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Verpflegungsmehraufwendungen - Definition berufliche Tätigkeit

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    Verpflegungsmehraufwendungen - Definition berufliche Tätigkeit

    Hallo liebe Forumsmitglieder,

    zu meiner Frage habe ich schon mit mehreren Personen gesprochen, darunter Steuerberater und das zuständige Finanzamt, habe aber bisher noch keine eindeutige Antwort erhalten. Jetzt würde ich mich sehr freuen, wenn es hier im Forum jemanden gibt, der sich damit auskennt und mir evtl. weiterhelfen könnte. Konkret geht es um folgenden Fall:

    Ich war für meinen alten Arbeitgeber ca. 6 Monate in Mexiko tätig. Laut § 9 Abs. 4a Satz 6 und 7 EStG ist der Abzug der Verpflegungspauschale auf die ersten drei Monate einer längerfristigen beruflichen Tätigkeit begrenzt. Eine Unterbrechung der beruflichen Tätigkeit an derselben Tätigkeitsstätte führt zu einem Neubeginn, wenn Sie mindestens vier Wochen dauert.
    Streitig ist in meinem Fall, ob die vier Wochen Unterbrechung erfüllt sind. Meine Reisedaten waren wie folgt:

    15.10.18 Gearbeitet in Mexico bis ca. 14.00 Uhr; Abflug nach Deutschland um ca. 16.00 Uhr
    12.11.18 Ankunft im Hotel in Mexiko um ca. 22.00 Uhr
    13.11.18 Arbeitsbeginn im Werk in Mexiko um 8.00 Uhr

    Die Frage ist nun, wann die Unterbrechung anfängt/aufhört, bzw. wann die berufliche Tätigkeit anfängt/aufhört. Würde die berufliche Tätigkeit erst wieder am 13.11.18 mit dem betreten des Werksgeländes anfangen, wären die 4 Wochen Unterbrechung erfüllt. Würde die berufliche Tätigkeit allerdings schon mit dem Einchecken im Hotel am 12.11.18 beginnen, wären die 4 Wochen nicht erfüllt.

    In der Sache läuft mittlerweile ein Prozess vor dem Arbeitsgericht. Allerdings kennt sich das Gericht mit dem Thema auch nicht wirklich aus, daher wende ich mich jetzt an das Forum.

    #2
    Wenn Sie gegen ihren Arbeitgeber wegen der Mehrverpflegungsaufwendungen prozessieren, können oder brauchen Sie nicht unbedingt die Entscheidung des Arbeitsgericht gegen das Steuerrecht verwenden. Da der Arbeitgeber in dem anhängenden Fall auch die Reisespesen übernimmt, stellt er seine Position mit dem Einchecken des Hotels ab und verweigert die Mehrverpflegungsleistung, wobei dies im Einzelnen ja in den Arbeits- bzw. entsprechenden Tarifverträgen geregelt ist. So also vom Steuerrecht unabhängig ist. Andere Streitpositionen können hier sowieso nicht diskutiert werden.

    Ihre Einschätzung, das Arbeitsgericht kenne sich mit dem Thema nicht wirklich aus, kann ich jetzt nicht nachvollziehen, denn das Gericht kennt ja das Recht. Aber das Gericht setzt sich aus einer Kammer zusammen und spricht dann eine Entscheidung aus. Zunächst müssen ja erst einmal alle Fakten gesammelt und bewertet werden, alles andere wäre unseriös und nicht rechtskonform. Jetzt ist aber das Arbeitsgericht auch nicht für die steuerrechtlichen Reisespesen zuständig. Darüber wird Ihnen dort keine Auskunft gegeben.

    Ebenso kann ich auch nicht nachvollziehen, ihr Steuerberater und das zuständige Finanzamt hätten Ihnen keine eindeutige Antwort gegeben. Das ist, gelinde gesagt, noch unglaubwürdiger. Soll das Forum jetzt die Beratung oder die Festsetzung ihres Steuerfalls übernehmen? Vom Steuerberater erhalten Sie Auskunft, wenn Sie ihm einen Auftrag erteilen und vom Finanzamt werden Sie mit dem Festsetzungsbescheid informiert!

    Ich würde die Mehrverpflegungsaufwendungen in der Steuererklärung über die Reisekosten ansetzen, wenn Sie ihren Arbeitsplatz erreichen. Ansonsten gilt, das Forum ist nicht für Rechtsauskünfte zuständig.

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