicht auch den allgemeinen Preisentwicklungen angepasst werden muss. Die Festlegung der 1250,- erfolgt ja schon vor längerer Zeit.


    Die konkrete Frage:
    Kann ich die Software an der Stelle dazu überreden, in der EÜR eben nicht nur die 1250- Euro anzusetzen, sondern die tatsächlichen Raumkosten (bei mir rund 2.200.- Euro). Also den Wert quasi händisch überschreiben oder erhöhen, obwohl ich mit dem begrenzten Abzug (dem Grunde nach einverstanden bin).


    Viele Grüße.

  • Technisch geht das nicht.


    Rechtlich gesehen können Sie nicht in Ihrem konkreten einzelnen Steuerverfahren auf einen höheren Betrag klagen, da sich das Finanzamt an die gesetzlichen Vorgaben hält.


    Da müssten Sie schon mit einer Verfassungsklage beim Bundesverfassungsgericht antreten und behaupten, Sie wären durch das Einkommensteuergesetz in Ihren Grundrechten verletzt. Die Erfolgsaussichten dürften trübe sein.


    Schreiben Sie doch mal Ihrem Bundestagsabgeordneten und verlangen einen höheren Betrag. Im Bundestag werden Gesetze gemacht und verabschiedet.

  • Stimmt nicht so ganz. Im Erklärungsverfahren kann der Steuerpflichtige zunächst alle mögliche Beträge angeben. Das Finanzamt wird dann, wenn bestimmte Beträge überschritten werden, diese kürzen oder nicht anerkennen. Diese Entscheidung erfolgt dann im Steuerbescheid. Dieser ist als Verwaltungsakt mit einem Widerspruch (oder hier Einspruch) angreifbar. Falls das Finanzamt die Änderung dann durchführt, die begehrt wird, ist alles okay. Falls nicht ist danach die Klage möglich. Und im Rahmen der Klage sieht man dann weiter.


    Mein Ursprungsfrage zielt aber nicht auf das Festsetzungsverfahren, sondern auf die technische Fragestellung:
    Und da müsste es ja eine Möglichkeit geben, auch wenn ich sie noch nicht gefunden habe. Zur Not muss ich halt die Daten einmalig über Elster verschicken und danach mal schauen.

  • Die SSE ist auf die rechtlichen Möglichkeiten abgestellt.


    Insofern können Sie im vorliegenden Fall auf keinen höheren Betrag als 1.250 Euro kommen. Mit der Aussage unter # 2 ist selbstverständlich die erfolgreiche Klage gemeint.


    Aber vielleicht legt der Bundesfinanzhof die entsprechende Regelung dem Bundesverfassungsgericht zur Überprüfung vor. Das Gesetz kann auch er nicht ändern.

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