Steuerfreie Erstattung Verpflegungsmehraufwand

  • Hallo,


    auf Dienstreisen erhalte ich ja von meinem Arbeitgeber eine steuerfreie Erstattung des Verpflegungsmehraufwandes (die 12/24€ pro Tag in Deutschland z.B.). Natürlich gekürzt um die bezahlten Verpflegungen (z.B. Frühstück).



    Grundsätzlich ist mein Vorgehen in der SSE dann wie folgt:


    Auf der Bescheinigung des Arbeitgebers sind die steuerfreien Erstattungen summiert angegeben. Diese trage ich ein.
    Zusätzlich erfasse ich jede Dienstreise entsprechend in der SSE mit den entsprechenden Abzügen/Erstattungen (Reisekosten bei beruflich veranlassten Auswärtstätigkeiten).


    D.h. die Beträge die ich bei den Reisekosten angebe sind identisch mit denen der Lohnsteuerbescheinigung.
    Korrekt, oder?



    Jetzt habe ich aber einen Spezialfall:
    Mein Arbeitgeber behauptet, ein "Snack" auf einem Flug ist eine Mahlzeit und kürzt dementsprechend die Erstattung.
    Laut Rechtssprechung ist ein "Snack" aber keine Mahlzeit, sonder nur ein "Meal" wäre eine Mahlzeit, die entsprechend zu Kürzungen führt.


    Kann ich also in der Steuererklärung bei der Erstattung (Lohnsteuerbescheinigung) den gekürzten Betrag, in der Reisekostenerfassung (Reisekosten bei beruflich veranlassten Auswärtstätigkeiten) aber den ungekürzten Betrag eingeben, oder geht das nicht bzw. führt zu Problemen mit dem Finanzamt?

  • Das behauptet er nicht einfach, sondern er hat sich schlau gemacht und ist zu diesem Wortbedeutungsergebnis gekommen. Bitte einmal selber nachgucken. Etwa dort: https://de.wikipedia.org/wiki/Imbiss_(Speise)
    Fraglich wäre dann, was Du von dem in dieser Betrachtung zu sehendem (zweiten) Frühstück gereicht bekommen hast und was du eingenommen (angenommen) hast. Und wo hast Du gelesen, dass laut Rechtsprechung ein Snack keine Mahlzeit sei? Was genau hast Du gelesen?

  • woher weiß der AG, dass Sie einen Snack im Flugzeit genommen haben: wohl nur, weil Sie den abgerechnet haben? Ist also unklug und unnütz teuer - daraus lernen!

  • Tragen Sie in der SSE unter > Werbungskosten > Auswärtstätigkeit > Verpflegung > Verpflegungspauschbeträge Ihre Reisen ein.


    Kürzungen für zur Verfügung gestellte Mahlzeiten füllen Sie entsprechend der Eingabehilfe aus, die da lautet:


    "So handelt es sich beispielsweise bei einem Kuchen, der zum Nachmittagskaffee gereicht wird, nicht um eine der genannnten Mahlzeiten. Auch die z.B. auf Kurzstrecken-Flügen gereichten Snacks bzw. Knabbereien zählen nicht als Mahlzeit und führen zu keiner Kürzung der Verpflegungspauschale."

  • Ob es sich in der zitierten Hilfestellung # 4um eine Definition (welche auch immer -steuerrechtlich-?) handelt, sei einmal dahingestellt. Eine Legaldefinition dahingehend, denn die hätte der Gesetzgeber finden müssen, im steuerrechtlichen Sinne, hatte ich auf Anhieb nicht finden können. Das Thema wurde zunächst zweimal 2011? und 2015 rechtlich noch einmal gewürdigt. Klargestellt wurden insbesondere innerdeutsche Flüge. Bitte einmal hier lesen: "https://www.businesstraveller.de/news/reisekosten-snacks-gelten-ab-2015-als-mahlzeit/". BMF-Schreiben vom 19. Mai 2015 deutlich: „Es kommt daher für die steuerrechtliche Würdigung nicht allein darauf an, dass dem Arbeitnehmer etwas Essbares vom Arbeitgeber zur Verfügung gestellt wird, sondern auch, ob es sich dabei um eine der im Gesetz genannten Mahlzeiten handelt. […] Auch die z. B. auf innerdeutschen Flügen oder Kurzstrecken-Flügen gereichten kleinen Tüten mit Chips, Salzgebäck, Schokowaffeln, Müsliriegel oder vergleichbare andere Knabbereien erfüllen nicht die Kriterien für eine Mahlzeit und führen somit zu keiner Kürzung der Pauschalen.“


    Die Begrifflichkeit Snacks werden im europäischen Raum noch unterschiedlich gebraucht bzw. verwendet, so dass es stets immer noch einer Klarstellung bedarf. Was wurde ihm zu welcher Zeit an Mahlzeiten gereicht, unabhängig wie das genannt werde. Jetzt hat der Fragesteller ja das Problem, dass ihm sein Arbeitgeber die Fragestellung vorausgreift. Mit wem soll denn jetzt darüber diskutiert werden? Das Thema wird derzeit mit vielen anderen Themen betreffend der Auswärtstätigkeiten, wie Unterbrechung der Auswärtstätigkeit an der Einsatz (Ersten Tätigkeitsstätte), von der Finanzverwaltung umfassend aufgegriffen.


    Ich glaube auch nicht, dass mit der Vermutung in # 3, der Arbeitgeber diese Information über den Mitarbeiter gewonnen hatte. Die Rechnungsstellungen der Fluggesellschaften werden immer strukturierter gefasst, sodass sich an Hand der Kennnummern herauslesen lässt, was verkauft wurde und zu einer Aussteuerung führt. Dem Arbeitgeber sind zunächst einmal die Hände gebunden.

  • Wenn Erstattungen vom Arbeitgeber auf der Lohnsteuerbescheinigung eingetragen sind,
    muss man darauf achten,
    dass diese Erstattungen
    nicht noch einmal
    an anderer Stelle
    in der Einkommensteuererklärung eingegeben werden!

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